Nordsee-Urlaub für Freundinnen

Die Nordsee Schleswig-Holstein ist nicht nur ein beliebtes Reiseziel für Familien, sondern bietet auch die perfekte Gelegenheit für eine Auszeit vom Alltag mit der besten Freundin. Ob Wellnessprogramm, Shoppingtour oder doch lieber ein beeindruckendes Naturerlebnis – die Angebotsvielfalt an der Nordsee Schleswig-Holstein verspricht eine erholsame und abwechslungsreiche Zeit.

Unsere Tipps:

Freundinnen-Shopping-Tag in Husum

Einkaufen ohne Hektik und Gedränge mit kurzen Wegen und Nordseebrise – das bietet Husum. Ob auf der Unteren Neustadt, Husums ältester Fußgängerzone, mit kleinen Fachgeschäften und Café oder am Hafen, wo die Geschäfte dank Bäderregelung zur Saison auch sonntags geöffnet haben – alles liegt eng beieinander und bietet doch genug Auswahl zum Bummeln und Stöbern. Traditionshäuser wie Rothgordt und C.J. Schmidt begeistern mit Qualitätsprodukten und gutem Service. Wie wäre es mit einem persönlichen Shopping-Berater, der bei der Auswahl des Outfits unterstützt und Tipps zu den neuesten Trends gibt? Wer vorab Angaben zu Farb- und Stilvorlieben, dem Anlass und der Konfektionsgröße macht, bekommt eine Vorauswahl zusammengestellt. Das Modehaus C.J. Schmidt macht es möglich. (Mehr Informationen unter www.cjschmidt.de/service/personal-shopping/)
Und für die Stärkung zwischendurch gibt es Fischbrötchen am Hafen, Kuchen im Straßencafé, traditionell Norddeutsches im Restaurant. Ganz nach Wunsch.

www.husum-tourismus.de

Mit der besten Freundin in Friedrichstadt unterwegs

Gute Freundinnen zu haben ist etwas Besonderes, die beste Freundin ist ein Einzelstück! Wie lassen sich solche Freundschaften besser feiern, als in einmaligem Ambiente? Mit der besten Freundin beim Stand Up Paddling auf den Grachten mit viel Spaß Friedrichstadt entdecken, sich anschließend im Spa des Ringhotel Aquarium verwöhnen lassen oder in den kleinen einzigartigen Läden in der Prinzenstraße shoppen – und Einzelstücke finden – anschließend bei einem Kaffee und einem leckeren Stück selbstgebackenen Kuchen in einem der individuellen Friedrichstädter Cafés oder einfach so mal die Seele baumeln lassen…. So wird aus einem normalen Tag ein einzigartiger!

www.friedrichstadt.de

Das volle Verwöhnprogramm auf Pellworm

Für Wellness pur steht das Kur- und Gesundheitszentrum Pellworm. „Wir bieten Fußpflege, verschiedene Wohlfühl- und Gesundheits-Massagen, Pflegepackungen, Behandlungen mit Meerwasser oder dem einzigartigen Nordseeschlick“, sagt Kurdirektor Andreas Kobauer. Auch ein Friseur und ein Kosmetikstudio sind integriert, so dass alles geboten wird, was zu einem Freundinnen-Verwöhnprogramm gehört.

Unter dem gleichen Dach befindet sich das Freizeitbad PelleWelle. Hier geht es gleich weiter mit der Entspannung. „In unserer modernen Saunalandschaft können Sie im Dampfbad, in der finnischen Sauna sowie in der Infrarot-Kabine gesund relaxen“, erklärt Gabriele Bruhn, Leiterin des Freizeitbades. „Am Montag ist immer Damensauna. Außerdem findet bei uns am Montagvormittag Wassergymnastik und donnerstags Aqua-Power statt.“

Auch für viel frische Luft und aktive Bewegung ist gesorgt – beispielsweise beim Nordic Walking. „In meinen Augen ist das der ideale Freizeitsport“, sagt Nordic Walking Trainerin Doris Ehlers. „Er stärkt Immunsystem und Ausdauer, regt den Fettstoffwechsel an und löst Verspannungen.“ Sie gibt Kurse, um diesen schönen Sport richtig zu erlernen. Termine für Einsteiger-, Schnupper- und Auffrischungskurse auf Anfrage unter Tel. 04844/378 oder Mail ehlers.pellworm@freenet.de.

Natürlich können die Freundinnen auch herrliche gemeinsame Spaziergänge am Meer entlang und über die Insel sowie abwechslungsreiche Radtouren unternehmen. Ein einmaliges Erlebnis für alle Pellwormbesucher ist zudem eine geführte Wattwanderung. Sehr beliebt ist beispielsweise der Spaziergang über den Meeresgrund bis zum Heverstrom – das ist einer der größten Wattströme des Wattenmeeres. Hier finden sich oft seltene Meerestiere oder Muscheln. Organisiert wird das Ganze von der Schutzstation Wattenmeer.

Nun wird es Zeit für Bummeln, Kultur und Genuss. Auf der kleinen Einkaufsstraße Pellworms können die Freundinnen nach Herzenslust shoppen. Die zahlreichen Kunsthandwerker und Galerien auf der Insel freuen sich immer auf netten Besuch. Danach wird eine Pause in einem der wunderhübschen Inselcafés eingelegt oder in den Restaurants regionale Kost genossen. Auch die Kirchen und Museen der Insel sind einen Besuch wert.

Noch mehr Abwechslung wird Frau bei zahlreichen Schiffsausflügen geboten – beispielsweise zu den Halligen oder den Seehundsbänken. Zudem finden das ganze Jahr über viele Veranstaltungen statt, bei denen die Freundinnen mit Einheimischen und anderen Urlaubsgästen klönen, feiern und lachen können.

www.pellworm.de

Amrum: Drei Tipps für Freundinnen

Die Kinder von Sabine Johannsen sind aus dem Haus, und jetzt vermietet die Amrumerin eine Haushälfte als Urlaubs-WG nur für Frauen. Im Obergeschoss drei Zimmer (ab 27 Euro pro Nacht), unten eine Küche mit Klönecke und TV, ein Bad mit Wanne und Gäste-WC. WLAN ist frei, und im Garten ist eine Ecke für die Mädels-WG reserviert – weiter Marschblick inklusive. Im vorderen Hausteil betreibt die Besitzerin den einzigen Second-Hand-Laden der Insel und ist als Ansprechpartnerin immer vor Ort. Infos: onlinebuchen.amrum.de oder Kontakt: 04682/617.

Auch im Inselhotel von Kerstin Jöns treffen sich gern Frauen, nicht nur zu besonderen Anlässen wie dem „Frauenzimmer“-Programm im Herbst mit Get Together, sechs Übernachtungen, gemeinsamen Wanderungen, Leuchtturmbesichtigung und Abendessen. Pro Person ab 630 Euro. Infos: www.mein-inselhotel.de.

Das Ende des 18. Jahrhunderts erbaute Haus Eckart im Hafenort Wittdün hat schon allein wegen des Seminarprogramms – viel Achtsamkeit, Atmen und Yoga – viel Frauenbesuch. Zweimal im Jahr, im Sommer (14.07.-01.09) und während der Rauhnächte im November/Dezember öffnen sich die elf charmant-einfachen Zimmer auch für Nicht-Seminar-Teilnehmer. Preise ab 35 Euro. Zu den „Workcamps“ ist das Wohnen und Essen sogar frei, dafür bekommen die Betreiber Kanta und Maik von den Gästen Unterstützung rund ums Haus (25.02.-03.03. + 28.10.-03.11.). Infos: www.haus-eckart.de.

www.amrum.de

Mit maritimem Flair in den Hafen der Ehe einlaufen

Eine Eheschließung im heimischen Standesamt? Das ist vielen Liebenden heute einfach zu profan. Immer mehr Paare entschließen sich dazu, das Jawort an einem besonderen Ort zu zelebrieren. Erinnerungen an den ersten gemeinsamen Urlaub oder den ersten Kuss beim Sonnenuntergang am Strand – Gründe gibt es viele, einen Ort mit persönlichem symbolischen Wert auszuwählen. Sich umgeben von Wasser, Wind und Wellen die ewige Liebe schwören, das ist beispielsweise auf Deutschlands nördlichster Insel Sylt möglich.

Jawort auf dem Kutter

Der weiße Sandstrand, die blühende Heide- und Dünenlandschaft, die Wellen der Nordsee, die Weite des Watts: Romantische Orte finden sich etwa in List an der Nordspitze der Insel zuhauf. Wer möchte, kann hier sogar im wahrsten Sinne des Wortes in den Hafen der Ehe einlaufen – an Bord der „Gret Palucca“. Der ehemalige Fischkutter wurde liebevoll in ein Ausflugsboot umgebaut und sticht heute auch mit angehenden Eheleuten in See. Die standesamtliche, maritime Trauung auf dem 25 Meter langen Kutter mit seinem urigen Charme können bis zu 50 Gäste begleiten. Mit festem Boden unter den Füßen können sich Paare ebenso auf dem Lister Ellenbogen das Jawort geben, in einer wild-romantischen Kulisse, die wie geschaffen ist für den schönsten Tag im Leben. Die kirchliche Trauung ist in List in der katholischen Kirche St. Raphael oder in der evangelisch-lutherischen Kirche St. Jürgen möglich. Die evangelische Pfarrerin Petra Hansen traut auf Wunsch sogar am Strand, gemeinsam steht dann die ganze Hochzeitsgesellschaft mit den Füßen in der Nordsee und lässt sich den Wind durch die Haare wehen. Unter www.list-sylt.de gibt es mehr Informationen und eine Kontaktmöglichkeit.

Ein Platz für die Liebe

Um den Elementen ganz nah zu sein, gibt es in Deutschlands Norden zudem einen festen Platz für die Liebe. Direkt am Lister Hafen mit Blick auf die Nordsee wurde ein großes metallenes Herz aufgestellt, an dem Sylt-Fans die ewige Liebe mit einem Liebesschloss besiegeln können. Wegen der starken Nachfrage hat die Gemeinde das Metallherz nun um drei Buchstaben ergänzt. Zusammen ergeben sie das Wort „Love“ – und bilden am malerischen Hafen den passenden Hintergrund für ein Kuss-Selfie mit dem Partner.

Sylt laufend entdecken

Einen Ortsbummel, eine Radtour oder auch eine geführte Wanderung durchs Watt, das zweimal am Tag trockenfällt – das hat wohl jeder Sylt-Urlauber schon einmal unternommen. Aber die Inselerkundung mit dem persönlichen Sportprogramm zu verbinden, das ist neu. „Sightseeing Run“ heißt der Trend, der auch auf Deutschlands nördlichster Insel Einzug hält. Begleitet von einem ortskundigen Guide können Läufer reichlich Kilometer machen und dabei ihre Fitness trainieren – obendrein erhalten sie noch viele Informationen zu Sehenswürdigkeiten und der Ortsgeschichte.

Inseltour mit Muskelkraft

Die erfahrene Läuferin und Personal Trainerin Gabriele Pechiny bietet den Sightseeing-Lauf regelmäßig in List auf Sylt, am nördlichsten Punkt des Eilandes, an. Naturerlebnis und Wissenswertes zur Dorfgeschichte vermittelt sie den Urlaubern gerne auf schweißtreibende Art. Die 90-minütigen Touren führen auch zu Geheimtipps und abgelegenen Plätzen, ebenso sind individuelle Touren möglich. Geeignet ist die sportliche Ortsbesichtigung im Laufschritt für alle Personen, die gut eine zehn bis zwölf Kilometer lange Laufstrecke bewältigen können. Tickets gibt es ausschließlich vor Ort, Termine und mehr Informationen unter www.list-sylt.de. Hier ist auch das „Urlaubsmagazin 2018“ mit vielen weiteren Anregungen für einen unvergesslichen Urlaub an der Nordsee kostenfrei erhältlich.

Sportlich-aktiv auf dem Wasser

Gerade für Sportler hat List auf Sylt so einiges zu bieten – Weite und viel Natur inklusive. Nicht nur beim Lauftraining, sondern auch im Fahrradsattel lässt sich das Sightseeing individuell mit dem Training kombinieren. Erst recht auf ihre Kosten kommen alle Wassersportler, etwa die Kite-Surfer, die sich mit Vorliebe an der Lister Westküste tummeln. Direkt an der offenen Nordsee sind stets eine frische Brise und Brandung vorhanden. Und wer sich gerne per pedes bewegt, kann auch die Lister Wanderdünen erkunden. Bis zu zehn Meter pro Jahr legen diese zurück. Während der Saison starten ab List auf Sylt regelmäßig geführte Wanderungen. Maximal 25 Wanderer dürfen auf der zweieinhalb Stunden langen, exklusiven Tour dabei sein.

Naturerlebnis Dünenwanderung

Wo die Sandberge ins Wasser fallen, singt die Feldlerche. Der Norden von Sylt ist vielfältig und faszinierend – Dünen und Heide, Watt und Wasser gehen in einander über. Von der Aussichtsdüne reicht der Blick über das glitzernde Wasser des Königshafens, über Watt und Dünenlandschaft. Bevor es losging, rief der Rotschenkel, später singt die Lerche, dann brummt was; erst die Melodie des Meeres, dann die Lieder der Heide – und zum Schluss eine Halluzination? Es geht in die Dünen des Listlandes, auf kleinen Trampelpfaden in eine wundersame Welt. Karg, einsam und schaurig-schön.

„500 Besucher dürfen pro Jahr an der geführten Wanderung zum Fuß einer Wanderdüne teilnehmen“, sagt die Wanderführerin Ute Pausch. „Das ist aus naturschutzfachlicher Sicht vertretbar und zugelassen.“ Es ist ein exklusives Vergnügen in einer in Deutschland einmaligen Landschaft. „Dies sind die drei letzten, großen Wanderdünen in der Bundesrepublik und bis vor hundert Jahren prasselte der Sand durch den Ort“, sagt Ute Pausch.

Und wer in die Dünen geht, der wird sich wundern: Da steht hüfthohes Gestrüpp. Auf den ersten Blick. Auf den zweiten: „Das ist ein einziger Baum, die Kriechweide – sie wächst bodennah“, sagt Ute Pausch und erklärt diesen bizarren Bonsai. Später lässt sie saftig-säuerliche Krähenbeeren probieren, rät aber von den Rauschbeeren dringend ab („… das gibt keinen Rausch, könnte aber mit Kopfschmerzen enden…“). Wir suchen Sonnentau und bekommen dabei nasse Füße in den ersten Ausläufern der Dünen. Am Himmel steht ein Turmfalke und darunter breitet sich eine wilde Welt aus. Sandzungen lecken am Bohlenweg, früher war der ganze Ort bedroht, heute nicht mehr, und „…unten in Rantum war die Kirche von den Wanderdünen so bedrängt, dass die Leute nur noch durch die Fenster hineinkamen.“

Ute Pausch folgt einem Trampelpfad, erst windet sich der Weg durch die Heide, dann rücken erste Dünen ran. Hier umgibt den Wanderer schnell eine schöne Stille. Auch der beständig wehende Wind hält in diesen Dünentälern inne. Zu hören sind ein sporadisch verhaltenes Zirpen und Brummen sowie die, manchmal süßen, manchmal seltsamen, Laute ferner Vögel. Gerät man an eine Stelle, an der der Wind den Sand über den Dünenkamm treibt, kann man – stürmische Böen an einem solchen Tag vorausgesetzt – ein leises Prasseln und Knistern hören. Dann, und nur dann, beginnen die Dünen zu wandern. „Erst ab einer Windgeschwindigkeit von mehr als 18 Stundenkilometern fangen die Dünen an, sich zu bewegen“, erklärt Ute Pausch, „bei starkem, anhaltendem Sturm können sie schon mal einen Meter vorrücken, im Schnitt wandern die Dünen aber nur drei bis vier Meter pro Jahr. Als maximale Geschwindigkeit haben wir bislang zehn Meter pro Jahr festgestellt.“

Am Ziel dieser Tour, dem Fuß einer der Wanderdünen, haben Wissenschaftler einen festen Fotostandort aufgestellt, um den Fortgang der Dünen zu dokumentieren. „Bei gleichbleibender Geschwindigkeit würde diese Düne List in ungefähr 250 Jahren erreichen“, sagt Ute Pausch. Der Sand, der hier übers Listland wandert (unaufhaltsam, wenn nicht durch Bewuchs oder Verbauung gestoppt), stammt von der Westküste. Trockenfallender Sand wird vom beständigen Westwind auf die Reise geschickt. Körnchen um Körnchen bauen sie sich zum gewaltigen Sandberg auf, der – wenn der Mensch nicht eingreift – in ein paar Jahrhunderten im Osten wieder ins Wasser fällt. Und weil der Mensch Wanderdünen meist stoppt, ist diese Landschaft sehr selten geworden. Und mit ihr eine sonderbare Gesellschaft.

Am Fuß der Düne ist ein Tümpel, Wollgras wippt im Wind und Reet raschelt. Das Wasser ist bereits zur Hälfte von der Düne zugeschüttet, puderfeiner Sand rinnt durch die Finger. Sandzungen umfließen Büschel mageren Grases, verschlingen alles, was im Weg steht. Dies ist die Vorhut der gewaltigen Sandberge, die sich ein paar Meter weiter westlich in den Himmel türmen. Nach Osten reicht der Blick durch ein vom Wind leergefegtes Tal. Das „Ellenbogen-Tal“ liegt zwischen zwei Dünenzügen, bewachsen mit Heide und mit weiteren Tümpeln darin. „In den Dünen des Listlandes lebt eine der größten Populationen der Kreuzkröte“, sagt Ute Pausch. Ausgerechnet Kröten im Sandland. Ohnehin lohnt es sich, in dieser wüsten Welt genauer hinzuschauen – bunt-schillernde Libellen stehen über dem Wasser, Schmetterlinge tanzen durch das seltsam flirrende Licht. Es riecht nach dem nahen Meer, nach Sandstaub und nach wildem Thymian.

Man spürt die Kühle des nahen Meeres und steht in der Schwüle naher, stiller Tümpel oder vor der staubigen Trockenheit an Dünenhängen. Nicht nur überraschend, sondern eine Welt auch voller Gegensätze. Zwischen den Dünen und in den Tälern liegt die drückende Stille eines sonnigen, langen Nachmittags. Es ist eine karge Weltverlorenheit und schaurig, wenn der spukhafte Schatten einer Sumpfohreule vorüber huscht oder gespenstisches Knattern und Grummeln, gleich einem leisen Motor, zu hören ist. Ganz leise nur und unbegreiflich, irgendwo unortbar. Das sind übrigens die Kreuzkröten. So unsichtbar sind sie wie die Kreuzotter, die längst verschwunden ist und verborgen bleibt, wie so vieles hier. Ihre Spur auf dem Sand aber kann man erkennen, ganz kurz nur. Dann nimmt der Wind diese Notiz mit fort auf seinem unendlichen Weg. Und ein paar Sandkörner wehen vorüber. Bis irgendwann alles wieder ins Wasser fällt.

Die öffentlichen Führungen, p.P. 19,-€, beginnen im April und finden bis in den Oktober statt. Ist das von der Unteren Naturschutzbehörde zugelassene Führungs-Kontingent erschöpft, ist Schluss. Karten sind in der Kurverwaltung List und im Erlebniszentrum Naturgewalten erhältlich, sowie in allen insularen Vorverkaufsstellen. Eine Onlinebuchung ist über den Veranstaltungskalender unter www.list-sylt.de möglich.

Nordseeküste statt Kamelle

„Tschüss Karneval – moin Nordseeluft!“ heißt es wohl auch in diesem Jahr wieder für zahlreiche Karnevalsmuffel aus den Metropolen an Rhein, Main und Neckar: Seit Jahren verzeichnen die Urlaubsorte entlang der niedersächsischen Nordseeküste steigende Übernachtungszahlen rund um die „tollen Tage“. Im Nordseeheilbad Norden-Norddeich finden schunkelgeplagte Karnevals-Ausreißer dabei weit mehr als nur Natur: Ein originelles Veranstaltungsprogramm will Kurzurlaubern eine Prise ostfriesische Gelassenheit mit auf den Heimweg geben – und das bereits zum fünften Mal.

Hier, nur knapp dreieinhalb Autostunden entfernt von Karnevalshochburgen wie Braunschweig oder Düsseldorf, finden sich Kamelle und Konfetti allenfalls in den Auslagen der großen Handelsketten wieder. Kein Wunder: „Der Ostfriese an sich ist ein ruhiger Geselle und hat mit Schunkeln, Funken und Tamtam eher weniger am Hut“, weiß Norddeichs Tourismus-Chef Armin Korok. Um genau diese von Natur aus norddeutsch-entspannten „Auszeit-Profis“, ihre eigentümliche Kultur und ihre raue, aber irgendwie doch reizvolle Heimat geht es dann auch im Rahmen des Veranstaltungsprogramms, das man in Norddeich bereits zum fünften Mal in Folge mit wechselnden Angeboten auf die Beine stellt.

Klasse Küste statt olle Kamelle

Dass sich hinter den rund 25 Veranstaltungen unter dem Motto „Klasse Küste statt olle Kamelle“ dabei alles andere als eine unvermeidbare Zwangsbespaßung verbirgt, betont Armin Korok: „Natürlich steht für unsere Gäste in dieser besonderen Zeit das Naturerlebnis in Ostfrieslands rauer Winterlandschaft an erster Stelle: Durchatmen im vitalisierenden Reizklima, am Meeresstrand spazieren gehen, das Auge ins weite Land schweifen lassen und auch den Ohren eine Auszeit gönnen. Wer danach allerdings noch neugierig auf ein bisschen mehr ist, dem werden wir uns in Norddeich so präsentieren, wie Ostfriesland ist: ungeschminkt, oftmals leise, vor allem aber entspannt und natürlich“, so der Tourismus-Experte.

Da führt eine alteingesessene „Dieksterin“ auch schon einmal in die durchaus fingerfertige Kunst des Krabbenpulens ein, erklären gestandene Deichbauer auf unterhaltsame Weise, warum Ostfrieslands „grüner Berg“ weit mehr ist als ein Laufsteg für Schafe und Wellenwanderer – oder laden Gitarrenklänge zu „Musik bei Kerzenschein“ in ein Gotteshaus der etwas anderen Art: die Norder Mennoniten-Kirche.

Ostfriesland erleben und Gutes tun

Neben dem Anspruch, authentisch ostfriesisch zu sein, eint das Groß der angebotenen Führungen und verschiedenen kulturellen Angebote noch eine zweite, sehr norddeutsche Begleiterscheinung: Wie bereits im Vorjahr, so soll ihr Reinerlös auch 2018 wieder vollständig den Seenotrettern der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffsbrüchiger (DGzRS) zugutekommen. „Die Menschen in Ostfriesland leben an, auf und mit dem Meer. In Norddeich sind die Seenotretter mit einer eigenen Station und dem Rettungsboot „Wilma Sikorski“ tagtäglich für Gäste und Einheimische im Einsatz. Mit dem Programm, an dem erneut viele engagierte Ostfriesen, Vereine und Institutionen mitwirken, wollen wir auch hierfür ganz herzlich Danke sagen und hoffen deshalb auf viel Unterstützung durch unsere Gäste“, erklärt Armin Korok.
Der Norddeicher Touristiker versichert, dass sich Karnevalsmuffel dabei schon bei der Buchung ganz entspannt zurücklehnen können: „Die Auszeit von der Hektik der tollen Tage soll schließlich bereits zu Hause beginnen – deshalb unterstützen die Mitarbeiter unserer Unterkunftsvermittlung gerne bei der Suche nach der passenden Bleibe für eine garantiert pappnasenfreie Karnevalswoche.“

Daten:

Freitag, 09.02.2018: 11:00-19:30 Uhr
Samstag, 10.02.2018: 10:00-18:00 Uhr
Sonntag, 11.02.2018: 11:00-19:30 Uhr
Montag, 12:02.2018: 09:00-14:00 Uhr

Biikebrennen 2018 an der Nordsee

Auf den nordfriesischen Inseln, Halligen und dem Festland brennen rund 50 Biikefeuer

Wenn am 21. Februar die Dämmerung über Nordfriesland einsetzt, sind sie allerorten wieder zu sehen: die Biikefeuer. Mit dieser jahrhundertealten Tradition wird alljährlich an der Küste, auf den Halligen und Inseln der Winter vertrieben. Insgesamt werden rund 50 Biikefeuer entzündet.

Die Biike (Sylter Friesisch für „Feuerzeichen“) war ursprünglich ein heidnisches Ritual, mit dem bereits vor 2.000 Jahren die bösen Geister des Winters vertrieben wurden. Von diesem Ursprung hat sich teilweise der Brauch in Nordfriesland erhalten, eine Strohpuppe mit zu verbrennen. Seit 2014 ist das Biikebrennen im nationalen Verzeichnis der immateriellen Kulturgüter enthalten.

Bis heute sind die Einheimischen beim Biikebrennen, dem ältesten nordfriesischen Brauch, mit Begeisterung dabei. Bereits Wochen vorher sammeln die Konfirmanden in einigen Orten Holz und Reisig, auch friesische Vereine und die Restaurants bereiten sich auf diesen Tag vor. Denn wenn das Biikefeuer heruntergebrannt ist, wird es gemütlich und man trifft sich zum deftigen Grünkohlessen mit Kasseler, Schweinebacke und süßen Kartoffeln in den Gaststuben. Teepunsch und Grog gehören selbstverständlich auch dazu.

Viele Veranstaltungsorte des Biikebrennen 2018 finden sich auf www.nordseetourismus.de/biikebrennen-nordsee

die Nordseeinsel Amrum in ihrer ganzen Idylle genießen

Der riesige und atemberaubende Kniepsand an der Meeresseite im Westen, die Dünenlandschaften mit Tausenden von Seevögeln, die Nordsee im Wechsel der Gezeiten, und in der Inselmitte die Geest mit Wald und Heideflächen: Wer diese Idylle besonders intensiv genießen will, sollte bereits im Frühjahr Amrum besuchen. Nun findet man hier an frischer Luft noch Ruhe zur Erholung, bevor es in der Hauptsaison dann deutlich trubeliger wird. Am nördlichen Ende der Insel bei Norddorf beginnt die wohl beliebteste Wattstrecke der Welt, auch im Frühjahr kann man sie bereits begehen: sieben Kilometer durch den Meeresschlick bis hinüber zur Nachbarinsel Föhr.

Die Strecke führt überwiegend über angenehm zu laufende Sandwatten. Allerdings steht selbst bei Ebbe in den Prielen das Wasser bisweilen fast hüfthoch. Ohne einen ortskundigen Wattführer sollte deshalb niemand diesen Ausflug unternehmen. Die Wattwanderung dauert etwa zweieinhalb Stunden, von Wyk auf Föhr geht es mit der Fähre zurück nach Amrum. Für Kinder unter zwölf Jahren ist die Wattwanderung nicht geeignet. Eine weitere Sehenswürdigkeit ist der Leuchtturm in den Dünen zwischen Wittdün und Nebel. Seit Ende des 19. Jahrhunderts hilft er den Schiffen, ihren Weg zu finden. Es lohnt sich besonders kurz vor Sonnenuntergang, die 297 Stufen hoch zu steigen. Oben eröffnet sich dann ein einzigartiger Rundblick.

Osterfeuer und Sonnenwendfeier

Auch das Brauchtum wird auf der Nordseeinsel intensiv gepflegt, Einheimische und Gäste dürfen sich beispielsweise am 31. März auf das Osterfeuer am Nebeler Strand freuen, das Entzünden ist eine jahrhundertealte Tradition. Ein anderes Highlight ist die Sonnenwendfeier am 21. Juni, dann wird der Nebeler Strand wieder voll mit Inselvolk und Urlaubern sein. Hier gibt es Friesenfrauen in Tracht zu bestaunen: gekleidet in Schwarz und Weiß mit wertvollem Silberschmuck. Die Gewänder und der Schmuck werden von Generation zu Generation weitergegeben. Alle Informationen zur Insel Amrum und zu den vielen Veranstaltungen gibt es unter www.amrum.de und unter der Telefonnummer 04682-94030.

Ab April Campen in den Dünen

In traumhafter Lage, mitten im Naturschutzgebiet „Amrumer Dünen“, liegen auf Amrum zwei Campingplätze, einer davon ist den Freunden der Freikörperkultur vorbehalten. Ganz in der Nähe, am Kniepsand vor der Amrumer Westküste, rauscht die Brandung an den Strand, hier spielt sich im Sommer das Badeleben ab.
Die Weite und Breite des Strandes bieten viel Bewegungsfreiheit für Badende mit Textil sowie für FKK-Anhänger. Die Campingplätze eröffnen bereits am 1. beziehungsweise 15. April (FKK-Platz), Informationen gibt es unter www.amrum-camping.de und unter www.fkk-zeltplatz-amrum.de.

Nordseeküste Schleswig-Holstein

Wer die Nordseeküste Schleswig-Holstein entdecken will, darf sich auf Weite und Ruhe, aber auch auf unzählige Möglichkeiten zum Aktivsein freuen. Auf den Inseln und dem Festland kann man abschalten und entschleunigen – schnell kehrt aber auch die Lust auf Bewegung an frischer Nordseeluft zurück. Zu bestaunen gibt es Seehunde und Kegelrobben, kilometerlange Sandstrände und den Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer, ein 4.400 Quadratkilometer großes Naturreservat mit rund 10.000 Tier- und Pflanzenarten.

Urlaubsglück für alle

Sein Urlaubsglück findet man allein oder zu zweit in Büsum – der „Glücksplatz“ mit Blick aufs Watt ist ein überdimensionaler weißer Holzstuhl. Im Schlafstrandkorb lässt sich sogar eine ganze Nacht am Strand verbringen. Und wo nur wenige Stunden zuvor das Nordseewasser meterhoch rauschte, geht es mit qualifizierten Führern zu Fuß stundenlang durch das Wattenmeer in Richtung Insel, Hallig oder Sandbank.

Auch Pedalritter kommen auf ihre Kosten: Auf dem Nordseeküsten-Radweg etwa kann man mit Rückenwind kilometerweit am Deich entlang radeln. Am Wegesrand geht der Blick auf gemütlich grasende Schafe, passiert werden Felder, Wiesen und malerische Hafenstädte. Der lange Weststrand von Sylt, der Kniepsand vor Amrum oder der Strand von St. Peter-Ording laden zu ausgedehnten Strandwanderungen ein. Alle Informationen und einen kostenlosen Urlaubsplaner gibt es unter www.nordseetourismus.de und unter Telefon 04841-89750.

Mit Bewegung an der frischen Luft werden Körper, Geist und Seele gestärkt. Auf aktive Urlauber warten vielfältige Möglichkeiten – von Reiten über Beachvolleyball bis hin zu Wassersport wie Kite- oder Windsurfen, Wellenreiten und Katamaransegeln. Dazu kann man Spitzensportlern bei ihren spektakulären Aktivitäten zuschauen – etwa den Reitern bei den German Polo Masters in Keitum auf Sylt Anfang August oder den weltbesten Surfern beim Windsurf World Cup vor Sylt Ende September/Anfang Oktober. Malerisch geht es bei der Kutterregatta im Juli in Büsum und im August bei der Börteboot-Regatta auf Helgoland zu.

Geschmackvolle regionale Küche genießen

Nach den Aktivitäten an der frischen Seeluft geht es abends in eines der vielen Strandbistros, Landgasthöfe oder Spitzenrestaurants. Sylter Austern, Büsumer Krabben, Helgoländer Hummer und frischer Fisch aus der Nordsee, zartes Fleisch von den Deichlämmern oder Raffiniertes rund um den Kohl – die Küstenköche verwandeln frische Zutaten in eine geschmackvolle regionale Küche. Genießen kann man die Spezialitäten etwa bei den Nordfriesischen Lammtagen, beim „Soul Kitchen Festival“ Mitte September oder bei den Dithmarscher Kohltagen ebenfalls im September.

Die ruhige Zeit an der Nordsee genießen

Eine Woche Winterurlaub an der Nordsee kann sich in Hinblick auf den Erholungseffekt mit zwei Wochen im Sommer locker messen. Wer frische Kräfte tanken und dabei entschleunigen möchte, wird diese Jahreszeit besonders schätzen. An beliebten Urlaubszielen wie etwa dem Nordseebad Otterndorf geht es jetzt deutlich entspannter, familiärer und gemütlicher zu als während der trubeligen Wochen im Sommer. Die frische Brise und die klare Winterluft tun Körper und Seele gleichermaßen gut. Und Langeweile wird auch in der vermeintlich stillen Nebensaison nicht aufkommen: Für Abwechslung und viel Programm vor und hinter dem Deich ist gesorgt.

Aktiv vor und hinter dem Deich

Keineswegs nur Allergiker wissen die reine, jodhaltige Luft zu schätzen. Gerade rund um Otterndorf kann man sich bei langen Spaziergängen entlang des Deichs eine ordentliche Portion davon gönnen, auch beim Nordic Walking oder Joggen kommen Aktive auf ihre Kosten. Und selbst vor den Deich, auf das Terrain des Wattenmeeres, können sich Urlauber im Winter wagen: Regelmäßig gibt es geführte Wattwanderungen, die faszinierende Natureindrücke und unzählige Fotomotive bieten. Warme Kleidung und Gummistiefel oder anderes festes Schuhwerk sind bei diesen Touren ein Muss, wenn bei jedem Schritt der frostige Schlick knirscht. Mehr Tipps und Informationen, auch zu Unterkünften von der gemütlichen Pension bis zum alleinstehenden Ferienhaus für die ganze Familie, gibt es unter www.otterndorf.de oder telefonisch bei der Tourist-Information unter 04751-919131.

Aufwärmen und entspannen

Nach Aktivitäten an der frischen Luft tut es gut, sich aufzuwärmen. Viele der gemütlichen Cafés und Restaurants in der Otterndorfer Innenstadt sind auch im Winter geöffnet. Bei frostigen Außentemperaturen schmeckt ein „Grog“ – bestehend aus Rum, Zucker und heißem Wasser – erst so richtig gut.
Mit warmen Temperaturen verwöhnt die großzügige Saunalandschaft der Sole-Therme. Und auch Kindern wird beim Winterurlaub an der Nordsee nicht langweilig: Sie können in der Badelandschaft abtauchen oder ganzjährig in der Spiel- & Spaß-Scheune toben.

Die Halligen im Wattenmeer

Hinter dem Deich ist noch nicht Schluss, hinter dem Deich liegen das Wattenmeer und die wundersame Welt der Halligen – weltweit einzigartig. Diese Halligen sind kleine Flecken Land in der Nordsee im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer (gehören allerdings nicht zum eigentlichen Schutzgebiet). Weit weg vom Rest der Welt und drum herum Naturschönheiten, die ihresgleichen suchen. Und das Watt selbst ist ein Raum des Wandels und des Übergangs; amphibisch – nicht mehr Land, noch nicht Meer. Vielfältig, faszinierend und ein Freiraum, um Neues und Spannendes zu entdecken und zu genießen. Mit allen Sinnen Natur erleben. Nicht nur mittendrin sein, sondern auch mit ihrem Rhythmus leben: Das bieten Halligen im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer – und die Nationalpark-Partner dort heißen Sie herzlich willkommen!

Die Reise kann gut in Breklum nahe Bredstedt beginnen. Vor den Halligen und schon abseits vom alltäglichen Getöse liegt das Christian Jensen Kolleg, ein ökumenisches Tagungszentrum. In den schönen Zimmern, modern und in nordischer Klarheit eingerichtet, kann jeder Gast übernachten, auch ohne Kolleg-Programm. Es ist ein schöner Ort, um in Richtung UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer und auf die Halligen zu starten. Es gibt – und das ist eine angenehme Ausnahme – keine Fernsehgeräte auf den Zimmern, dafür einen Park zum Spazierengehen. Das Kolleg ist auch ein Ort zum „Runterkommen“, ein Platz, so Geschäftsführer Stefan Schütt, um „…für die Seele Sorge zu tragen“.

Das Christian Jensen Kolleg ist Nationalpark-Partner und in bester Gesellschaft. Von hier aus kann es also losgehen. Zum Beispiel mit der Nationalpark-Watt- und Gästeführerin Christine Dethleffsen zur Hallig Südfall. Oder zur Hamburger Hallig radeln und dort hervorragend essen. Oder von Schlüttsiel aus mit Kapitän Petersen ins Wattenmeer und zu den Halligen fahren. Nach einer Nacht im Kolleg ist man entschleunigt, frei vom Getöse und bereit für diese Reise. (www.christianjensenkolleg.de)

Nationalpark-Watt- und Gästeführerin Christine Dethleffsen sammelt die Gruppe auf dem Deich von Fuhlehörn / Nordstrand. Sieben Kilometer weiter westlich schimmert die Hallig Südfall im Wattenmeer, das Ziel der heutigen Tour. Die Menschen marschieren dem ablaufenden Wasser hinterher. Links ist im Dunst die Halbinsel Eiderstedt zu erkennen. Zweieinhalb Stunden dauert der Gang über den Meeresboden – und führt entlang einer sagenhaften Siedlung, einst Rungholt genannt. Untergegangen in einer mörderischen Orkanflut vor sieben Jahrhunderten und noch heute seltsam lebendig, wenn man den Geschichten von Nationalpark-Partnerin Christine Dethleffsen lauscht und auf die Zeugnisse dieses untergangenen Landes achtet.

Noch immer eilt das Wasser in den Prielen des Wattenmeeres der Nordsee mit seltsam starkem Zug hinterher, „…bei Flut steht das Wasser hier zwei Meter hoch.“ Es ist ein schaurig-schönes Gefühl, dort unterwegs zu sein, wo der Mensch eigentlich nicht hingehört. Eine Ödnis auf den ersten Blick, tatsächlich jedoch einer der produktivsten Lebensräume der Erde. Christine Dethleffsen möchte auch das Kleine zeigen auf dieser Tour. Keine Frage, Robben und Seehunde sind schön und spektakulär, sind Sympathieträger, auch deshalb kommen Besucher in den Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer. Und der Wattwurm, der Krebs? „…sind genauso wichtig. Und sicher nicht weniger interessant. Ich möchte euch auf dieser Tour auch die so genannten Small Five zeigen, wir nennen sie so nach dem Vorbild der berühmten Big Five der Safaris.“

Sagt es und hebt was auf. Als da wären: die Kleinen auf der großen Bühne – Krabbe und Krebs, Wattwurm und Wattschnecke, die Herzmuschel. Christine Dethleffsen erklärt und das macht neugierig. „Ich möchte meine Gäste sensibilisieren für das vermeintlich Unspektakuläre. Alles ist interessant!“ Ganz sicher ist es das, wenn Experten wie die Nationalpark-Partner hinführen. Sie sammelt die Gruppe kurz vor der Hallig eng zusammen. „So, und jetzt gehen wir hier schnell durch und trödeln nicht ´rum. In der Wiese leben Regenpfeifer und Seeschwalben – da müssen wir nicht unnötig stören.“ Und schließlich warten Gunda und Gonne Erichsen, die beiden Halligwarte und einzigen Bewohner, schon mit Kaffee und Kuchen.

Die Sommerabende an der Nordsee sind lang und die Gruppe macht sich auf den Heimweg. „Das ist meine liebste Zeit“, sagt Christine Dethleffsen, „alles wird ruhig im Watt und die Sonne zaubert ein sanftes, warmes Licht. Am schönsten sind die Wattführungen mit Sonnenuntergang – dann sind wir auch ganz allein im Watt.“ Ein tiefer Frieden, eine umarmende Stille. „Seid mal still und macht die Augen zu. Was hört ihr? Was riecht ihr?“ Es gibt nur eine Möglichkeit, dies herauszufinden: man muss hin in diesen großen, weiten Raum, sich öffnen und entdecken. (www.watt-wandern.de)

Entdecken lässt sich diese Nationalparkregion auch kulinarisch – also mit allen Sinnen erleben. Mit dem Fahrrad kann man von Nordstrand prima nach Norden radeln, vom Deich reicht der Blick weit hinaus auf das Wattenmeer, über die See. Der Wind weht den Geruch von Schafen, Wiese und Nordsee vorüber. Dann ist der Abzweig zur Hamburger Hallig erreicht. Der Weg führt hinunter in die Salzwiese und vier Kilometer weit in die scheinbare Unendlichkeit. Am Ende des Weges erhebt sich ein reetgedecktes Haus, strahlt mit weißgekalkten Wänden vor dem Sommerhimmel. Eine Parade Fahrräder lehnt am Geländer, Besteck klappert, verhaltenes Stimmengewirr. Willkommen auf der Hamburger Hallig, willkommen im „Hallig-Krog“.

Die Anfahrt hierher lohnt sich nicht nur wegen der Natur oder der einzigartigen Lage im Weltnaturerbe Wattenmeer, der „Hallig-Krog“ selbst ist einen Ausflug wert. Erik Brack, im wahren Wortsinn ausgezeichneter Koch und neugierig dazu, arbeitet handwerklich auf höchstem Niveau – und am liebsten mit dem, was die Region anbietet; das ist Garant für guten Genuss. „Der Gast erwartet hier eher Brathering als Dorade. Er erwartet regionale Zutaten und nicht solche aus der ganzen Welt. Ich mache mir Gedanken, was ich mit dem anfangen kann, was hier vor Ort wächst“, sagt der Nationalpark-Partner. Und das ist eine Menge mehr, als man denkt.

Ein kreativer Koch und eine vielfältige Natur – mehr braucht es nicht, um auf eine kulinarische Entdeckungsreise zu gehen. Knackiger Tang etwa, bezogen aus entsprechenden Zuchtbetrieben, ist ein wohldosierter Bestandteil neben Blattsalaten, Krabben und Dinkelbaguette. Er schmeckt leicht nach Jod und nach Meer (aber nicht nach Fisch); er schmeckt so, wie eine kräftige Brandung riecht. Mal etwas anderes, sehr authentisch.

Wer den Hallig-Krog schon lange kennt, freut sich, dass es den Klassiker Lammfrikadellen noch immer gibt. Apropos Lamm: „Wir räuchern Fleisch vom hiesigen Lamm über Heuschnitt vom Deich, damit wird es quasi parfümiert.“ Die Gerichte sind stimmig und spiegeln die Region wieder, das Ambiente im Krog ohnehin. „Stimmig ist auch die Nationalpark-Partnerschaft“, sagt Erik Brack, „das ganze Gefüge passt – ein schöner Ausflug, und vorher oder danach ein passendes Essen dazu!“ (www.hallig-krog.de)

Das Essen und dieser Ort mit dem Blick auf das „Halligmeer“ sind anregend und wecken die Lust auf weitere Entdeckungen im UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer. Zum nächsten Nationalpark-Partner ist es nicht weit. Kapitän Uwe Petersen steuert die „MS Rungholt“ von Schlüttsiel ins Wattenmeer, die beiden Halligen Gröde und Oland sind das Ziel. Immer deutlicher tauchen die Warften der Halligen auf – Hallig Habel links, Nordstrandischmoor und Hooge voraus, Langeneß steuerbords. Wind wühlt die See auf, es riecht nach Meer. Wer mag, kann sich ein Fernglas ausborgen und in dieses Vogelparadies blicken. Die Halligen, Watten und Sandbänke sind Rast-, Nahrungs- und Ruheplatz für Vögel. Zu sehen gibt es immer etwas und im Herbst und Frühling machen hier riesige Schwärme Station. Gucken und Staunen von der Reling aus. Dann entlässt Kapitän Uwe seine Gäste für eine Stunde auf die Hallig Gröde.

Später, alle sind nach dem Ausflug wieder an Bord, erklärt er, warum die Halligen, vom Umwelt- und Naturschutzgedanken einmal abgesehen, so wichtig sind: „Halligen sind Küstenschutz! Sie brechen die Wellen, nehmen der Nordsee bei Sturmfluten ihre zerstörerische Kraft.“ Der Seegang hat zugenommen, schnelle, kurze Wellen klatschen an den Rumpf. „Hier treffen sich zwei Strömungen, da wird die See schon mal rauer“, erklärt Petersen.

Zwei Strömungen trafen sich hier auch in den 1980er Jahren. „Als es damals um die Zusammenarbeit mit dem entstehenden Nationalpark ging, stellte sich doch für jeden Beteiligten die Frage: Was kann man machen und wie? Ich stehe hinter dem Naturschutzgedanken“, sagt der Kapitän, und ein wenig Stolz auf „seinen“ Nationalpark merkt man ihm an, wenn er von den Halligen und ihrer einzigartigen Natur erzählt. Oder von den Seehunden, zu denen er mit Gästen ebenfalls fährt, „Eine intakte Natur ist natürlich auch in meinem Interesse, deswegen achte ich darauf – das ist schließlich meine Heimat!“ Und deswegen ist auch Kapitän Uwe Petersen mit seiner kleinen „MS Rungholt“ Nationalpark-Partner.

Er steuert das Schiff in das enge Fahrwasser Richtung Hallig Oland, dort ist er geboren und aufgewachsen. Auch für diesen Besuch gibt Käpt´n Petersen Tipps, wieder gehen die Gäste auf eine kleine Entdeckerreise in die geheimnisvolle Halligwelt. „Eine Partnerschaft ist auch ein ständiger Prozess des Austauschens“, sagt Uwe Petersen, „wir können mitreden und mitgestalten.“ Und morgen geht es zu den Sandbänken vor Langeneß. Nur nicht zu nahe – denn da liegen die Seehunde und ruhen sich aus. Und wer wüsste besser wo, wie und wann als der erfahrene Kapitän; als der, der hier zuhause ist. Nationalparkpartner – eine Partnerschaft für Mensch und Natur. (www.halligmeerfahrten.de)

Ein solcher Ausflug in das einzigartige Naturwunder Wattenmeer ist faszinierend. Zu sehen und zu erleben, das dürfte jetzt klar sein, gibt es genug – und gute Gründe, zur Hallig Hooge zu fahren. Das Wattenmeer ist auch deshalb zum Nationalpark erklärt worden, weil es für den Vogelzug von zentraler Bedeutung ist. „Jeden Frühling und Herbst rasten im gesamten Weltnaturerbe Wattenmeer zehn bis zwölf Millionen Zugvögel. Das Wattenmeer produziert eine enorme Menge an Biomasse, für die Vögel eine unersetzliche Nahrungsgrundlage während ihres Zuges. Das Wattenmeer mit seinen ungestörten Räumen ist gewiss ein Rast- und Ruheplatz; es ist aber vor allem ein Ort, um sich satt zu fressen“, erklärt Michael Klisch. Er leitet den Standort Hooge der Schutzstation Wattenmeer: ein Ort zum Erfahren und zum Erleben. Jedes Jahr verbringen dort mindestens fünf junge Leute ein freiwilliges Jahr. Motiviert und leidenschaftlich führen sie Besucher ins Watt, in den Nationalpark hinaus und, zum Beispiel beim Blick durch das Mikroskop, in die Welt des Wissens hinein. Wattwurm & Co. werden schnell übersehen, ohne sie gäbe es jedoch kein Watt und keinen Stopover beim Vogelzug an der Nordseeküste.

Der Nationalpark Wattenmeer in Schleswig-Holstein ist aus jeder Perspektive pure Faszination. Wer das Watt im Großen wie im Kleinen entdecken möchte, ist bei erfahrenen Nationalpark-Partnern wie der Schutzstation Wattenmeer bestens aufgehoben. Und warum? Abseits vom Fachwissen hat Michael Klisch einen ganz einfachen, ehrlichen Grund: „Wir sind von der Natur reich beschenkt, das möchten wir gern teilen!“ Und es lohnt sich, dieses Angebot anzunehmen: „Wir wollen heute zwei Stunden in das Wattenmeer hinausgehen“, sagt Niclas Niederdrenk. Der junge Mann verbringt seinen Bundesfreiwilligendienst bei der Schutzstation Wattenmeer auf Hooge und möchte heute die Gäste mit der Vogelwelt bekannt machen. „Wir haben im Wattenmeer das ganze Jahr eine große Zahl an Vögeln und Arten, hier gibt es immer etwas zu sehen“, weiß Niclas und es geht los. Über den Sommer kann man zum Beispiel Säbelschnäbler und Sandregenpfeifer beobachten – die sind jetzt als Brutvögel hier. „Und im Frühjahr und Herbst sieht man große Schwärme an Knutts und Alpenstrandläufern, wie sie gemeinsam ihre Formationen fliegen.“

Auf einer Sandbank trippeln gesellige Vögel hin und her; schwarz-weißes Gefieder, orangeroter Schnabel, rote Beine. „Das sind Austernfischer“, erklärt Niclas. Vogelfaszination zu jeder Zeit. Niclas hat noch etwas: „Mit Glück können wir hier im Nationalpark ein tolles Naturschauspiel sehen: wenn ein Schwarm Goldregenpfeifer bei tiefstehender Sonne sein Himmelsballett aufführt und in das passende Licht gerät, dann schimmert der ganze Schwarm wie Gold!“ Und die Gäste geraten bei tiefstehender Sonne ebenfalls ins Schwärmen, weit draußen im UNSECO-Weltnaturerbe Wattenmeer. www.schutzstation-wattenmeer.de/unsere-stationen/hooge

Weitere Informationen:

Vögel kann man im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer das ganze Jahr über beobachten – die „Hoch“-Zeit allerdings ist die des Vogelzuges. Mit der Veranstaltungsreihe „Westküsten-Vogelkiek“ feiert die Nationalparkverwaltung gemeinsam mit verschiedenen Partnern dieses herbstliche Ereignis mit einer Vielzahl an Veranstaltungen. Vom 30. September bis 8. Oktober können Interessierte bei Führungen und Vorträgen, Ausflügen und Aktionen an der Festlandsküste und auf den Halligen die Geheimisse der Vogelwelt erkunden. www.westkuesten-vogelkiek.de

Urlaub bei den Nationalpark-Partnern: Seit 2003 werden im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer Partnerschaften vergeben. Ein Programm, das für die Zusammenarbeit zwischen der Nationalparkverwaltung, Gemeinden, Naturschutzverbänden und touristischen Betrieben der Region steht, die sich für den Nationalpark einsetzen. Die Küstenlandschaft und das UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer zu erhalten und sie den Gästen der Westküste erlebbar zu machen ist das Hauptziel der Partnerschaft. Mehr als 160 Partner – Hotels, Restaurants, Reedereien, Gästeführer und Co. – sind mittlerweile als Botschafter der Nationalpark-Idee unterwegs. Jeder Aufenthalt bei einem Nationalpark-Partner unterstützt daher den Schutz dieser einzigartigen Naturlandschaft. Denn: Sie l(i)eben das Wattenmeer. www.nationalpark-partner-sh.de