Sylt in Bewegung erleben

Urlaubstage auf Sylt sind viel zu schade, um sie ausschließlich am Strand oder auf den bekannten Flaniermeilen zu verbringen. Wer sich Zeit nimmt und genau hinschaut, findet viele verborgene Schätze, die erst den besonderen Reiz von Deutschlands nördlichster Insel ausmachen. Das Schöne daran ist: Vieles davon lässt sich ganz entspannt zu Fuß erkunden. Hier gibt es drei Tipps für Unternehmungen, die man bei einem Sylt-Urlaub nicht verpassen sollte:

– Deutschlands größte Wanderdüne

Bis zu zehn Meter pro Jahr legen die Wanderdünen im Norden der Insel zurück, Straßen mussten sogar schon deshalb verlegt werden. Bereits seit 1923 steht dieses besondere Phänomen unter Naturschutz und darf nicht betreten werden – von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen. Während der Saison starten ab List auf Sylt regelmäßig geführte Wandertouren zur Wanderdüne. Ohne fachkundige Führung geht dabei allerdings nichts. Maximal 25 Wanderer dürfen auf der zweieinhalb Stunden langen exklusiven Tour dabei sein, eine vorherige Anmeldung wird daher zwingend. Wichtig: Wasserfestes Schuhwerk ist für die Wanderung erforderlich. Mehr Informationen gibt es unter www.list-sylt.de, hier ist auch das kostenfreie Urlaubsmagazin für 2017 mit vielen weiteren Insel-Tipps erhältlich.

– Spazieren auf dem Meeresgrund

Von den Dünen bis zum Strand ist es nicht weit. Hier wartet auf Naturliebhaber gleich die nächste Attraktion: Ein Spaziergang auf dem trockengefallenen Meeresgrund bei Ebbe gehört zu einem Nordsee-Urlaub einfach dazu. Bei den geführten Wattwanderungen erfahren die Teilnehmer jede Menge Wissenswertes über die Vielfalt und über die Geheimnisse dieses Lebensraums. Gerade Kinder sind von Begegnungen mit Krebsen oder dem Wattwurm fasziniert. Ein Tipp für Wanderfreunde: die Kurverwaltung List auf Sylt bietet auch Wat(t) für die ganze Familie als spezielle Kinderführung an oder eine Erkundung der Austernbänke der Sylter Royal, hier ist man immer in Gummistiefeln unterwegs.

– Bummel durch das traditionelle Fischerdorf

Ein etwas eleganteres Fußkleid darf es bei dieser Tour sein: Bei einer Dorfwanderung durch List auf Sylt erfahren die Gäste so einige Anekdoten über die Historie und die besonderen Charakterzüge der Inselbewohner. Keineswegs fehlen darf dabei ein Abstecher zum alten Hafen. Kutter und Sportboote sorgen hier für maritimes Flair, „Sehleute“ fühlen sich in der abwechslungsreichen Gastronomie wohl. Hier wartet zudem ein weiterer Rekord: Deutschlands nördlichste Fischbude genießt Kultstatus.

Amrum bietet abwechslungsreiche Urlaubserlebnisse

Vom Festlandhafen Dagebüll im Nordwesten Schleswig-Holsteins geht es mit der Fähre in knapp zwei Stunden nach Amrum. Und schon die Überfahrt ist eine Reise wert: Die Weite des Himmels und des Wattenmeeres liegen vor einem, aller Alltagsstress fällt ab und der Urlaub kann beginnen.

Facettenreiche, unberührte Natur

Im Sommer kommen die Touristen vor allem wegen des Kniepsands, einem der größten und feinsandigsten Badestrände Europas. Wenn Ende Februar mit den lodernden sogenannten Bikefeuern überall auf der Insel der Winter ausgetrieben ist und die Natur zu neuem Leben erwacht, zieht es dagegen vor allem Individualisten nach Amrum, die Ruhe und Erholung suchen. Für sie hat die waldreiche Nordseeinsel auf kleinstem Raum einiges zu bieten: Vom langen Sandstrand über Dünen, Wald und Heide bis hin zu Salzwiesen und Wattenmeer.

Mit nur 2.200 Einwohnern stehen die Aussichten nicht schlecht, bei langen Spaziergängen oder ausgedehnten Radtouren kaum einer Menschenseele zu begegnen. Ein Höhepunkt für Wanderfreunde ist sicher die acht Kilometer lange, geführte Wattwanderung zur Nachbarinsel Föhr, die man ab Mitte Mai wieder antreten kann. Die Strecke von Insel zu Insel ist einmalig in Deutschland. Aber auch Schiffstouren zu den Seehundbänken, nach Sylt oder zu den Halligen Hooge und Langeneß bringen viel Abwechslung. Auf Naturfreunde wartet die Vogelkoje Meeram – ein weiteres Naturparadies, das mit Naturlehrpfad und einem archäologischen Areal spannende Einblicke in die Flora und Fauna der Insel ermöglicht. Unter www.amrum.de gibt es weitere Informationen.

Entspannen und genießen auf friesische Art

Die Perle Nordfrieslands punktet aber nicht nur mit ihrer intakten Natur und der gesunden frischen Nordseeluft. Im Amrumspa und dem Badeland warten Wellenbad, Sauna und Massagen auf gestresste Festländer, die in den fünf Inseldörfern auch Angebote für Qi Gong, Yoga und andere Entspannungstechniken finden. Anschließend gönnt man sich in einem der Cafés und Gasthäuser eine friesische Teezeremonie, genießt die regionalen Spezialitäten oder versucht einen Pharisäer – einen Pott Kaffee mit einem ordentlichen Schuss Rum und Sahnehaube obenauf.

Stade und Buxtehude

In ihrer Blütezeit im 13. Jahrhundert gehörten der Hanse fast 200 See- und Binnenstädte an. Das legendäre Handelsbündnis prägte damals die Geschichte Europas, der Handel mit Produkten aus aller Welt blühte. Trotz der Auflösung der Hanse im 17. Jahrhundert prägt die Hansezugehörigkeit bis heute das Stadtbild in den beiden sehenswerten norddeutschen Hansestädten Stade und Buxtehude in der Urlaubsregion Altes Land am Elbstrom, Vergangenheit trifft hier auf Zukunft. Hafen und Fleete sind unverändert die Herzstücke der Orte. Vor einiger Zeit feierte die „neue Hanse“ ihr Comeback – auch in Stade und Buxtehude. Informationen über Sehenswürdigkeiten und viel Wissenswertes gibt es unter www.urlaubsregion-altesland.de und unter Telefon 04142-813838.

Hansestadt Stade: Alte Hafenanlage und junges Leben

Wo in Stade zu Zeiten der Hanse Schiffe entladen wurden, findet man heute rund um den Fischmarkt mit historischem Holzkran und inmitten der von Fachwerkhäusern geprägten Altstadt in maritimer Atmosphäre kleine Fachgeschäfte, gemütliche Kneipen und Cafés mit einladenden Sommerterrassen direkt am Wasser. Seit Jahrhunderten bewacht der Schwedenspeicher die Hafeneinfahrt. Heute zeigt das mehrfach preisgekrönte Museum Schwedenspeicher multimedial die Stadtgeschichte und eine Ausstellung zur Hansezeit. Nicht weit vom Hansehafen aus dem 13. Jahrhundert lädt der moderne Stader Stadthafen zu einem Besuch ein.

Buxtehude: Hansestadt mit „märchenhafter“ Zukunft

Auch die Altstadt von Buxtehude ist von Wasser umgeben, ein Festungsgraben begrenzt das historische Zentrum. Sehenswert sind der Marschtorzwinger, die restaurierten Kaufmannshäuser mit verzierten Fachwerkgiebeln, die Mühle am Fleth, der Stavenort. Bis 1962 wurde die grachtenartige Flethanlage noch von sogenannten Frachtewern befahren, das plattbodige Frachtschiff „Margareta“ liegt heute restauriert im Hafen. In Buxtehude hat sich der berühmte Wettlauf zwischen Hase und Igel ereignet – heute hat die Stadt auch wegen der touristischen Reize eine „märchenhafte“ Zukunft.

Stadtführungen und Veranstaltungen

Am besten ist es, sich gleich auf ein Rendezvous mit der Hanse zu verabreden. Beide Städte bieten ein vielfältiges Kulturleben und spannende Stadtführungen zum Thema Hansezeit, in Stade „Auf den Spuren der Hanse“, in der Nachbarstadt unter dem Titel „Mit dem Hansekaufmann durch Buxtehude“. Richtig was los ist in Buxtehude am 20. und 21. Mai beim „Hanse Ahoi“-Fest und vom 9. bis zum 11. Juni beim Stadtfest. Das Stader Hansemahl feiert am 20. Mai zehnjähriges Jubiläum, viele Besucher werden auch vom 19. August bis zum 2. September beim beliebten sommerlichen „Holk-Kulturfestival“ in Stade erwartet.

Über den Trischen-Damm zu den Sternen

Weißt Du, wieviel Sternlein stehen? Wer nächtens nach oben schaut, wird sagen – eine Menge. Doch das kann noch viel schöner aussehen, viel, viel mehr Sterne scheinbar; strahlend, funkelnd und kristallklar. Eigentlich. Jedoch: Meist sieht man sie eher schlecht, weil der Nachthimmel vom gestreuten, indirekten Licht künstlicher Quellen gestört wird – das nennt man Lichtverschmutzung. „Kommen Sie mal mit“, sagt der Natur- und Landschaftsführer Michael Beverungen, der hauptberuflich als Nationalpark-Ranger arbeitet, „kommen sie heute Nacht mal mit hinaus auf den Trischen-Damm.“ Dann werden wir schon sehen, wieviel Sternlein stehen.

Von Friedrichskoog-Spitze zieht sich ein schmaler Steindamm mehr als zwei Kilometer in das Watt der Elbmündung hinaus. Begehen darf den Damm jeder, in Begleitung von Michael Beverungen indes wird der Besuch zu einem einzigartigen Erlebnis. Die Sterne, die erklärt er so, dass man was versteht und behält. Und auch die Vögel der Nacht; wir wollen mal schauen und horchen, was nächtens draußen im Watt los ist.

Die Gruppe steht auf dem Deich und ein eiskalter Ostwind weht über das Land. Ostwind ist gut, dann ist der Himmel zumeist klar. Sternenklar. Der Abendstern ging heute schon um halb Fünf auf. „Das ist die Venus“, erklärt Beverungen, „je nach Jahreszeit ist sie der Abendstern oder – geht sie morgens auf – der Morgenstern.“ Die Venus soll die Gruppe bis zum Ende der kleinen Exkursion begleiten. Wenn der Große Hund aufgeht, dann geht sie unter.Unten am Deich hat der Wind nachgelassen (auf dem Rückweg und weiter draußen wird er später umso härter wieder zupacken). Der Winter ist die wohl beste Zeit für einen einsamen Ausflug zum Sternegucken auf den Damm; es ist früh dunkel, der Himmel oft klar, und wenn Eis und Schnee im Watt liegen, bekommt die Szenerie eine besondere, einzigartige Atmosphäre. „Heute ist der Mond fast selbst schon eine Lichtverschmutzung“, meint der Guide, als die Gruppe sich vorsichtig auf den Damm hinaus tastet. So hell scheint er, dass die Menschen seltsam schale Schatten in das fahle Licht werfen, das die Schneeflächen reflektieren. Traumhafte Mondlichtschatten. Und selbst die Venus strahlt so schön und klar, dass sie einen eigenen Lichtkegel auf die Nordsee wirft.

Der Damm liegt als schmales Band im fahlen Mondlicht, führt hinaus in die scheinbare Unendlichkeit des nächtlichen Wattenmeeres. Das in einem gespenstischen Licht wie seltsam glitzernder Phosphor zu leuchten scheint. Es sind ohnehin sonderbare Lichtspiele, die auf dem ablaufenden Wasser erscheinen. Im zerbrochenen Eis seltsame Zerrbilder von Licht und Schatten, zerrissen und verworfen. Die Priele liegen dunkel, die Eisränder jedoch glitzern im Mondlicht. Reduktionen auf Schwarz und Weiß.

Der Frost der vergangenen Tage hat bizarre Eisformationen geschaffen, Ebbe und Flut haben die kleinen Schollen zu wundersamen Gebilden aufgeworfen. Hört man nur genau hin, kann man ein ganz sachtes Scharren oder Klirren hören, wenn die Schollen im ablaufenden Wasser der kleinen Priele aneinander reiben. Die Landschaft liegt still und starr, wie erfroren im Mondlicht. Einzig Ebbe und Flut scheinen sich in dieser Landschaft noch zu bewegen und die Gegend atmet verhalten im ewigen Rhythmus der Gezeiten. Es sind faszinierende Bilder im Mondlicht und unter glitzerndem Firmament, die man sonst kaum anderswo sehen kann.

Einmal nicht nach vorn geschaut, und schon dem Vordermann in die Hacken gelaufen. Michael Beverungen macht genügend Pausen, damit man schauen kann und staunen. Und um zu zuhören, was er Spannendes erzählt. Je weiter man nach draußen kommt, desto kräftiger wird der eisige Wind. Wer im Winter hinausläuft, sollte sich tunlichst warm anziehen und einen Gesichtsschutz nicht vergessen. Dann wird einem auch nicht kalt bei den Pausen, dann kann man´s genießen. Diesen Ausflug ganz weit weg von dieser Welt.

Wir bleiben stehen, Michael Beverungen lenkt den Blick in den Himmel. Wer läuft, sollte möglichst auf seine Schritte achten, keinen Meter breit ist der Damm und uneben. Dann wieder nach oben schauen und still staunen. Die Sterne, so sehr viel mehr als sonst, funkeln und glitzern. Michael Beverungen zeigt den großen Wagen, ein Sternbild, das viele Leute am Firmament erkennen. Es ist eine kalte Nacht und die Gruppe fühlt sich allein wie auf hoher See. Orientierungslos nicht unbedingt – wenn man die Bilder da oben versteht. „Und wer findet den Polarstern“, fragt der Natur- und Landschaftsführer nach dem Stern zur Orientierung schlechthin. Da war was. Irgendwas mit fünffacher Verlängerung. Der Achse? Der beiden hinteren hellsten Sterne? So ähnlich. Mit seinem Laser-Beamer zeigt er auf den Polarstern, den bald jeder Teilnehmer wiederfinden wird. Und nun immer die Himmelsrichtung bestimmen kann – Polarstern ist Nord.

Inzwischen ist der Kleine Hund aufgegangen, mit Prokyon seinem hellsten Stern. Dieses Sternbild schiebt sich allmählich über den östlichen Horizont. Dort, wo die Windkraftanlagen von den Rotorblättern zerrissenes irres rotes Licht in die Nacht werfen – ganz ohne Licht-Verschmutzung geht es auch hier draußen nicht. Zu erkennen ist der Schimmer der Stadt Brunsbüttel und auf der anderen Seite der Elbe ganz deutlich Cuxhaven. Ein Schiff und die Erdölplattform Mittelplate draußen im Watt.

Trotzdem: Der Sternenhimmel funkelt hier wie selten gesehen und man muss in Deutschland lange suchen, um Plätze zu finden, an denen es ähnlich dunkel ist – oder sogar noch dunkler. Die Kombination mit dem Watt macht diese Location jedoch zu etwas Einmaligem. Hier draußen auf dem Trischen-Damm ist auch das milchige Band zu erkennen, das sich quer über den Himmel spannt – die Milchstraße. Und Gänsehaut gibt´s nicht nur wegen der Minusgrade allein. So faszinierend ist das.

Michael Beverungen erklärt die Sternbilder, zeigt einzelne Sterne, Sternenhaufen – Aldebaran und Andromeda. Man hat davon gehört. Aber hat man sie schon einmal gesehen? Außerhalb eines Planetariums? Lichtverschmutzung mag man als Nebensache abtun, falls man überhaupt schon einmal darüber nachgedacht hat. Hier aber wird deutlich, was man verpasst. Es ist faszinierend, hochzuschauen und ihm zu zuhören. Und: „Die Betrachtung des Sternenhimmels gehört zu den ältesten Kulturgütern der Menschheit!“ Es ist auch ein bisschen Philosophie. „Die Menschen vor zehntausend Jahren hatten keine Schrift, keine Bücher, keine Bilder – aber sie hatten die Sterne, aus denen sie die Konstellationen erfunden haben.“

Phantastisch, wenngleich noch immer keine Sternschnuppe zu sehen war. Wie oft reicht der Blick nach oben. Sternschnuppen gucken. Da! Da ist was! Ein langer, milchiger Schweif zieht sich über das Firmament. Und er verlischt gar nicht. Was nur wünschen? Michael Beverungen beruhigt: „Das ist nicht der Stern von Bethlehem, das ist der Kondensstreifen eines Flugzeuges, der im Mondlicht wie ein Komet leuchtet!“

Alles scheint hier draußen erfroren zu sein; so kalt wie der Weltraum selbst und für alle Ewigkeit statisch wie die Sterne. Doch bleiben wir stehen und hören hin: Plötzlich ein sanfter, melodischer Ruf, flötenhaft fast, so unglaublich unpassend in dieser harschen, erfrorenen Gegend – und vielleicht gibt es deshalb eine Gänsehaut.

Brachvögel werden das sein. Später ein fernes, fremdes Gelächter, und wieder jagt ein Schauer den Rücken hinunter, Eiderenten sind das womöglich. Austernfischer und Rotschenkel erkennt der Natur- und Landschaftsführer auch noch an den Vogelstimmen. Und plötzlich wieder etwas wie eine Sternschnuppe und ganz nah! Beverungen beruhigt wieder: „Das war ein Sanderling, der Vogel sah nur so aus wie eine Sternschnuppe als er durch das Mondlicht flog!“

Raum und Zeit scheinen sich hier draußen aufgelöst zu haben. Wir haben das Ende des Dammes erreicht, gute zwei Kilometer vom Deich entfernt. Daran, dass wir noch auf der Erde sind, erinnert das leise Plätschern des Wassers und das verhaltene Schnattern der Brandgänse von irgendwo. „Überlegt mal, wie weit die Sterne weg sind – tausende, wenn nicht Millionen Lichtjahre.“ Dieser Maßstab, die Einordnung, Wir in der Galaxie – man mag ganz still werden. Und staunen sowieso. Der Lichtkegel der Venus wird zerrissen und wirkt flüchtig, als das Wasser bewegt wird; unfassbar, unbegreiflich im wahren Wortsinn.

Der Abendstern hat sich dem Horizont gebeugt. Die Venus geht unter. Und Sirius – der hellste Fix-Stern am Nordhimmel – geht im Osten auf und weist uns den Weg zurück. Sirius im Sternbild Großer Hund. Einer von ganz, ganz vielen heute Nacht. SO viel Sternlein stehen, weißt Du!

Der Trischen-Damm

Mitte des vorvergangenen Jahrhunderts wurde Friedrichskoog endgültig eingedeicht. Der Trischen-Damm wurde 1935/6 angelegt, um einen sich verlagernden Priel vom Deich fernzuhalten – der Altfelder-Priel wurde immer tiefer und kräftiger und er rückte gefährlich nahe an den Deich. Dem Land vorgelagert liegt die Insel Trischen. In der damaligen Zeit, den 1930er Jahren, sollte auch diese eingedeicht werden – und bei der Gelegenheit mittels eines Dammes mit dem Land verbunden werden. Auch, um den Altfelder Priel zu durchdämmen und ihm damit seine Kraft zu nehmen. Daraus wurde nichts. Heute führt der Damm nahe Friedrichskoog Spitze vom Deich zunächst geradeaus ins Watt, um dann nach rechts abzubiegen. Vom Land aus links gesehen, hat sich inzwischen eine Salzwiese gebildet. Die Krone ist mit nicht mal einem Meter Breite schmal. Zuletzt liegt der Damm im offenen Wattenmeer und stellt damit die einzige Möglichkeit dar, auch nachts weitestgehend sicher „ins Watt“ zu gehen. Der Zugang ist kostenfrei und nicht reglementiert. Gutes Schuhwerk und der Blick auf den Weg sorgen für einen sicheren Ausflug.

Die nächsten „Sterne über dem Wattenmeer“ –Termine mit Michael Beverungen finden statt am:

13.4.17, 21.30 Uhr

25.8.17, 21.30 Uhr

20.9.17, 20.30 Uhr

19.10.17, 19.00 Uhr

27.12.17, 17.00 Uhr

Weitere Informationen

Tourismus-Service Friedrichskoog

Koogstraße 141

25718 Nordseeheilbad Friedrichskoog-Spitze

Tel: +49 (4854) 904940

urlaub@friedrichskoog.de

www.friedrichskoog.de

Russisches Segelschulschiff zu Gast in Wilhelmshaven

In diesem Jahr können sich Wilhelmshavener und Gäste, neben den maritimen Großveranstaltungen Wochenende an der Jade und dem Wilhelmshaven Sailing-CUP, auf einen weiteren Schiffsbesuch am Bontekai freuen. Über den 1. Mai legt das russische Segelschulschiff „Mir“ am Bontekai an und lädt Besucher zum Mitsegeln ein. Es gilt als der schnellste Rahsegler der Welt und bietet Segelinteressierten die Gelegenheit, dies bei einem Tagestörn am 29. April zu testen. Beim Open-Ship wird es auch Gelegenheit geben, die „Mir“ während der Liegezeit am Bontekai zu besichtigen.

Die „Mir“ lief 1987 auf der Danziger Leninwerft vom Stapel und dient der Admiral Makarov State Maritime University als Ausbildungsschiff für zukünftige Nautiker und Schiffsingenieure. Seit Juli 1999 besteht zwischen der „MIR“ und der Stadt Wilhelmshaven eine offizielle Patenschaft Interessierte können unter www.wilhelmshaven-touristik.de oder in der Tourist-Information in der Ebertstraße 110 weitere Informationen sowie die Bordkarten erhalten.

Biikebrennen

Mag das Wetter noch so grauslich sein: Am 21. Februar wird es im Lande der Nordfriesen urgemütlich, denn dann treiben sie alljährlich an ihrer Küste, auf den Inseln und Halligen mit gewaltigen Biikefeuern, mit Essen, Trinken und Tanzen den Winter aus.

Rund 50 Feuer brennen auf den Inseln und Halligen und dem nordfriesischen Festland an diesem Abend.

Die Biike (Sylter Friesisch das „Feuerzeichen“) geht bis auf heidnische Zeiten zurück und sollte zum Ende des Winters die bösen Geister vertreiben. Von diesem Ursprung hat sich bis heute teilweise in Nordfriesland der Brauch erhalten, eine Strohpuppe mit zu verbrennen. 2014 wurde das Biikebrennen in das nationale Verzeichnis der immateriellen Kulturgüter aufgenommen.

Beim Biikebrennen, dem ältesten nordfriesischen Brauch, sind die Einheimischen bis heute mit Begeisterung dabei. Mancherorts sammeln die Konfirmanden schon Wochen vorher Holz und Reisig, aber auch in den friesischen Vereinen und in den Küchen geht es rund. Und wenn der riesige Holzstoß dann heruntergebrannt ist, treffen sich die Nordfriesen und ihre Gäste zum deftigen Grünkohlessen mit Kasseler und Schweinebacke, Teepunsch und Grog.

Viele Veranstaltungsorte des Biikebrennen 2017 finden sich auf http://www.nordseetourismus.de/biikebrennen-nordsee

Winterwanderzeit in Watt an der niedersächsischen Nordsee

Schon von weitem sieht man sie: dick eingepackte Menschen mitten im Wattenmeer. Ein zweiter Blick aus der Nähe lässt ihre roten Wangen und die scheinbar gefrorene Nasenspitze erkennen. Sie sind angezogen, als wollten sie arktischer Kälte trotzen – genau richtig, denn so schützen sie sich vor dem eisigen Wind. In Begleitung eines Wattführers geht es los – auf eine Reise durch die winterliche Wattlandschaft.

Die ersten Schritte hinein ins Watt lassen die Teilnehmer aufhorchen: Die entstandenen Eisflächen knacken und knistern unter ihrem wasserfesten Schuhwerk. schmunzeln schon, denn bei Betreten der Eisflächen knackt und knistert es an allen Ecken. Durch die Ruhe im Winter sind all diese Naturgeräusche besonders deutlich zu hören.

„Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht, den Menschen die Einzigartigkeit des UNESCO-Weltnaturerbes Wattenmeer in all seinen Facetten nahezubringen“, sagt der zertifizierte Nationalpark-Führer Wolfgang Gedat, der vor Schillig mit kleinen Gruppen ins Watt geht. Auf seiner Tour „Winterwatt erleben“ erklärt er, wie die Tiere im Watt mit den winterlichen Temperaturen umgehen. Zum Aufwärmen gibt es für seine Gäste Glühwein und Kinderpunsch. Die nächste Gelegenheit, das Winterwatt vor Schillig zu entdecken, bietet sich am Sonnabend, dem 10. Dezember. www.abinswatt-schillig.de

Der Biologe aus dem Wangerland ist nicht der einzige, der im Winter geführte Touren anbietet. Carsten Heithecker geht auf Spiekeroog ganzjährig ins Watt. Bei seiner Wanderung mit „ökologisch-naturwissenschaftlichem Schwerpunkt“ erläutert er, wie Sturmfluten und Eisgang das Leben im Wattenmeer beeinflussen. Zusätzlich macht er auf Umweltgefahren und Schutzmaßnahmen aufmerksam. Die Führung für Erwachsene und Kinder ab acht Jahren dauert etwa zweieinhalb Stunden. Am Montag, dem 13. Dezember erkunden die Teilnehmer wieder das Watt vor Spiekeroog. www.watt-erleben.de

In Butjadingen wird es romantisch. Matthias Schulz zeigt bei seiner „Sonnenuntergangswanderung“ das faszinierende Farbenspiel am Himmel und die Spiegelungen im Wattenmeer. Bei seiner Wattwanderung „WATT4KIDS“ werden schon Kinder ab 3 Jahren für das Watt begeistert. Auf einer altersgerechten Strecke werden Muscheln gesammelt und Wattwürmer ausgegraben. www.wattwanderung.de

Das Cux-Wattteam lädt zur Wattführung „Mit der Flut zum Festland“ ein. Bei der dreistündigen Tour vor der Küste Cuxhavens stehen die Gezeiten im Vordergrund. Die Teilnehmer begegnen gemeinsam mit dem Wattführer dem auflaufenden Wasser und sehen, wie es in die Priele strömt. Am Samstag, dem 17. Dezember findet die nächste Tour statt. Um vorherige Anmeldung wird gebeten. www.cux-wattteam.de

Im Winter ist die ungeheure Kraft des Windes und des Wassers zu spüren. Die Flut kann sogar doppelt so schnell strömen. Die Priele verändern ihren Verlauf. „Eine Wattwanderung zu dieser Jahreszeit ist also eine aufregende Angelegenheit!“, sagt Katja Benke von der niedersächsischen Dachorganisation Die Nordsee GmbH. Es empfiehlt sich jedoch warme, wetter- und wasserfeste Kleidung zu tragen.

Radfahren und Wattwandern an der niedersächsischen Nordseeküste

Flaches Land, gesunde Luft und die weitläufige Natur des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer laden Fahrradurlauber an die Nordsee ein: Sie radeln auf gut ausgeschilderten Routen vorbei an geringelten Leuchttürmen, alten Mühlen, historischen Gutshöfen und durch urige Fischerdörfer. Dort werden sie mit einem freundlichen „Moin Moin“ begrüßt und können sich mit üppig belegten Fisch- oder Krabbenbrötchen stärken. Von Emden im Westen bis Hamburg im Osten verläuft beispielsweise ein Abschnitt des Nordseeküsten-Radwegs, des wohl längsten beschilderten Radwegs der Welt. Er führt auf insgesamt 6.000 Kilometern durch sechs europäische Länder. Seine ostfriesischen Etappen auf autofreien Radwegen und abgelegenen Landstraßen sind auch für Hobbyradler und Familien geeignet.

Radeln entlang der Störtebekerstraße

Entlang der niedersächsischen Nordseeküste gibt es aber noch viele weitere Radrouten und Rundkurse: Bei Krummhörn etwa radelt man durch sogenannte Warfendörfer, vorbei an Häuptlingsburgen und alten Schlössern zum Campener Leuchtturm. Er ist Deutschlands höchster „Wegweiser“, man genießt eine spektakuläre Aussicht übers weite grüne Land. Auch von Wilhelmshaven aus lässt sich das beschauliche Friesland mit den hübschen Städtchen Hooksiel, Jever und Dangast erkunden. Rund um das Nordseebad Cuxhaven führen die Radwege über den Deich an der Elbmündung entlang. Mit einem Abstecher ins Hinterland lassen sich die Melkhüser entdecken, in denen der eigene Akku mit leckeren Milchspezialitäten aufgeladen werden kann. Unter www.reiseland-niedersachsen.de gibt es mehr Tipps und Informationen zu Touren.

Krebse, Muscheln und Wattwürmer

Bei einem Besuch an der ostfriesischen Nordseeküste sollte man eine Wattwanderung nicht verpassen, bei der man den einzigartigen Lebensraum Wattenmeer aus der Nähe erleben kann. Auf den ersten Blick erscheint der Meeresboden karg, doch bei näherem Hinsehen sind unzählige Garnelen, Einsiedlerkrebse, Muscheln und Wattwürmer zu sehen. Geführte Touren durchs Weltnaturerbe Wattenmeer führen beispielsweise in zweieinhalb Stunden von Neßmersiel bis zur Insel Baltrum oder in sportlichen sieben Stunden von Dangast zum Arngaster Leuchtturm. Spezielle Kinderwattwanderungen gibt es in Eckwarderhörne. Und beim „Nordic Walking im Watt“ reicht der Blick von Cuxhaven aus bis zur Insel Neuwerk.

Weihnachten in Husum zu Gast bei Theodor Storm

Das Warten auf die Weihnachtsfeierlichkeiten kann man mit einem besonderen Adventsangebot in Husum an der Nordsee verkürzen. Das Programm „Weihnachten zu Gast bei Theodor Storm“ lädt an den Adventssamstagen, 3. und 10. Dezember 2016 ein, die Heimatstadt des berühmten Dichters Theodor Storm literarisch und kulinarisch zu entdecken und zu genießen.

Der Nachmittag beginnt mit einer Lesung bei Kaffee und weihnachtlichem Gebäck, wie Theodor Storms geliebte Braune Kuchen. Ein Streifzug durch die festlich geschmückte Innenstadt Husums und der Besuch des Storm-Hauses in der Wasserreihe mit dem nach Storms Beschreibungen geschmückten Weihnachtsbaum schließen sich an. Im benachbarten, von Fackeln erleuchteten Garten werden die Gäste mit einem wärmenden Punsch – „Bischof“ genannt – empfangen. Dass Weihnachten für den berühmten Sohn Husums etwas ganz Besonderes war, hatte sicherlich auch damit zu tun, dass schon früher gerade in der Weihnachtszeit viel Wert auf gute Küche gelegt und keine alltäglichen Speisen und Leckereien aufgetischt wurden. Ihren Ausklang findet die Veranstaltung daher in geselliger Runde beim Buffet mit Leckereien und Köstlichkeiten, die ganz im Sinne des Dichters gewesen wären.

Wer gern als Theodor Storms Weihnachtsgast die Nordsee-Hafenstadt Husum entdecken und dabei auch die eine oder andere Köstlichkeit probieren möchte, muss sich nur noch für einen der beiden Termine entscheiden: Samstag, 3. und 10. Dezember 2016, jeweils ab 15.30 Uhr. Die Veranstaltung endet gegen 22 Uhr und kostet pro Person 66,90 €. Für Anmeldungen und telefonische Auskünfte steht die Tourismus und Stadtmarketing Husum GmbH unter Tel. 0 48 41 / 89 87 0 zur Verfügung. Für Gruppen können gesonderte Termine vereinbart werden.

Der Husumer Weihnachtsmarkt präsentiert sich auf dem Marktplatz in der Innenstadt reich geschmückt und festlich beleuchtet vom 21. November bis 27. Dezember 2016 (außer 25. Dezember) den Besuchern. Freuen kann man sich auch auf das einzigartige Husumer Weihnachtshaus mit großer Ausstellung und historischem Weihnachtsladen oder auf winterlichen Freizeitspaß mit Schlittschuhbahn und Eisstockschießen bei der Husumer Eiszeit in der Messehalle der Messe Husum & Congress (25. November 2016 bis 8. Januar 2017). Weitere Informationen zu allen Weihnachtsangeboten in Husum sind bei der Tourist Information Husum, Tel. 0 48 41 / 89 87 0 und unter www.husum-tourismus.de/weihnachtsmarkt erhältlich.

Auf den Spuren der geschichtsträchtigen Elbschifffahrt

Von Traumschiff-Flair und Kapitänsdinner keine Spur: Der Alltag auf den Elbfrachtschiffen des 18. und 19. Jahrhunderts war hart und arbeitsreich. Ob Lebensmittel, Salz oder auch Bauteile – so gut wie alles wurde auf dem Wasserweg über weite Distanzen transportiert. Von und mit der Elbe lebte schon damals die Bevölkerung der Stadt Lauenburg im Süden Schleswig-Holsteins. Bis heute prägt diese Historie das Bild des Ortes. Von Streifzügen durch die Natur über einen Bummel durch die gemütliche Altstadt bis zu sehenswerten Museen: Lauenburg ist zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert.

Der „Rufer“ begrüßt Schiffe und Besucher

Die Geschichte der Elbschifffahrt ist in Lauenburg allgegenwärtig. Dies beginnt bereits mit der Begrüßung durch den „Rufer“, dem gleichnamigen Denkmal, das allen vorbeifahrenden Schiffen und Besuchern gewidmet ist. Beim Spaziergang durch die Altstadt mit ihren schmalen Gassen und den charakteristischen Fachwerkshäusern fühlt man sich in vergangene Epochen versetzt. Sehenswert ist etwa die Elbstraße im Zentrum mit Gebäuden aus dem 16. bis 19. Jahrhundert, die vom damals blühenden Geschäftsleben berichten. Wer mehr dazu erfahren möchte, kann ganzjährig im liebevoll eingerichteten Elbschifffahrtmuseum eine spielerische Zeitreise unternehmen. Mit Mitmachstationen, Filmeinblendungen und historischen Ausstellungsstücken ist an Besucher jeden Alters gedacht. Unter www.elbschifffahrtsmuseum.de und www.lauenburg-tourismus.de gibt es alle Informationen.

Ausflüge ins Naturschutzgebiet

Historie buchstäblich zum Anfassen präsentiert auch das E-Werk Lauenburg. Das mit Wasserkraft betriebene Elektrizitätswerk aus dem Jahre 1921 wird bis heute gepflegt und zeigt faszinierende Technik. Nicht minder fesselnd ist ein Blick auf die weite Natur rund um den Ort. Von Lauenburg aus gelangt man auf einer kleinen Wanderung direkt in das Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe und das Naturschutzgebiet Hohes Elbufer. Geführte Wanderungen zeigen regelmäßig die gesamten Schätze, welche die Natur hier zu bieten hat. Und wer diese Eindrücke von der Wasserseite aus abrunden möchte, kann historische Planken betreten: Der kohlebefeuerte Schaufelraddampfer „Kaiser Wilhelm“, gebaut im Jahr 1900 und größtenteils original erhalten, bricht als schwimmendes Museumsexponat regelmäßig zu Ausflugstouren auf. Spätestens dann fühlt sich der Besucher den Elbschifffahrern von einst ganz nah.