Geführte Wattwanderungen von Hallig Hooge nach Pellworm

Da drüben, das ist Pellworm. Der frühe Morgen ist frisch, klar strömt das Licht über das Watt draußen in den Uthlanden. Eine Welt für sich; außendeichs, eine Handvoll Halligen und ein paar Inseln in der Nordsee. Gelegen im Wattenmeer, das zwei Mal am Tag untergeht und ebenso oft wieder auftaucht. Durchschnitten von den „Flüssen des Meeresbodens“; den Prielen, reißenden Strömen. Ein Limit zum Laufen und einziger Verkehrsweg für die Leute da draußen. Sie nehmen das Schiff. Und ja, man kann auch rüber laufen. An manchen Stellen, auf manchen Wegen. Durch das Watt. Einer fremden, faszinierenden Welt.

Von Hallig Hooge rüber nach Pellworm also, das ist der Plan für diesen Sommermorgen. Die Direkte ist nicht weit, deutlich ist der alte Kirchturm im Westen Pellworms und die Windmühle an der Nordküste zu erkennen. Nur die Direkte, die geht nicht. „Das Wasser, das zwischen Hallig Hooge, Pellworm und dem Festland hin und her strömt, fließt vor allem durch das Rummelloch – das ist einer der großen Priele hier bei uns im Wattenmeer“, sagt Michael Klisch, der die Gruppe Auserwählter heute hinüber führt. Die Priele verändern sich ständig, nie ist das Watt so, wie es eben, vor einer Woche oder vor einem Jahr gewesen ist. Die Priele und die Sandbänke – heute hier und morgen fort.

Die Strecke von Hallig Hooge nach Pellworm wurde vor einigen Jahren gegangen; ein gutes Stück Strecke zwar, aber nicht sonderlich schwer zu gehen. Nur, und das ist und war die alles entscheidende Frage – wo ist das Rummelloch und wie tief ist dieser Priel? Kommt man da durch? Wo kann es überhaupt lang gehen? Natürlich ist Michael Klisch, er leitet die Schutzstation Wattenmeer auf Hallig Hooge, die Strecke abgelaufen, bevor er Leute mit hinaus nimmt, er hat den langen, fast vergessenen, Wattenweg neu gelegt. Zu begehen ausschließlich mit ortskundiger Führung und niemals (!) allein – denn allein zu laufen, kann lebensgefährlich sein. Diese Strecke also ist wiederbelebt, denn diese Tour ist toll:

Es gibt viele und verschiedene Wattwanderungen an der Westküste und jede für sich genommen ist ein einzigartiges Erlebnis und ein Muss bei einem Besuch an der Nordsee. Es gibt kurze Touren für Familien und Jedermann, auf denen das Leben in dieser außergewöhnlichen Welt erklärt wird. Es gibt Touren von Insel zu Insel, Föhr – Amrum, die zu den großartigsten Urlaubserlebnissen an der Nordsee zählen. Und es gibt Sondertouren, die nur ein paar Mal pro Jahr angeboten werden – exklusive Erlebnisse weit weg vom Rest der Welt. Von Hooge nach Pellworm, das ist wieder eine solche Tour. Zwar windet sich das Rummelloch wohin die Naturgewalten es treiben – doch hinüber zu laufen, es zu umrunden; das geht im wahren Wortsinn.

Was macht diese Tour so außergewöhnlich? Es geht von Hallig zur Insel, das ist eine erste Besonderheit. Sie hat ein Ziel, das ist bei Wanderungen immer eine schöne Sache – man geht „wohin“, hat etwas vor Augen, das manche Mühe lohnt, man „kommt an“. Weiterhin: Es ist auch eine Reise in die Zeit zurück – in eine untergegangene Welt. Vernichtet und ertränkt in einer mörderischen Orkanflut vor ein paar Jahrhunderten – altes Kulturland; die Spuren und Erinnerungen sind oft zu sehen. Und natürlich: die kleine Schiffsreise zurück nach Hooge mit den Gebrüdern Hellmann und ihrem kleinen Schiff. Zwischendrin: viele Vögel und mit etwas Glück ein Seehund. Nur: das muss alles mit den Tiden zusammenpassen und deshalb ist dieses ein exklusives Vergnügen und seinen Preis wert. Wenn das Wetter auch noch mitspielt.

Heute Morgen passt alles, ein klarer Himmel spannt sich über Hallig und Wattenmeer, „…und der Wasserstand ist mit 30 Zentimetern weniger gemeldet. Das ist perfekt!“, sagt Michael Klisch, als er die Gruppe über die Steinbuhne an der Südküste in das Watt führt. Pellworm liegt zum Greifen nah, drei Kilometer direkt rüber, und Klisch führt der aufgehenden Sonne entgegen – und weg vom Ziel. Zuerst versinken die Schritte im Schlick, das ist vor dem festen Land oft so, da hier die Kraft des Wassers nachlässt und sich die feinen Sedimente ablagern können. „…aber keine Sorge, ein paar Schritte noch und wir laufen auf festem Sandwatt“, verspricht er und bald marschiert die Gruppe mit leichten, flotten Schritten auf dem Meeresboden. In einem großen Bogen auf das Ziel Pellworm zu, denn anders kommt man nicht rüber. Letzte Wasserflächen glitzern in der Sonne wie geschmolzenes Silber und vor der Küste von Pellworm strömt das Rummelloch der Nordsee hinterher. Es ist, wie auf jeder Wattwanderung, eine lange, sichere Zeitreserve vor Niedrigwasser, damit der kritische Punkt – der Priel – bei tiefstmöglichem Wasserstand passiert werden kann. Und die Gruppe mit einem sicheren Zeitpuffer unterwegs ist.

Die Sandbänke sind flach und kaum zu erkennen. Sie lagern sich ständig um, im Watt herrscht eine Dynamik, die die genaue Lage solcher Sandbänke und Priele im Ungefähren lässt. Das macht eine Tour so spannend; es ist immer wieder neu und es ist ein schaurig-schönes Gefühl von Ungewissheit. Und dazu eben das Erlebnis, doch hier sein zu dürfen. Unterwegs in einer Welt, in der vor siebenhundert Jahren Menschen lebten; sie Vieh weideten und Torf abgebaut haben. Sie hatten Brunnen und kleine Häfen, Wege und Deiche. Schleusenreste wurden gefunden, bäuerliche Gehöfte und kleine Kapellen. Ertrunken in zwei mörderischen Fluten im 14. und im 17. Jahrhundert.

Ein Schwarm Vögel fliegt auf und tanzt einen irren Tanz im Sommerhimmel als Michael Klisch zu einer sonderbaren, auffälligen Struktur führt – ein runder Kreis in ansonsten sanften, natürlichen Sandstrukturen. „Das ist der Rest eines Brunnens“, erklärt er, „die Wand wurde mit Torfsoden ausgelegt und stabilisiert.“ Wir sind längst in der untergegangenen Welt unterwegs. Hier war einst festes Land – und wer genau hinschaut, wird weitere Kulturspuren entdecken. Im Osten zum Beispiel sind lange, gerade Reihen zu entdecken, die niemals natürlichen Ursprungs sein können. „Vermutlich haben die Menschen hier früher Torf gestochen, das können die Gräben sein und der gelagerte Auswurf daneben.“ Den Torf haben die Leute damals abgebaut, um daraus wertvolles Salz zu gewinnen – und eine Theorie besagt, dass sie sich damit ihrem Untergang zügig entgegen gegraben haben. Spannend, zum Staunen. Und ein wenig schaurig, in dieser versunkenen Welt zu stehen.

Diese Stelle ist flach gewölbt wie ein Uhrglas „…das ist die ehemalige Haiens-Hallig, die sehe ich auch nicht jedes Mal“, sagt Klisch, „das ist schon etwas Besonderes!“ Placken von Seegras sind auf das Ufer dieser untergegangenen Hallig gespült. In der Ferne scheint die bewohnte Hallig Nordstrandischmoor über dem Watt zu schweben. „Wir haben jetzt den Scheitelpunkt erreicht“, sagt er, „nun geht es direkt auf die Nordküste von Pellworm zu.“ Die Insel, samt ihrem vorgelagerten Priel, hat die Gruppe die ganze Strecke begleitet. Ringelgänse fliegen vorbei, mit Ziel Sibirien. Und ähnlich einsam ist diese Welt hier unten auf dem Meeresboden.

Wir sind in der Tiefe unterwegs, bei Hochwasser schwappen die Fluten hier zweieinhalb Meter höher. Wieder ist ein alter Brunnenring zu erkennen, wieder stehen die Leute fasziniert davor und sinnieren über die Geschichte.

„Leute, wir müssen weiter!“, mahnt Klisch mit Blick auf Kompass und Uhr, denn das Meer wartet nicht. Bald wird das Wasser wieder kommen, zuerst das Rummelloch aufwärts strömen und dann wird hier wieder alles untergehen wie seit hundert und hundert Jahren schon. Klisch führt an den Rand dieses Priels, der sich in der Tat wie ein Fluss auf dem Meeresboden dahin zieht mit silbrig glitzernden Fluten auf dem Weg von Irgendwo nach Nirgendwo. Am Rand dieses Stroms stehen seltsame Bäumchen, ihre Spitzen sechs und mehr Meter über den Köpfen der staunenden Gruppe. „Das sind Pricken“, erklärt Michael Klisch, „sie markieren einen Schifffahrtsweg!“

Wie bei normalen Flüssen gibt es auch hier einen steilen und einen flachen Hang. Kaum knietief wird das Rummelloch durchwatet, dessen Wasser mit irritierend starker Strömung noch immer der Nordsee hinterher eilt. Möwen wippen auf den Wellen. Austernfischer trippeln auf dem Ufer. Aber nicht mehr lang und dann kommt es wieder; das Wasser – stark, strömend, unaufhaltsam und alles ertränkend. Als die Gruppe das gegenseitige Ufer betritt, wird sie erstes.) von einem enormen Getöse von Ringelgänsen begrüßt und versinkt zweitens.) knietief im Schlamm. Klisch vorneweg und die Gruppe stakst vorsichtig durch den Schlick.

Direkt vor Pellworm liegen die Sandbänke wie wild durcheinander, noch ein Priel muss durchwatet werden. Matten von Seegras liegen herum und das Wasser scheint still zu stehen. Vor uns liegt Pellworm und wir steigen aus; hinaus aus dieser wundersamen Welt und Abgang von einer großartigen Bühne der Natur. Der Vorhang fällt, denn die Nordsee kommt wieder zurück und deckt alles mit grau-grünen Wogen zu. Dahinten, das ist Hallig Hooge. Mit ihren Warften, aufgereiht sind die Wohnhügel wie an einer Perlenkette. Zum Greifen nah und doch unerreichbar. Und auch die alte Haiens-Hallig wird wieder untergehen. So wie seit hundert und hundert Jahren schon, versunken und vergessen. Fast vergessen, wie dieser alte schöne Weg durch das Watt. Nun aber ist der Blick in diese Welt wieder möglich, mit einem Zeitfenster von gut zweieinhalb Stunden. Zu besichtigen und erleben auf einer faszinierenden Bühne. Verborgen und verboten eigentlich. Und die Gebrüder Hellmann nehmen Kurs auf Hallig Hooge. Das kleine Ausflugsschiff schaukelt über Wellen und fährt über eine Welt, die erscheint wie ein ferner Traum.

Weitere Informationen:

Wattwanderer, die von Hooge nach Pellworm laufen möchten, sollten ausreichend konditionell fit sein und sich einer geführten Wanderung anschließen. Nur ortskundige Wattführer kennen einen sicheren Weg! Die Streckenlänge beträgt rund 8,5 km, Zeitbedarf ca. 2,5 Stunden. Um an der Wanderung teilnehmen zu können, ist mindestens eine Übernachtung auf Hooge erforderlich, ansonsten harmoniert das nicht mit den An-/Abreisezeiten der Verbindung nach Hooge. Es empfiehlt sich wetterfeste Kleidung, Wechselklamotten, Kopfbedeckung und Sonnenschutz mitzunehmen.

Termine:
27.05.2017 um 8:15 Uhr ab Hooge (zurück 12:30 Uhr ab Pellworm)
12.06.2017 um 9:00 Uhr ab ab Hooge (zurück 13:30 Uhr ab Pellworm)
14.07.2017 um 11:15 Uhr ab Hooge (zurück 14:30 Uhr ab Pellworm)
27.07.2017 um 10:00 Uhr ab Hooge (zurück 14.30 Uhr ab Pellworm)
13.08.2017 um 10:45 Uhr ab Hooge (zurück 15:00 Uhr ab Pellworm)
25.08.2017 um 9:45 Uhr ab Hooge (zurück 14:00 Uhr ab Pellworm)
23.09.2017 um 9:15 Uhr ab Hooge (zurück 13:30 Uhr ab Pellworm)

Kosten:
22,- € Kosten gesamt inkl. Rückfahrt von Pellworm nach Hooge

Anmeldung:
Tourismusbüro Hallig Hooge
Hanswarft 1
25859 Hallig Hooge
Tel. 0 48 49 – 91 00
Fax. 0 48 49 – 2 01
E-Mail: info@hooge.de
Internet: www.hooge.de

Zu Fuß zur Insel Amrum

Wandern an der Nordseeküste? Doch, durchaus! Voller Vielfalt und landschaftlich reizvoll – und einzigartig. Auf den Spuren der Strandvögte geht es entlang der Südküste der Insel Föhr und später weiter an der wilden Westküste der Insel Amrum – dazwischen der vielleicht faszinierendste Teil dieses Törns: eine Wanderung auf dem Meeresboden, von Insel zu Insel. Am besten geht es sich in drei Etappen: Von der Föhrer Inselhauptstadt Wyk bis an die Westküste bei Utersum, dann die Wanderung durch das Watt (und dies nur mit fachkundiger Führung!) von Dunsum / Föhr bis zur Nordspitze Amrums, die letzte Etappe von dort zum Fährhafen Wittdün / Amrum. Faszinierend und mit phantastischen Eindrücken; seien es die Vögel des Meeres oder Seehunde an der Amrum Odde, sei es der gemütliche Strand auf Föhr oder der wilde Westen von Amrum. Und mit Leuchtturm inklusive.

Los geht es in Wyk. Kurz nach Verlassen der Strandpromenade wird es zunehmend einsamer. Ein Reetdachhaus duckt sich gleich einem Postkartenmotiv in die Dünen. In der Ferne scheinen die Halligen von Langeneß über dem Wattenmeer zu schweben, davor schiebt sich die Kulisse eines historischen Segelschiffes über den Horizont. Ansonsten eine für Ohr und Auge wohltuende Stille und Unaufgeregtheit, unterbrochen nur vom leisen Plätschern der Wellen und dem klagenden Schrei der Möwen. Es ist ein Bild wie in alten Tagen. Damals waren hier auch Leute unterwegs, die die Interessen der Obrigkeit vertraten, wenn es galt Strandgut und gestrandete Schiffe zu bergen. Und sie waren quasi die Steuererheber vom Strand – die Strandvögte. Waren auf Kontrollgang, besonders nach Sturm und Flut. Wetterfeste Männer in ständigem Rennen mit denen, die am Strand ihren Schnitt ohne die Steuer machen wollten. Und ist es nicht auch heute noch so, dass mancher Insulaner nervös wird, wenn es heißt: „…Bauholz über Bord!“ Oder Ü-Eier. Oder Turnschuhe. Kommen Sie mit und wandern Sie mal auf den Spuren der Strandvögte. Und halten Sie dabei die Augen offen!

Das Wasser hat sich zurückgezogen und draußen sind die Silhouetten von zwei Leuten zu erkennen, die sich immer wieder bücken. Nach einem funkelnden Stück Bernstein oder nach einem kuriosen Stück Strandgut? Die Nordsee wirft immer etwas auf den Strand, besonders nach schwerem Sturm und an exponierten Stellen. Früher waren derlei Fundsachen ein fester Posten im Ein- und Auskommen der Insulaner. Begehrt war Holz auf den waldarmen Inseln, sei es als Brennholz oder zum Bauen, noch heute finden sich wohl in manchem historischen Friesenhaus Balken und Bohlen von gestrandeten Schiffen.

Am kommenden Morgen geht es ins Watt. Die Strecke von Föhr nach Amrum ist auf festem Sandboden sehr gut zu laufen. Zweieinhalb Stunden vor Niedrigwasser startet die Wanderung durch das Watt in Dunsum / Föhr, um den tiefen Priel direkt vor Amrum bei tiefster Ebbe überhaupt queren zu können. Weite Flächen sind bereits trockengefallen, andere glänzen im Sonnenlicht wie geschmolzenes Silber. In den Prielen eilt das Wasser der Nordsee hinterher. Es geht in einem Bogen auf die Nachbarinsel zu und der Wattführer zeigt ein Schiffswrack. Viel ist nicht mehr übrig; ein paar Holzspanten, die im Watt stecken. 1825 kam die „City of Bedford“ in einem Unwetter vom Kurs ab und zerschellte in diesem Irrgarten aus Sandbänken, Lagunen und Wasserläufen, drei Männer kamen ums Leben. Es sind auch die Geschichten, die die Wattführer erzählen, die eine Wanderung über den Meeresboden spannend machen. Und sicher ist es nur mit einer Führung, man selbst genießt die Weite und das schaurig-schöne Gefühl, dort sein zu können, wo Menschen nicht hingehören. Ohne sich Gedanken machen zu müssen, wohin genau man gehen muss.

Wer in Norddorf auf Amrum übernachtet, kann noch hinauf zur Nordspitze der Insel, kann die Odde umrunden. Mit Glück und Fernglas lassen sich von einer Plattform Seehunde – und manchmal sogar Kegelrobben – beobachten. Am kommenden Tag: Machtvoll donnert die Nordsee an die Westküste der Insel. Vorgelagert ist ihr eine der größten Sandmassen Europas – der Kniepsand. Vor der Küste ist eine gewaltige Brandung zu erkennen, hier ist einer der größten Schiffsfriedhöfe der Nordsee – unzähligen Schiffen wurde diese Küste zum Verhängnis. Und immer wieder spült die Nordsee Treibgut an. Was genau, kann man zum Beispiel in der Bude zwischen den Dünen nördlich von Nebel sehen. Aus Brettern und Bohlen haben die Leute eine Hütte zusammengezimmert, Tische aus Treibholz. Turnschuhe hängen an der Wand und ein Tierskelett. Krass und kurios. Kurz vor Wittdün führt der Weg durch eine wilde und romantische Dünenlandschaft, die der Wind wieder und wieder aufs Neue formt und hier sein ewiges Lied singt. Bald wird es Sturm geben, der auch manchen Friesen an den Strand treibt. Strandgut suchen. Wie die Strandvögte.

Zu Besuch bei Deutschlands größtem Raubtier

Kapitän Jörn Petersen wendet die „MS Ol Büsum“ im Hafenbecken von Büsum. Das Ziel: die große Seehundsbank draußen vor der Küste. Es ist auflaufendes Wasser und nachdem das Ausflugsschiff die Schleuse passiert hat, fahren Kutter um Kutter mit ihrem Krabbenfang auf dem Rückweg zu ihrem Heimathafen der „MS Ol Büsum“ entgegen. Die Landmarken von Büsum, das Silo und das Hochhaus, verschwinden langsam mit der Küste. Das Schiff nimmt Fahrt auf, und das GPS weist dem Kapitän den Weg nach West. „Wir fahren hinaus zu den äußeren Sandbänken“, erklärt der Kapitän, „rund 20 Kilometer vor der Küste von Büsum liegen große Sandbänke, die auch bei Flut selten untergehen.“

Die Möwen segeln um das Schiff und der Diesel wummert gemütlich. Nach einer guten Stunde Fahrt drosselt der Kapitän die Maschine. Es ist eine amphibische Welt aus Wasser und Land, langsam laufen die Priele voll, noch glänzen Wattflächen unter der aufkommenden Sonne. Und die Seehunde werden bald auf ihre Sandbänke zurückkehren, um zu Ruhen, um zu Rasten. „Die Seehunde leben hier in großen Kolonien“, klingt es aus dem Lautsprecher, „bis zu 150 Tiere zählen wir manchmal.“

Der Kapitän steuert das Schiff aus dem großen Priel, vorsichtig schleicht die „MS Ol Büsum“ auf die Sandbank zu. Tiefenradar, Sonar und die Erfahrung des Kapitäns manövrieren das Schiff sicher in eine Bucht. Die Sandbank liegt sichelförmig in der Nordsee. An ihrer Westseite rollt die See heran; hier in der Bucht – geschützt durch die Sandbank – ist das Wasser ruhig. Bald taucht die erste vorwitzige Schnauze aus dem Wasser auf. Nun sind auch schon ohne Fernglas die ersten dunklen Tiere auf der Sandbank zu erkennen; dicht an dicht, doch jedes auf seinen Platz bedacht. Kapitän Petersen hält das Schiff mit sachtem Zug am Gas sorgsam auf Abstand – nicht nur um ein Auflaufen zu verhindern, sondern vor allem um die Tiere nicht zu stören.

Angst scheinen sie nicht vor dem Schiff zu haben, sie liegen still, schauen mit ihren runden Köpfen dem Schiff aber wachsam hinterher. Die „MS Ol Büsum“ dreht bei, der Kapitän nimmt Gas raus. „Wir sind Nationalparkpartner der ersten Stunde. Wichtig ist, die Tiere nicht zu stören. Wir wollen sie nicht zur Flucht ins Wasser veranlassen – vor allem dann nicht, wenn sie Nachwuchs haben“, sagt Hauke Rahder von der Büsumer Reederei Rahder. Bis in den Sommer gebären die Seehund-Weibchen ihren Nachwuchs. Die Jungen können bereits schwimmen und halten sich mit ihren Müttern in der Nähe der Sandbänke auf. Sie kommen immer wieder dorthin zurück, um zu säugen oder sich auszuruhen. Es geht auch ohne Störung. Und wieder taucht eine Schnauze auf; neugieriger Blick, eleganter Schwung und verschwunden in den Fluten ist der Seehund. Der Kapitän wendet das Schiff in der Bucht und steuert heimwärts.

Nicht weit von Büsum liegt im Süden an der Elbmündung Friedrichskoog, dort ist die Seehundstation: In dieser deutschlandweit einzigartigen Gemeinschaftshaltung können die zwei heimischen Robbenarten Seehund und Kegelrobbe an Land sowie im und unter Wasser beobachtet werden (www.seehundstation-friedrichskoog.de). Der Besuch dieser Station ist ein Muss während eines Urlaubes an der Westküste; sieben Tiere kann man beobachten und die Ausstellung vermittelt interessantes Wissen nicht nur zu den Robben der Nordsee. Aber hier geschieht, neben wissenschaftlicher Arbeit, noch mehr: Die Seehundstation Friedrichskoog bekommt auch Fundtiere – junge Kegelrobben ebenso wie verlassene Seehundjunge; die „Heuler“, von der Mutter getrennte Tiere.

Es kommt vor, dass die Tiere zum Beispiel durch einen Sturm oder eine Störung voneinander getrennt werden. Wer einen „Heuler“ am Strand findet, sollte einen größtmöglichen Abstand bewahren und sofort die örtlichen Fachleute informieren. Die begutachten das Tier und entscheiden dann, was weiter geschieht – oft ist eine junge Robbe oder Seehund nur erschöpft, ruht sich aus und verschwindet dann wieder in der Nordsee. Eine Störung des Tieres schadet ihm nur, deswegen gilt auch: Hunde an die Leine!

Im vergangenen Sommer – dann werden Seehunde geboren – waren es 250 „Heuler“, die von den Seehundbeauftragten der Kommunen und den Leuten der Naturschutzorganisationen an den Stränden gefunden wurden und dann ihre Reise an die Elbmündung antraten. „Die Aufzucht der Fundtiere dauert in der Regel, je nach Alter und Zustand der Tiere, zwei bis drei Monate. Dann werden sie nach einer Gesundheitsprüfung wieder in die Freiheit entlassen“, erklärt Tanja Rosenberger, Leiterin der Seehundstation Friedrichskoog.

„Unsere Tiere, die die Besucher bei uns beobachten können, konnten aus verschiedenen Gründen nicht ausgewildert werden. Derzeit leben fünf Seehunde und zwei Kegelrobben in den großzügig und naturnah angelegten, 800 m² großen, Seewasserbecken“, erklärt die Biologin. Die Tiere dösen oder jagen verspielt durch das Wasser. Die besondere Attraktion ist natürlich die Fütterung der dauerhaft in der Station lebenden Robbe, es gibt übrigens Hering.

Der Bestand an Kegelrobben in Schleswig-Holstein wird auf rund 800 Tiere geschätzt und der an Seehunden auf zirka 9.000 Tiere. Woran kann man denn nun Seehunde von Kegelrobben unterscheiden? „Erstens schon an ihrer Größe: Die Kegelrobbe ist mit bis zu 300 Kilogramm Gewicht bei den Bullen das größte Raubtier Deutschlands. Seehunde sind deutlich kleiner“, erklärt Tanja Rosenberger, „ausgewachsene Tiere wiegen bis zu 120 Kilo.“ Das größte Raubtier Deutschlands übrigens kann weit mehr als zwei Meter groß werden. Und an ihrem Aussehen, besonders an der Kopfform, kann sie jeder Gast während eines an der gesamten Nordseeküste Schleswig-Holsteins angeboten Schiffsausfluges zu den „Seehundsbänken“ erkennen: „Der Kopf der Kegelrobbe ist länglich, der des Seehundes eher rundlich geformt.“

Fachleute ziehen auch die Zähne dazu heran. „Apropos Gebiss: Wir sprachen über das größte Raubtier Deutschlands – aber auch der Biss eines Seehundes kann gravierende Folgen für den Menschen haben. Auch aus diesem Grund gilt: Halten Sie Abstand zu den Tieren, sollten Sie welche am Strand entdecken! Und auch wenn sie noch so träge aussehen – sie sind schneller als der schnellste Sportler.“ Man kann schließlich das Ausflugsschiff und ein Fernglas nehmen. Oder zurück nach Büsum fahren und sich dann nach Helgoland übersetzen lassen: Wieder zum Beispiel mit der Reederei Rahder, die „MS Lady von Büsum“ fährt rüber. Der Verein Jordsand und die Reederei bieten die Möglichkeit an, auch im Rahmen eines Tagesbesuches die Natur der Nachbarinsel Düne zu erleben und die Kegelrobben zu besuchen. Auf Helgoland angekommen, bringt ein Börteboot die Gäste vom Schiff direkt zur Düne, dort gibt es eine Führung. (www.rahder.de)

Vor der Felseninsel draußen in der hohen See liegt die Düne, ihre kleine Schwesterinsel. Dort wurden in der vergangenen Wurfsaison mehr als 350 junge Kegelrobben geboren. Dort wächst Deutschlands Kegelrobbenpopulation; dorthin kommen die Tiere, um sich zu paaren, dorthin kommen sie, um zu werfen. „Kegelrobbenjunge werden im Winter geboren“, erklärt Rebecca Störmer, „Seehunde im Sommer.“ Sie leitet die Helgoländer Station des Vereins Jordsand (www.jordsand.de). Rebecca Störmer und ihre Mitarbeiter halten ein Auge auf die Kegelrobben. Und auf die Besucher: Besonders zur Wurfzeit von Ende November bis Februar liegen die Tiere so dicht am Strand, dass der Sicherheitsabstand von dreißig Metern zwischen Mensch und Tier kaum mehr eingehalten werden kann. „Dann heißt es umdrehen“, sagt Rebecca Störmer, „denn ein Ausweichen durch die geschützten Dünen ist nicht erlaubt.“ Aber einen naturkundlichen Lehrpfad haben die Helgoländer eingerichtet – um die Düne zu erleben und immer wieder Kegelrobben beobachten zu können. Im Winter gibt es zusätzlich einen Bohlenweg.

Die Jordsand-Leute bieten geführte Touren dorthin an, zur Wurfsaison natürlich mit dem Schwerpunkt auf den jungen Kegelrobben. „Aber auf der Düne kann man Kegelrobben jeden Alters und zu jeder Zeit sehen – vielleicht nicht immer tausend Tiere auf einem Mal, wie zum Fellwechsel im Frühling. Aber nirgendwo so gut wie hier“, sagt Rebecca Störmer. Nach dem Anlanden auf Düne verliert sich der Weg schnell in eben solchen. Wer Kegelrobben beobachten möchte, geht am Strand entlang.

Die Steine kollern in der kräftigen Brandung, hoch läuft die Nordsee auf. Schon bald sind erste Tiere auf dem Strand zu sehen. „Es sind Kegelrobben“, sagt Rebecca Störmer und hebt das Fernglas, „hier leben zwar auch Seehunde; aber da hinten, das sind Kegelrobben.“ Herrscht zur Wurfzeit, der darauffolgenden Paarungszeit und schließlich zum Fellwechsel ein ziemliches Geschiebe und Getöse am Strand, erscheint es in der übrigen Zeit relativ ruhig. Aber dennoch – es ist faszinierend, diese Tiere vor der wilden Brandung zu beobachten.

Ihr Gebiss im Gedächtnis und ihre unglaubliche Geschwindigkeit im Sinn; selbst bei dem gebotenen Mindestabstand ist auch ein Blick ohne Fernglas kein Verlust einer einmaligen Naturbeobachtung. „Die Tiere kommen hierher um sich auszuruhen und Sonne zu tanken. Helgoland liegt mitten im Lebensraum der Kegelrobben, sie können bei der Nahrungssuche immense Strecken zurücklegen“, sagt Rebecca Störmer, „aber an Land müssen sie trotzdem kommen – neben den großen, ungestörten Sandbänken vor den Inseln der deutschen Küste ist das hauptsächlich Helgoland.“

Plötzlich kommt Bewegung in eine Gruppe der massigen Tiere. Die Lage beruhigt sich schnell wieder, im Gegensatz zur Paarungszeit, wenn es hier mitunter ruppig zugeht. Stundenlang kann man um die Insel Düne streifen und immer schön den Blick auf die Tiere da haben. Mit Abstand. Denn es ist Deutschlands größtes Raubtier. Und es ist ihr Reich.

Ausflüge und Einrichtungen zum Beobachten von Seehunden und Kegelrobben

An der Nordseeküste Schleswig-Holsteins gibt es zahlreiche Anbieter von Seehund-Ausflugsfahrten sowie Möglichkeiten Seehunde und Kegelrobben aus nächster Nähe zu beobachten.

Auswahl von Anbietern von Ausflugsfahrten zu den Seehundbänken

Reederei H.G. Rahder: Ausflugsfahrten ab Büsum zu den Seehundbänken
Kontakt:
Reederei H.G.Rahder
Reetdach-Pavillon vor den Schiffen am Ankerplatz/Fischerkai in Büsum
25761 Büsum
Tel.: 0 48 34 / 36 12
E-Mail: info@rahder.de
www.rahder.de

W.D.R.: Ausflugsfahrten ab Föhr, Amrum, Dagebüll und Schlüttsiel zu den Seehundbänken
Kontakt:
Wyker Dampfschiffs-Reederei Föhr-Amrum GmbH
Am Fähranleger 1
25938 Wyk auf Föhr
Tel.: 0 46 67 / 9 40 30
E-Mail: info@faehre.de
www.faehre.de

Halligreederei MS Seeadler Heinrich von Holdt: Ausflugsfahrten ab Schlüttsiel und Hooge zu den Seehundbänken
Kontakt:
Kapitän Heinrich von Holdt
Neuer Weg 4
25842 Ockholm
Tel.: 0 46 74 / 15 35
E-Mail: mail@seeadler-hooge.de
www.seeadler-hooge.de

Neue Pellwormer Dampfschifffahrts GmbH: Ausflugsfahrten ab Pellworm zu den Seehundbänken
Kontakt:
Neue Pellwormer Dampfschiffahrts GmbH NPDG
Am Tiefwasseranleger 1
25849 Pellworm
Tel.: 0 48 44 / 7 53
E-Mail: info@faehre-pellworm.de
www.faehre-pellworm.de

Reederei Adler: Ausflugsfahrten von List/Sylt, Hörnum/Sylt, Nordstrand, Eidersperrwerk, Tönning zu den Seehundbänken
Kontakt:
Adler-Schiffe GmbH & Co. KG
Boysenstraße 13
25980 Sylt / OT Westerland
Tel.: 0 46 51 / 98 70 888
E-Mail: info@adler-schiffe.de
www.adler-schiffe.de

Halligreederei MS „Hauke Haien“: Ausflugsfahrten ab Wyk auf Föhr und Schlüttsiel zu den Seehundbänken
Kontakt:
Halligreederei MS “Hauke Haien”
Kapitän Bernd Diedrichsen
Bredstedter Straße 35
25813 Husum
Tel.: 0 48 41 / 8 14 81
E-Mail: info@wattenmeerfahrten.de
www.wattenmeerfahrten.de

Halligmeerfahrten mit MS „Rungholt“: Ausflugsfahrten ab Schlüttsiel und Langeneß zu den Seehundbänken
Kontakt:
Halligmeerfahrten
Kapitän Uwe Petersen
Westerweg 4
25899 Galmsbüll
Tel.: 0 46 67 / 3 67
E-Mail: info@halligmeerfahrten.de
www.halligmeerfahrten.de

Ausflugsfahrten mit MS „Eilun“: Ausflugsfahrten ab Amrum zu den Seehundbänken
Kontakt:
Kapitän Bandix Tadsen
Waasterstigh 18a
25946 Nebel /Amrum
Telefon: 0 46 82 / 23 33
E-Mail: info@eilun.de
www.eilun.de

Informationszentren

Seehundstation Friedrichskoog
Im „Informationszentrum Seehund“ und der Erlebnis-Ausstellung „Robben der Welt“ haben Groß und Klein vielfältige Möglichkeiten, sich aktiv über die heimischen Meeressäuger, ihre Biologie, Gefährdungen und Schutzmaßnahmen im Lebensraum Wattenmeer zu informieren.
Kontakt:
Seehundstation Friedrichskoog
An der Seeschleuse 4
25718 Friedrichskoog
Tel.: 0 48 54 / 13 72
E-Mail: Info@seehundstation-friedrichskoog.de
www.seehundstation-friedrichskoog.de

Westküstenpark & Robbarium
Das Robbarium in St. Peter-Ording ist die größte mit reinem Nordseewasser gefüllte Seehundanlage Deutschlands, 2x täglich gibt es Seehundvorführungen und Wildtierfütterungen.
Kontakt:
Westküstenpark & Robbarium
Wohldweg 6
25826 St. Peter-Ording
Tel: 0 48 63 / 30 44
E-Mail: info@westkuestenpark.de
www.tierpark-westkuestenpark.de

Nationalpark-Zentrum Multimar Wattforum
Das Multimar Wattforum informiert in einer interaktiven Erlebnisausstellung über den Lebensraum Wattenmeer.
Kontakt:
Nationalpark-Zentrum Multimar Wattforum
Dithmarscher Str. 6a
25832 Tönning
Tel.: 0 48 61 / 96 200
E-Mail: info@multimar-wattforum.de
www.multimar-wattforum.de

Seehunde und Kegelrobben auf Helgoland

Auf der Nachbarinsel Helgolands, der Düne, ruhen sich nicht nur sonnenhungrige Menschen aus, sondern auch Kegelrobben und Seehunde. Das bietet eine einzigartige Möglichkeit, die Tiere in ihrem natürlichen Umfeld zu fotografieren und zu beobachten. Um ein verständnisvolles Miteinander zwischen Mensch und Tier zu erreichen, sind die folgenden Verhaltensregeln unbedingt zu beachten:
Robben sind Raubtiere! Um die Tiere nicht aufzuscheuchen und ihnen genug Platz zum Agieren zu lassen, aber auch um die eigene Sicherheit zu gewährleisten, muss immer mindestens 30 Meter Abstand zu Kegelrobben und Seehunden eingehalten werden. Menschen müssen sich in der Nähe der Tiere ruhig verhalten. Aus Sicherheitsgründen und da die Tiere Krankheiten übertragen können, dürfen sie nie angefasst werden, auch dann nicht, wenn sie alleine liegen. Kinder sollten in der Nähe der Tiere an die Hand genommen werden. Das Füttern der Robben ist verboten.
Der Verein „Jordsand zum Schutze der Seevögel und der Natur e.V.“ bietet regelmäßig fachkundige Führungen zur Kegelrobben-Beobachtung auf der Düne an.
Jordsand zum Schutze der Seevögel und der Natur e.V.
Hummerbude 35
27498 Helgoland
Tel.: 0 47 25 / 77 87
E-Mail: helgoland@jordsand.de

Abenteuer am Elbeufer

An der Elbe muss es nicht immer ruhig und beschaulich zugehen. Neben purer Natur bieten die Winsener Elbmarsch und die Lüneburger Elbtalaue so einige Möglichkeiten für Familien, abwechslungsreiche Urlaubstage zu verbringen. Schon hinter der nächsten Flussbiegung wartet ein neues Abenteuer. Hier gibt es Tipps für kurzweilige Unternehmungen.

– Das Elbfloß entern. Mit einem schwankenden Floß über die Elbe gleiten – klingt aufregend, ist in jedem Fall aber ein sicherer Spaß für Familien. Auf diese Weise können Jung und Alt die vielfältige Natur- und Kulturlandschaft aus neuer Perspektive vom Wasser aus erleben. Mehr Infos zu diesen und weiteren Erlebnistouren: www.erlebnis-elbe.de.

– Eine Grenzerfahrung: Über Jahrzehnte bildete die Elbe einen Teil der deutsch-deutschen Grenze. Geschichts-Unterricht – gar nicht trocken, sondern höchst spannend – erleben Urlauber bei einer Tour mit dem „Grenzgänger“ Holger Hogelücht.

– Ein Fahrstuhl für Schiffe: Es ist schon ein mulmiges Gefühl, wenn man in luftiger Höhe über sich ein Schiff ausmacht. Doch keine Sorge, die Schiffe fahren sicher über die Köpfe der Besucher hinweg. Dieses einmalige Erlebnis ermöglicht das Schiffshebewerk Scharnebeck. Per Fahrstuhl werden hier große Binnenschiffe 38 Meter tief in den Elbe-Seitenkanal abwärts oder auch wieder hoch bugsiert. Informationen finden sich unter www.schiffshebewerk-scharnebeck.de.

– Auf der Spur des Bibers: Wildtiere faszinieren Kinder in jedem Fall. Ein Stelldichein mit dem Biber ist etwa bei einem Besuch im Biosphaerium möglich. Der in der Region wieder „eingebürgerte“ Biber und die Fische der Elbe lassen sich hier hautnah beobachten. Mehr Informationen gibt es auf www.biosphaerium.de.

– Wassermühle in Aktion: Wie wäre es, einmal eine Wassermühle in Aktion zu erleben? Möglich ist dies in Karoxbostel bei Winsen/Luhe. Technikfans jeden Alters werden von der ausgeklügelten Mechanik und dem Blick hinter die Kulissen begeistert sein. Mehr Informationen findet man unter www.wassermühle-karoxbostel.de.

Aktivurlaub für Senioren im Nordseeheilbad Neuharlingersiel

Ein hohes Alter zu erreichen ist ein großes Glück – noch besser ist es, wenn man sich dabei auch fit und kräftig fühlt. Und dafür kann jeder selbst eine Menge tun: Regelmäßige Bewegung, etwas Abhärtung und viel frische Luft halten den Körper in Schwung, bewusst genossene Entspannungsphasen sorgen für Regeneration und tun der Seele gut. All diese Elemente werden im Nordseeheilbad Neuharlingersiel zu einer einwöchigen Kompaktkur kombiniert – ein Aktivurlaub für Senioren, die das Leben im Alter in vollen Zügen genießen wollen.

Erst aktiv sporteln, dann verwöhnen lassen

Das Wochenprogramm vom örtlichen BadeWerk verbindet aktive und passive Elemente. Beim Schwimmen, Nordic-Walking und Aqua-Fit wird der Kreislauf aktiviert, die Muskulatur gestärkt und die Koordination verbessert. Dazu hat Bewegung einen positiven Einfluss auf die Blutwerte und kann helfen, den Blutdruck zu stabilisieren. Ruhe finden Körper und Geist zum Beispiel bei ausgedehnten Saunagängen, Körperpackungen mit dem speziellen Naturschlick der Region, wohltuenden Massagen oder geführter Meditation – mehr zu den Angeboten findet sich unter www.neuharlingersiel.de.
Das Reizklima der Nordsee leistet derweil seinen ganz eigenen Beitrag zur Gesunderhaltung: „Interessant ist etwa, dass regelmäßige Aufenthalte an der Meeresküste im Zusammenspiel mit Thalasso-Anwendungen den Schlafrhythmus verbessern können“, erzählt Susanne Mäntele vom Kurverein des Fischerdorfes. Weitere interessante Fakten über das Reizklima erfahren die Aktivurlauber bei einem sportlich-informativen KlimaExkurs, der natürlich im Freien stattfindet, um die Vorteile der guten Seeluft gleich praktisch zu erfahren.

Natur unmittelbar erleben

Überhaupt bietet die einzigartige Natur der Nordseeküste mit Wind, Watt und Wellen erst den richtigen Rahmen für das Sport- und Wellnessprogramm. Lange Spaziergänge am Deich, Baden im Meer, Sonnenuntergänge am Strand und Erkundungstouren ins Watt machen sie unmittelbar erlebbar und die Erholung vollkommen. So kehrt man schließlich ausgeruht und voll neuer Kraft nach Hause zurück.

Nordsee Urlaubstipps für Familien

Gespannte Erwartung an Bord. Kapitän Bandix Tadsen steuert die kleine MS „Eilun“ aus dem Hafen von Wittdün auf Amrum hinaus in das Fahrwasser. Das Ziel ist der große Priel zwischen Amrum und Föhr. „Auf der Sandbank vor der Nachbarinsel liegen die Seehunde, da wollen wir hin!“ Vorher aber gibt es noch ein kleines Programm: Hauptdarsteller sind diejenigen, die in der Nordsee leben – und das sind mehr als Seehund und Krabbe. Seesterne gibt es hier und Seeigel, soweit klar. Aber sogar Seeskorpione? Ein Raunen macht die Runde und die Passagiere versammeln sich am Heck; dort, wo Matrose Andrej das kleine Schleppnetz aus den Fluten zieht. Die Kinder vorneweg dabei und genauso neugierig sind die Großen. Seeskorpione also und auch Seenadeln, wer hätte das gedacht. „Vor allem auf unseren Krabbenfangfahrten haben wir diese Kandidaten im Netz, aber auch bei der Fahrt zur Seehundsbank sind sie manchmal dabei“, sagt Käpt´n Tadsen und sortiert mit dem Matrosen den Fang. Wer traut sich einen Seestern auf die Hand zunehmen? Der übrigens ist der Todfeind der Miesmuschel. Und das geht so: Der Seestern umklammert die Muschel, irgendwann muss die sich öffnen um zu atmen – dann stülpt der Seestern seinen Magen in die Muschel und saugt sie aus! Da staunen alle. Der Seestern, der sympathische … Und der Seeskorpion? Die Frage aus dem Publikum. Heute ist einer im Netz, Tadsen zeigt ihn herum, ein recht fies aussehendes Gesicht hat dieser Fisch „…deswegen nennen wir ihn auch Pitbull des Meeres.“ Sagt Käpt´n Tadsen und steuert die „Eilun“ nun vor die Sandbank, um die Seehunde zu beobachten (Ferngläser können gegen eine Spende für die DGzRS an Bord geliehen werden). Die aalen sich in der Sonne und fühlen sich keineswegs gestört. Und die krassen Kreaturen vom Fang? Gingen wieder über Bord und sind auch wieder in der Nordsee unterwegs. Und alle Gäste staunen noch ein bisschen. Schau an – die Nordsee ist voller Überraschungen. www.eilun.de

Lernen, staunen, neugierig sein. Erst drinnen und dann draußen. Im Erlebniszentrum Naturgewalten in List auf Sylt können Kinder wie Erwachsene sehen, hören und fühlen, wie es ist an der Nordsee. Und warum. Warum ist es denn verboten, die Möwen zu füttern? Wie stoppt man wandernde Dünen? Und unter welchen Umständen kann Baden gegebenenfalls gefährlich werden? Zusammen schaut man sich den Film „Hier is tierisch watt los“ an und beim gemeinsamen Beantworten der Fragen, weiß man, wer aufgepasst hat. Und nun eben Bescheid weiß. Das Erlebniszentrum ist eine hervorragende Ausstellung, ein klasse Mitmach- und Lernding; eben etwas zum Erleben und zum gemeinsamen Entdecken. Spielerisch und spannend. Wenn die Familie zum Beispiel in den Sturmraum geht und sich Windstärke 8 um die Nase stürmen lässt. Oder es im Wellenkanal krachen lässt. Während den Kindern die Bewohner des Naturraumes Nordsee vorgestellt werden (und nicht nur denen; schon mal filigrane Quallen-Kinder bestaunt?), ist es für die Erwachsenen vielleicht interessant zu erfahren, wie und warum die Sandaufspülungen für den Schutz und Erhalt der Insel so wichtig sind. Dieses Erlebniszentrum bietet an und regt an; zum Mitmachen, zum Lernen, zum Staunen. Und dann ist Zeit, die Welt draußen zu entdecken. Eine Naturführung ins Watt vielleicht, gleich vor der Tür. Die Krebse und die Muscheln mal selbst anfassen. Kinder trauen sich das mit dem Wurm meist eher als die Erwachsenen. Und nein, die gelbe Spur vom Wurm auf Ihrer Hand das ist ausdrücklich nicht, also dass der vor Schreck … Echt nicht! Aber fragen Sie das Ihren Wattführer. Diese Frage und viele Weitere kommen gewiss, nicht nur von Kindern. www.naturgewalten-sylt.de

Ein kräftiger Trompetentusch erschallt über den Deich von Büsum. Und gleich noch einmal. In alle Himmelrichtungen ein Trompetentusch – und wer´s kennt, der weiß: Jetzt geht es los! „Herzlich willkommen zum Wattenlaufen mit Musik“, Büsums erste Wattenpräsidentin Sylvia-Birgitt Zeidler begrüßt die Gäste. Sie ist nicht nur die erste Wattenpräsidentin, sie ist die einzige der Welt; „…und ich bin der Spaßfaktor im Watt.“ Also, dann mal los. Mit Pauken und Trompeten geht es die Freitreppe hinunter und die fünf Mann vom Kurorchester vornweg hinein ins Watt, auf diese große, großartige Bühne. Wo heute in Büsum extra was geboten wird. Angeführt von der Zeremonienmeisterin mit Bollerwagen und die Gäste, lustig und erwartungsvoll, hintendrein. Walzer, Marschmusik, Dixieland; fröhlich geht´s zum Flutsaum. Und man ahnt es bereits: herzlich ist das hier und nicht ganz ernst gemeint. Denn im Bollerwagen hat die Wattenpräsidentin allerhand Utensilien für einen einzigartigen Ausflug mit erheblichem Spaßfaktor. Eierlaufen und Ententanz, zum Tauziehen – und für die Taufe! Am Wasser findet der Höhepunkt dieses Wattenlaufens statt: die Taufe in Neptuns Namen und mit Nordseewasser aus der Gießkanne. Klar, dass jeder Teilnehmer auch einen Namen bekommt. Wer ist die Badenixe? Wer der Wattwurm? Für die Großen gibt´s einen Schnaps, die Kinder bekommen einen Wattwurm zum Naschen (der aus Naschgummi ist, aber das muss vorher vielleicht nicht verraten werden). Die Tradition des Wattenlaufens mit Musik ist übrigens einmalig und in dieser Saison 117 Jahre alt. Heute lustig, modern und für Unterhaltung für alle Altersklassen. „Das Watt ist für uns eine der schönsten Bühnen, auf der wir je spielen durften“ – das sagt Dariusz Gniewosz, der Leiter des Kurorchesters. Ein Tusch, es geht zurück, die Nordsee kommt wieder. Die Kapelle spielt Jazz. Wind verweht die Klänge, das Wasser verwischt die Spuren; wer nicht dabei war, kann das kaum glauben. www.wattenlaufen.de

Dies ist die spannendste Uni der Welt: abenteuerliche Expeditionen und interaktive Vorlesungen bringen Euch das UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer, Landschaft und Leben an der Nordsee näher – Willkommen in der Kinder-Uni auf Föhr. „Das ist ein Urlaub, während dem sich die Kinder garantiert nie langweilen“, verspricht Ann-Kathrin Meyerhof von Föhr Tourismus, „genau das ist Familienurlaub auf Föhr. Durch die Kinder-Uni werden die Sommerferien für die Kleinen zu einem besonderen Erlebnis. Wissenshungrige Kinder zwischen fünf und vierzehn Jahren finden viele Möglichkeiten, Dinge und Zusammenhänge zu entdecken. Und dabei spielerisch auch die Kunst und Kultur dieser Nordseeinsel und ihren Lebensraum erleben.“ Und dabei Neues lernen.“ Und nicht nur die Kinder: Auch Erwachsene dürfen bei manchen Veranstaltungen dabei sein, sie sollten sich aber im Hintergrund halten und Kindern den Vorrang lassen. Nach den Vorlesungen stehen die Dozenten gern Rede und Antwort; der Lehrkörper ist übrigens hochkarätig besetzt – in den vergangenen Jahren konnte zum Beispiel der Klimaforscher Mojib Latif für Vorlesung und Exkursion gewonnen werden. Da wird auch manch Erwachsener gern zuhören. Aber: Föhr ist eine riesige Fundgrube an Geheimnissen und spannenden Sachen; hier werden Kinder zu Forschern und entdecken spielerisch, ob Miesmuscheln zum Beispiel mies sind oder wie nach den Sternen nachts navigiert wird. Interessant wird es auch, wenn die drei großen Raubtiere – Seehund, Kegelrobbe, Schweinswal – vorgestellt werden oder die Haie, die es auch in der Nordsee gibt. Forschertouren und Fahrradausflüge – seit mehreren Jahren ist die Kinder-Uni Föhr ein Garant für gelungenen Urlaub. Bei dem alle was lernen können – und dann übernehmen die Kleinen mal das Kommando beim Familienausflug auf Föhr. Denn die wissen was. www.foehr.de/kinderuni-foehr

„Mama, das schaffst Du!“ Der kleine Junge macht der Mutter Mut. Hoch oben in den Bäumen führt ein Seil durch die Wipfel, hinunter und hinein in den Wald. Ein Riesenspaß – wenn man sich traut. Der Junge steht unten, berichtet atemlos und aufgeregt von seinem kleinen Abenteuer. Und der Besucher sieht, dass er unbedingt und gleich noch mal durch die Bäume fliegen möchte. Aber erstmal der Rest der Familie. Die Mutter sitzt auf der Plattform und kontrolliert ihre Sicherungsgurte und dann …Doch, auch Nordfriesland hat seinen Wald. Nahe der Stadt Leck befindet sich an der B199 Richtung Flensburg der Klettergarten „Filu“ und lädt ein zum familiären Höhenrausch. Bevor man zum rasanten Wipfelflug an der 200-Meter-Seilbahn starten kann oder darf oder – für manche – muss, heißt es: den Kletterparcours zu bewältigen. Erst bedeutet dies, sich wie Tarzan auf dem „Jumpway“ von Plattform zu Plattform zu bewegen, dann müssen die „Islands“ überquert werden – Plattformen, die zwischen den Bäumen an Seilen aufgehängt sind. Dass das alles wackelt, schwingt und schlingert, ist klar. Ebenso wie die Seilschlaufen und Rundhölzer. Und dann kommt das Spinnennetz: ein fünf Meter breites Netz, geflochten aus Seilen – da muss man durch. Wenn man fliegen will. Das Ganze natürlich gesichert an Gurten und nur nach Einweisung. Interessant zu beobachten, ist die Tatsache, dass die Kinder mutiger sind als die Erwachsenen – und die erst Mut fassen, wenn der Nachwuchs, nun ja, „…in den Seilen hängt“. Aber dann, dann klettert, schwingt, wackelt und fliegt schließlich die Familie hoch oben durch den Wald bei Leck. Übrigens: Deutschlands nördlichster Klettergarten ist auch für Menschen mit Handicap ein Erlebnis, es gibt Abschnitte (auch die Seilbahn), die von Rollstuhlfahrern absolviert werden können. www.klettern-leck.de

Was für ein Strand, was für ein Freiraum! St. Peter-Ording, das heißt nicht nur endlos viel Platz zum Toben und Spielen, sondern: Sag St. Peter-Ording und die Leute denken auch an Surfen, Kiten, Strandbuggy & Co. Hier ist Platz und reichlich Nordsee für den Sport mit Wasser, Wind und Wellen. Am breiten Strand finden Familien die Möglichkeit, sich gemeinsam diesen sportlichen Leidenschaften zu widmen – oder sie zu lernen (bei Kindern ist bzgl. der Kurse ggf. auf das Alter bzw. die Körpergröße zu achten). Und dann zusammen über´s Meer zu gleiten oder die Wellen abzureiten. Wie wäre es denn, mit dem Strandsegelwagen oder dem Kitebuggy um die Wette zu rollen oder mit dem Board über die Nordsee zu flitzen? Windsurfern und Kitern gilt das Revier vor Eiderstedt als eines der besten in Deutschland. Die Bedingungen vor „SPO“ jedenfalls sind ideal – Wind und Wellen oft ein Traum – und die Angebote auch: Für alle, die eine dieser Sportarten lernen möchten, ist in St. Peter-Ording zum Beispiel das Wassersportcenter X-H20 (www.x-h2o.de) die richtige Anlaufstelle: zum Beispiel werden Schnupper-, Einsteiger-, Aufsteiger- und Umsteigerkurse für erwachsene Surfer angeboten und natürlich Extra-Kurse für Kinder. Und die etwas gemütlichere Variante in Sachen Wassersport, das Stand-Up-Paddling, lässt sich ebenfalls erlernen. Also, wer Lust auf Wasser und Surfen hat; hin! Grundsätzlich sind auch Privatstunden möglich, aber die entsprechenden Kurse – die Gruppen sind so gehalten, dass niemand zu kurz kommt aber alle auf ihre Kosten – sind für jeweiligen Teilnehmer optimiert. Und dann, wenn die Kleinen und die Großen auf demselben Level sind und die Lizenz haben, dann sucht man sich die Ausrüstung aus – und geht gemeinsam hinaus auf´s Wasser; zu den Wellen und dorthin, wo der Wind wohnt. www.st-peter-ording.de

Das Teufelsmoor nördlich von Bremen

Radwandern ist die ideale Urlaubsform für alle, die an ihren freien Tagen in reizvoller Natur sportlich aktiv sein möchten. In Deutschland gibt es mittlerweile viele Regionen, die sich auf Radwanderer spezialisiert haben und ein gut ausgebautes Streckennetz sowie viele Services anbieten. Ein echter Geheimtipp ist das „Kulturland Teufelsmoor“, die Region nördlich von Bremen mit dem berühmten Künstlerdorf Worpswede. Das flache Land mit den charakteristischen Birkenalleen, der weiten Moorlandschaft und der leicht hügeligen Geest hält viele interessante Routen und Ausflugsziele bereit. In den Weiten der Niederungen von Hamme und Wümme trifft man auf eine vielfältige Pflanzen- und Tierwelt. Alle Informationen gibt es unter www.kulturland-teufelsmoor.de und unter Telefon 04792-935820.

Rast im grün-weißen Melkhus

Wer das Fahrrad einmal gegen einen Platz auf einem Torfkahn tauscht – dem urigen Nachbau des früheren Torftransportmittels – genießt die Natur vom Wasser aus. Nostalgisch geht es auch im Moorexpress zu, der in den Sommermonaten regelmäßig zwischen Bremen, dem Teufelsmoor und Stade auf Schienen verkehrt und auch Räder mitnimmt. Inmitten der faszinierenden Naturlandschaft lädt ein breitgefächertes Angebot an Museen, Galerien und Ausstellungen zu Kunst- und Kulturgenuss ein. Unterwegs kann man sich in Restaurants und Cafés mit herzhaften Gerichten, kleinen Snacks, Kaffee und frisch gebackenen Kuchen stärken. Eine Besonderheit sind die Milchraststätten, die sogenannten Melkhüs. Die kleinen grün-weißen Holzhäuschen befinden sich auf landwirtschaftlichen Höfen, die Landfrauen bieten in der Saison von Mai bis Oktober Milchspezialitäten wie Quarkspeisen und Milchshakes an.

Neue Broschüre für Radwanderer

Für trainierte Radwanderer, Gelegenheitsradler oder Familienausflüge eignen sich viele Touren rund um Worpswede und das Teufelsmoor. Die Routen verlaufen überwiegend auf Wald- und Wirtschaftswegen sowie entlang verkehrsarmer Dorf- und Landstraßen ohne nennenswerte Steigungen. Eine flächendeckende Beschilderung nach den Standards des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) sowie Radkarten bieten eine sichere Orientierungshilfe. Passende Vorschläge für die Planung einer Radtour liefert die neue kostenlose Broschüre „Radwandern im Teufelsmoor – Tipps und Touren“, orientieren kann man sich auch mit der druckfrischen Radwanderkarte des Landkreises Osterholz oder online. Die einzelnen Tagestouren und Radwanderwege stehen unter www.gpsies.com zum Download für den PC sowie Smartphone oder Outdoor-Navigationsgeräte bereit. Mit der entsprechenden App kann man zielsicher navigieren oder beliebige andere Apps nutzen, die dieses Format unterstützen.

List auf Sylt feiert 725. Geburtstag

Die stets frische Brise von der Nordsee, eine ordentliche Portion Sonne und die gesunde, jodhaltige Luft wirken wie ein wahrer Jungbrunnen. Bestes Beispiel dafür ist List auf Sylt: Die Inselgemeinde feiert im Jahr 2017 ihren 725. Geburtstag – und wirkt dabei so jung, aktiv und immer wieder überraschend, wie man es von Deutschlands nördlichstem Fleck gewohnt ist. Vom Weststrand mit ordentlicher Brandung über den romantischen, maritimen Hafen bis zum sogenannten Ellenbogen erwarten Urlauber hier Naturschauspiele, kurzweiliges Strandleben sowie viel Abwechslung. Etwa mit dem vollgepackten Programm zum 725-jährigen Jubiläum. Den Höhepunkt bildet dabei der 21. Juli mit dem großen Hafenfest und dem Open-Air-Konzert der Shanty-Rocker von Santiano.

Deutschlands nördlichster Punkt

Superlative sind auf Sylt bekanntlich keine Seltenheit. Und gerade List kann besonders viel von ihnen bieten: Am Ellenbogen befindet sich – amtlich bestätigt – der nördlichste Punkt Deutschlands. Die einzige Wanderdüne Deutschlands, die man zudem bei geführten Wandertouren zum Fuß der Düne noch besuchen darf, ist ebenso rekordverdächtig wie die nördlichste Fischbude und die kilometerlangen, strahlend weißen Sandstrände. Diese sind bei Urlaubern zu jeder Jahreszeit beliebt, ob beim Sprung ins Nass während der Sommersaison oder bei ausgedehnten Spaziergängen entlang des Flutsaums in Herbst und Winter. Während der Weststrand mit seiner urwüchsigen Nordseebrandung besonders lebhaft ist, steht der ruhigere Oststrand mit seinem flachen Wasser bei Familien hoch im Kurs. Unter www.list-sylt.de gibt es mehr Tipps rund um den abwechslungsreichen Inselurlaub.

Maritimes Flair am Hafen

Ein ebenso beliebter Anziehungspunkt wie die Strände ist der kleine, aber feine Lister Hafen. Seefahrerromantik mit Segelbooten, Ausflugskuttern und der Inselfähre gehört zum Urlaubsfeeling ebenso dazu wie die Holzhäuser im skandinavischen Stil, die seit einigen Jahren den Hafen schmücken. Noch vor rund zehn Jahren gab es auf dem Gelände lediglich die alte Hafenmeisterei, die Bootshalle des Lister Yachtclubs, die Tonnenhalle und natürlich die windschiefen Fischbuden. Heute findet man hier Kunsthandwerk, Mode und Kulinarisches. Nicht weit ist es zudem ins „Erlebniszentrum Naturgewalten“. Wie entstehen Ebbe und Flut, wie können Seevögel gegen den stärksten Sturm anfliegen und wie viel Leben steckt verborgen im Wattenmeer? Diesen und vielen weiteren Fragen können die Besucher der interaktiven Erlebniswelt auf den Grund gehen.

Die Insel Sylt als Zwischenstopp für Kreuzfahrtschiffe

Jeden Tag eine neue Stadt oder eine andere Insel erkunden, ohne die Koffer packen zu müssen. Sich jeden Abend kulinarisch verwöhnen lassen und die Weite des Meeres erleben. Kreuzfahrten werden bei den Bundesbürgern immer beliebter – und das keineswegs nur mit exotischen Zielen wie Asien oder der Karibik, sondern ebenso vor der heimischen Küste. Vor allem entlang der Nord- und Ostsee lohnen viele landschaftlich und kulturell attraktive Ziele einen Besuch. Immer häufiger machen die Luxusschiffe auf ihren Rundreisen auch in heimischen Häfen fest. Sylt für einen Tag – so lautet in diesem Sommer das Motto für viele Kreuzfahrtgäste.

Im Tenderboot auf die Insel

Bei einem Zwischenstopp vor Deutschlands nördlichster Insel geht es besonders maritim zu: Denn direkt an der Pier festmachen wie sonst üblich können die Luxusschiffe hier aufgrund ihrer Größe und ihres Tiefgangs nicht. Stattdessen gehen sie vor Anker, fachmännisch: sie liegen auf Reede. Mit Tenderbooten werden die Passagiere dann von den großen Pötten auf die Insel, etwa in den beschaulichen Hafen von List auf Sylt, gebracht. Der treueste Gast ist dabei zugleich das Schiff mit dem höchsten Standard: Mit dem Prädikat „5-Sterne-plus“ bildet der Luxusliner „MS Europa“ buchstäblich eine Klasse für sich. Das Schiff bleibt oft gleich bis zum nächsten Morgen, sodass die Urlauber auch das Sylter Nachtleben entdecken können. Seefahrtsromantik vermittelt wiederum die „Sea Cloud 2“, ein Luxussegler von heute, der an die große Zeit der Windjammer erinnert. Insgesamt ein halbes Dutzend Kreuzfahrtschiffe sorgen in diesem Sommer für einen Hauch von Fernweh im Lister Hafen. Den Anlaufplan mit allen Details findet man unter www.list-sylt.de.

Viele Möglichkeiten für den Landgang

Nach der kurzen Überfahrt mit dem Tenderboot können die Kreuzfahrer dann skandinavisches Flair im Lister Hafen erleben und im Erlebniszentrum die Naturgewalten der Nordsee hautnah spüren – oder einfach die ursprüngliche Dünenlandschaft genießen. Entdecker können auch den Nördlichsten Punkt Deutschlands auf dem berühmten „Ellenbogen“ finden. Aber auch die „Landurlauber“ freuen sich jedes Mal auf den Besuch der Kreuzfahrtschiffe, die stets beliebte Fotomotive sind. Ab dem Lister Hafen sind übrigens täglich zumindest kleine Touren auf hoher See möglich, von der Piratenfahrt auf einem urigen Kutter bis zur Syltfähre, die die Insel mehrfach täglich mit der dänischen Insel Rømø verbindet.

Nordseeheilbad Bensersiel

Von einem Zimmer mit Meerblick träumen viele Urlauber – aber im Hotel kann die Sicht aufs Wasser ganz schön teuer werden. Camper im Nordseeheilbad Bensersiel haben es da besser: Sie bringen ihre eigene Unterkunft mit und wohnen günstig nicht nur mit Blick auf das Meer, sondern sogar direkt am Meer. Denn der Campingplatz liegt vor dem Deich und bietet ein schönes Nordsee-Panorama – Salzduft und Möwenrufe inklusive. Nur wenige Schritte vom Zelt oder Wohnwagen entfernt kann man je nach Tide baden oder eine Wattwanderung starten, abends sieht man beim gemeinsamen Grillen die Sonne über dem Meer untergehen.

Strand, Sport und Stimmung

Entspannung und Action sind beim Campingurlaub an der Nordsee gut ausgewogen: Relaxen am Strand, ausgedehnte Spaziergänge, Radtouren am Deich, gemütliches Essen auf der Dachterrasse des platzeigenen Restaurants sowie das allgegenwärtige Meeresrauschen bringen Gäste schnell in den Erholungsmodus. Auf Aktive warten der Sportthemenpark und das Meer zum Schwimmen, dazu genießen Camper freien Eintritt ins Meerwasserschwimmbad. Kinder sind überall willkommen – ganz besonders auf dem großen Abenteuerspielplatz und im Indoor-Sandspielplatz „Bennis Abenteuerland“ mit Bällebad, Höhlen, Piratenschiff und Rutschen. Informationen zu den Angeboten gibt es unter www.bensersiel.de. Neben Spaß und Naturgenuss kommt der Komfort beim Campen nicht zu kurz. Denn der mit fünf Sternen ausgezeichnete Platz macht das Outdoor-Leben bequem, dafür sorgen moderne Sanitärgebäude, bunte Kinderbadezimmer und mietbare Privatbäder. In der großen Spülküche kann auch gekocht werden, der Minimarkt hält frische Brötchen und mehr bereit und WLAN ist überall verfügbar.

Schiffe, Seehunde und Shoppen

Wer nicht nur aufs Meer schauen, sondern auch in See stechen will, bucht eine Kuttertour zum Angeln oder zu den Seehundbänken. Auch die der Küste vorgelagerten Inseln Langeoog und Spiekeroog laden zu einem Tagesausflug ein. Museen, Restaurants und Galerien finden sich in Esens, wo dazu ein Shoppingbummel durch die vielen Geschäfte lockt. Und mit Kindern macht es Spaß, die über 40 verschiedenen Bärenfiguren zu entdecken, die das Wahrzeichen der Stadt in bunter Vielfalt zeigen.