Themenhotels an der Nordsee

Manche Hotels und Unterkünfte an der Nordseeküste Schleswig-Holsteins sind so schön und interessant, dass man glatt vergessen kann wie schön es draußen ist.

Hier sind sechs Vorschläge für einen Nordseeurlaub mit „Wohnthema“:

Eine Zeitreise der besonderen Art kann nun in Büsum unternommen werden – „Back to the 50s“ lautet das Motto des neu eröffneten Design-Hotels „50´s Seaside“. Den Charme und das Lebensgefühl der 50er Jahre also wenige Gehminuten vom Strand entfernt. Wenngleich die wenigsten Gäste den direkten Vergleich zu den Jahren des Wirtschaftswunders mit dem Hotel ziehen können; außergewöhnlich und erlebnisreich ist ein Aufenthalt im „50´s Seaside“ auf jeden Fall. Es ist gleichsam eine Zeit- wie eine Entdeckungsreise – teils ist das Hotel mit Originalen aus den 50er Jahren ausgestattet, teils wurden Einrichtungsgegenstände speziell für das Hotel angefertigt. So sitzt der Gast auf mintgrünen Barhockern im Eiscafé-Stil von damals oder an Nierentischen, hört Musik aus der Jukebox (auch die von Elvis Presley, dessen Foto ebenso nicht fehlt wie das der Monroe) oder er holt sich Frühstück aus der Pantry im Retro-Stil. Ja, Retro und Nostalgie wohin man schaut: Schon der Schriftzug über dem Eingang erinnert an die US-Motels der 50er Jahre und der Gast weiß, wohin die Reise geht. Und drinnen die Details, authentisch und liebevoll ausgesucht – ein schwarzes Bakelit-Telefon mit Wählscheibe! (die Älteren erinnern sich), ein Isetta-Modell, die Klingel am Empfang. Man kann sich herrlich verlieren auf dieser Zeitreise. Ach ja, nicht vergessen: draußen wartet die Nordsee und das schöne Büsum. Fazit: Charme der 50er-Jahre, dies gelungen, kombiniert mit modernster Hotelausstattung wie beispielsweise WLAN und Safes im Laptop-Format. Es sind vor allem Kleinigkeiten, auf die geachtet wurde.
www.50seaside.de

Wie fühlen sich Wind und Wetter an, was hört man, wenn es still ist? Über Himmelsbilder staunen und Ruhe vernehmen, das sind lange, lichtdurchflutete Tage im Garten – kaum ein Ort eignet sich dafür so gut, wie der Clausenhof auf Pellworm. Evelyn Thieme-Kienhöfer und Alfons Kienhöfer haben aus dem mehr als 250 Jahre alten Hof ein Idyll geschaffen: Das sind zum einen der Hof und die Ferienwohnungen selbst. Jede hat eine eigene Ausprägung; gemein ist ihnen die Verwendung natürlicher Materialien und historischer Farben – so sind die Wände gekalkt, die Möbel mit Leinöl und Marmormehl behandelt, der Holzfußboden geseift und gelaugt, erklärt Alfons Kienhöfer. Der Clausenhof ist ein Friesenhof wie aus dem Bilderbuch, wobei Altes und Neues sich mit nordischer Klarheit mischen. Zweitens ist der Hof ein Gartenparadies: Die Besitzer haben Themengärten angelegt. So gibt es Obstbäume und Küchengärten, Buchsbaumanlagen und Kräutergärten, auch die in Form und Pflanze authentisch. Mal in strenger Geometrie, mal offen in freier Entfaltung. „Gleich vor dem Gartentor befindet sich der viergeteilte Rosengarten. Den duftenden Rosen gebe ich eindeutig den Vortritt“, sagt Evelyn Thieme-Kienhöfer, „sie blühen in unserem Rosengarten ausschließlich in verschiedenen Rosatönen. Diese werden vom frischen Gelbgrün des Frauenmantels und den luftig-leichten Blütendolden des Dill aufgeheitert.“ Und der Obstgarten: Hier stehen gleichermaßen sehr alte und ganz junge Bäume; er ist ebenso Garant für reiche Ernte im Herbst wie Rückzugsraum. Der Garten lebt von seiner Spannung zwischen strenger Formgebung und freier Entfaltung, ist Nutzen ebenso wie Schönheit. Und dann mal hinhören, wie Ruhe klingt. Und Himmelsbilder gucken.
www.clausenhof.de

In den Marschen Nordfriesland fand der Expressionist Emil Nolde Motive für die wohl stärksten und eindrücklichsten seiner Gemälde – oft Gehöfte auf Warften, unter dem hohen Himmel des Nordens, meist mit Blumen, immer farbstark, manchmal grotesk überzeichnet. Mittendrin in dieser Landschaft liegt in Seebüll – nahe Neukirchen an der dänischen Grenze – ein alter Hof, den dieser bedeutende Maler bis zu seinem Tod bewirtschaften ließ. Nolde zog nach Fertigstellung in das neugebaute Wohnhaus um, gelegen auf dem Gelände des heutigen Noldemuseums. Der Seebüll-Hof, ein schmucker Dreikanthof, – roter Ziegelstein, Reetdach – liegt wenige hundert Meter vom Museum entfernt auf einer Warft und beherbergt heute sechs Gästezimmer. Eine hervorragende Unterkunft für Gäste, die dem Zauber der Landschaft, den Genuss der Farbwelten und der Kraft der Bilder Emil Noldes längst erlegen sind oder sich auf diese wundersame Gegend intensiver einlassen möchten. Die Zimmer sind modern ausgestattet und in schlichtem skandinavischen Stil gehalten, klar und reduziert. Teile der Einrichtung stammen von dänischen Designern. Allein beim Blick aus dem Fenster sieht man Motive, die man meint, aus dem Museum oder von den Bildern Noldes zu kennen – einzelne Blumen, gewaltige, leere Landschaft, dramatische Himmelbilder. Mittendrin im Noldeland. Es ist eine Unterkunft, die zum Träumen anregt und näher kann man Nolde nicht kommen. Erstens: die Lage, und zweitens hängt in jedem Zimmer ein Bild vom Emil Nolde (leider nur Nachdrucke). Und eben hier hat der Meister gewohnt, gelebt und sein Geist scheint im Seebüll-Hof weiterzuleben. Unter dem hohen Himmel Nordfrieslands.
www.nolde-stiftung.de

Im Osten ist Sylt still und schön. Unverbaute Wiesenlandschaften und Weiden, Reetdachhäuser prägen das Bild des Marschendorfes Morsum, die Landschaft so weit. Ein Ort, zum Innehalten und zur Ruhe kommen, wer Abstand vom Alltag sucht, ist hier richtig. Kunst schätzt diesen freien Raum; hier ist Platz und Muße, sie zu genießen. In Morsum steht die „Hofgalerie“; ein schönes, weißes Haus. Eine Kunst-Galerie, in der man wohnen kann. Einst der Dorfkrug und Gasthaus, später eine Galerie. Nun ein kleines, feines Hotel, in dem Sylter Künstler ausstellen. Hier wurde der Gedanke, Kunst und Sylter Künstlern einen Raum, ein Forum, zu geben und dies Gästen in entspanntem Rahmen zugänglich zu machen, konsequent zu Ende gebracht. 20 elegant gestylte Suiten stehen Gästen im historischen Haus und modernen Anbau zur Verfügung, allen gemein ist der Blick in die weite Landschaft. Mitunter wirkt die Einrichtung opulent, es wurde bewusst nach Bindungen an die Zeit der Grand Hotels gesucht. Eine große, schöne Bühne also für Sylter Kunst und Künstler. Werke des Morsumer Goldschmieds Jonas Raspé sind beispielsweise zu sehen ebenso wie Bilder der Sylter Malerin Anke Bertheau, die ihre Gemälde nach den vielfältigen Eindrücken der Nordsee-Insel malt: charakteristische Landschaften wie das bewegte Meer, weite Sandstrände oder stille Wattlandschaften. Es lohnt sich, in der Hofgalerie auf Entdeckungsreise zu gehen. Es ist Zeit und Muße dafür – und eine stille, schöne Landschaft drum herum.
www.hotelhofgalerie.de

Nein, man muss kein Yogi sein, um in „Das Kubatzki“ zu kommen. Zwar steht das moderne, gastfreundliche Haus in St. Peter-Ordings bester Lage für Yoga wie kaum ein zweites, doch stellt sich Entspannung und Wohlbefinden hier auch abseits der Yogamatte ein. In der Hängematte, draußen zwischen den Kiefern, mit dem Duft von Harz in der Nase und dem Meeresrauschen im Sinn. Zum Beispiel. Oder an der Tafel mit Freunden oder am Tisch zu zweit, am Tresen oder auf der Terrasse. Doch zum Yoga: „Ob fließend oder gehalten, Anspannen oder Loslassen – aus diesen scheinbaren Gegensätzen setzen sich unsere Stunden zusammen. Eine gesunde Ausrichtung basierend auf den modernsten anatomischen und physiologischen Kenntnissen dominiert unsere Arbeit. Investiere Kraft, um Energie zu spüren! Passive und aktive Momente wechseln sich ab – ein kreatives, undogmatisches Yoga!“ – so beschreibt Yogalehrerin und Inhaberin Dörte Kubatzki die Philosophie. „Und ein erholsamer Schlaf erfrischt den Körper, ein klares Design den Geist“, ergänzt ihr Mann Marco (selbst kein Yogi, schließlich ist „Das Kubatzki“ ein undogmatisches Haus!) und beschreibt das Design der Zimmer: „Das Auge ruht gern auf weißen Oberflächen, deshalb herrscht Weiß in den Zimmern vor. Es darf kontrastieren mit Schwarz und edel wirken neben Grau – zusammen mit Holz ergibt das einen unschlagbaren zeitlosen Stil!“ Die Zimmer und Suiten also in klarem nordischen Design. Und die Gerichte? Sind großartig. Regionales und Saisonales, handverlesen und frisch – die Speisekarte bietet Gesundes und Raffiniertes, unschlagbar das milde Lammcurry. Dazu ein gutes Glas Wein. Yoga und Genuss – dafür steht „Das Kubatzki“. Das Undogmatische.
www.das-kubatzki.de

In der alten Berufschule von Tönning hat Uwe Peters vor fast zwanzig Jahren ein Hotel eröffnet, das sich wie kaum ein anderes dem Gedanken an Nachhaltigkeit und Regionalität verschrieben hat – „Bio“ ist kein leeres Modewort, sondern gelebte Gastfreundschaft, ja eine Lebenseinstellung: Das Vier-Sterne-Hotel „Miramar“ ist das erste zertifizierte Bio-Hotel in Schleswig-Holstein. „In unserem Restaurant „Alte Schule“ verwenden wir Zutaten aus kontrolliert biologischer Produktion – vorrangig Frisches und Saisonales aus der Region. So stammt beispielsweise der Käse aus der Friesischen Schafskäserei von der Halbinsel Eiderstedt.“ Wo einst Kinder die Schulbank drückten, sind aus den Klassenzimmern 34 komfortable Gästezimmer mit gehobener Ausstattung entstanden – mit hellem Holz und Textilien, schlicht, nordisch frisch, nachhaltig produziert. Das „BioHotel Miramar“ liegt wenige Minuten vom Hafen und dem historischen Marktplatz Tönnings entfernt. Und: „Wer mit der Bahn anreist, bekommt von uns – nach Verfügbarkeit – ein kostenloses Leihfahrrad oder eines unserer Elektroauto für Ausflüge in die Umgebung ausgeborgt!“ Sagt der Hotelchef. So bleibt der ökologische Fußabdruck klein. „Eigentlich ist es ganz einfach: Wir besinnen uns auf das, was sich in unserer Region ohne globalen Einfluss immer bewährt hat.“ Dazu gehört auch die Verwendung nachhaltig produzierter Energie und Baustoffe sowie – nur ein Beispiel – von Handtüchern aus Bio-Baumwolle. Eine Auszeit vom Alltag. Urlaub mit gutem Gewissen und im Einklang mit der Natur – ohne Verzicht auf Komfort und Genuss.
www.biohotel-miramar.de

Segel setzen und Leinen los

Die Nordsee mit ihren Gezeiten, Untiefen und Strömungen gilt als eines der anspruchsvollsten Segelreviere in Europa. Da das Wattenmeer Nationalpark ist und seit 2009 zum UNESCO Weltnaturerbe zählt, gelten zudem besondere Regeln und Vorschriften für das Befahren. Wer hier die Segel setzt, sollte ein erfahrener Skipper sein.

Alle 6 Stunden wechseln sich Ebbe und Flut ab. Während die Nordsee auf sich warten lässt, wird die Theorie geübt. Navigation, Wetter, Wind, Strömungen, sowie Fachbegriffe für Manöver, wie Wenden und Halsen – all das gehört erstmal bei der Schulung zu den Grundlagen. „Segeln ist komplex, weil viele natürliche und menschliche Aspekte berücksichtigt werden müssen“, sagt Peter „Pitschi“ Schaper. Er ist Inhaber einer Wassersportschule auf Föhr und Urgestein des Wassersports an der Westküste. Das gemütliche Strandbistro – was zu seiner Surf- und Segelschule gehört- ist ein beliebter Treffpunkt der Wassersportbegeisterten auf Föhr mit Panoramablick auf die „Skyline“ von Hallig Langeness.

Wassersport gehört zu Nordsee, wie das Fischbrötchen. Segeln, Strandsegeln, Surfen und Kiten kann man in nahezu allen Orten und auf jeder Insel erlernen. Einsteigerkurse, Aufbaukurse und Kurse für Fortgeschrittene bieten die verschiedenen Wassersport- und Segelschulen an. Die Vorkenntnisse sind meist sehr unterschiedlich. Daher sind erfahrene Wassersportlehrer genau die richtigen Ansprechpartner, bevor man sich auf das Wasser begibt. „Gerade die Nordsee hat so ihre Tücken. Die Strömungen, Untiefen und Wetterwechsel machen es hier besonders anspruchsvoll,“ nennt Schaper die Unwägbarkeiten, mit denen er sich bestens auskennt. Seine Schüler und die Insulaner nennen ihn „Pitschi“, weil er schon eine Institution auf der Nordseeinsel ist. Kindern und Erwachsenen bringen er und seine Lehrerinnen und Lehrer geduldig und leidenschaftlich das Segeln, Windsurfen und Kiten bei.

Dabei hat er schon so manchen kuriosen Fall in seiner Surfschule gehabt: „`Natürlich kann ich segeln, ich bin schon mit einem Segelboot über den Atlantik`”, amüsiert sich Schaper über die Einschätzung so manches Schülers über seine Vorkenntnisse. „So oder ähnlich lautet häufig die Antwort, wenn sich jemand einen Catamaran leihen möchte. Wenn man die Leute dann segeln schickt, passiert häufig das zu Erwartende. Einer nimmt Kurs direkt nach Dagebüll, was aber nicht die gewollte Richtung ist, ein anderer meint Langeneß sei das richtige Ziel. Ein Dritter übt sich im Dauerkentern. Alle sind wieder eingefangen worden, haben mit Freude einen Segelkurs belegt und erzählen bei Ihrer nächsten “Atlantiküberquerung” vom Catamaran-Segeln auf Föhr.“, erzählt Schaper.

Und fügt erheitert eine weitere Anekdote an: „Wind aus Nordwest 4-5 Beaufort. Ein Surfschüler fällt ins Wasser und das Segel legt sich so unglücklich auf das Brett, das sich Brett und Segel in Richtung Festland aufmachen. Nachdem der Schüler mit Motorboot geborgen wurde, ist das Brett und Segel verschwunden. Schüler da, Brett weg! Am nächsten Morgen kommt ein Telefonanruf: `Polizeistation Leck, wir haben am Deich ein Brett mit Segel gefunden. Da ist euer Aufkleber drauf.` Ich: `Ja super, ich hole das dann am Abend ab.´ Daraufhin entgegnet die Polizei `Wir können das Brett aber nicht mitnehmen; wir sichern das.´ Kurzerhand wurde das Brett verhaftet und mit Handschellen an einen Pfosten gekettet. Abends kam das Brett mit Segel dann auf Kaution frei und schwamm am nächsten Tag wieder in heimatlichen Föhrer Gewässern,“ lacht Schaper.

Segeln ist scheinbar ein amüsantes Abenteuer im Wattenmeer. Mehr als ein Dutzend Wassersportschulen entlang der Küste bieten Kurse für Kinder und Erwachsene mit großen oder kleinen Vorkenntnissen an – u.a. diese:

Segeln und Surfen lernen mit Peter Schaper auf Föhr
Am Strand von Föhr lernt man vom Altmeister Peter Schaper den Umgang mit der Nordsee, dem Wind und dem Segel. Die Kurse werden in drei Kategorien für das Windsurfen, das Kiteboarden und das Segeln angeboten: die Grundkurse, Aufbaukurse und Kurse für Fortgeschrittene. Die ausgebildeten Lehrer unterrichten nach den Richtlinien des VDWS (Verband deutscher Windsurfing – und Wassersportschulen).
www.windsurfing-foehr.com

Katamaransegeln in St. Peter-Ording
Die Wassersportschule X-H2O in St. Peter-Ording bietet Katamaransegelkurse für Einsteiger an, die sich mit dem faszinierenden Sport auf dem Wasser vertraut machen wollen. Sonja Behrendt & Hein Jeve betreiben seit 2006 die Wassersportschule auf einem der Pfahlbauten am Strand und reichen einen Sundowner in ihrer Café-Bar mit Blick auf die Nordsee.
http://x-h2o.de

Segeln lernen auf Amrum
Auf der Insel Amrum verleiht Ricklef Boyens Katamarane an erfahrene Segler und bietet Schulungen für Kinder und Erwachsene an, die noch nie zuvor auf einem Katamaran gesegelte sind. Neopren-Anzüge, Schuhe und Schwimmwesten sind in der Kursgebühr enthalten.
www.surfschule-amrum.de

Segeln lernen oder mitsegeln auf Sylt
Christopher Bünger bringt Kindern ab 8 Jahren und Erwachsenen das Segeln auf der Nordsee vor Sylt bei. In Hörnum und Wenningstedt befinden sich die Dependancen der Surfschule Südkap Surfing. Für diejenigen, die nicht selber segeln wollen, gibt es auch Ausfahrten mit einem erfahrenen Skipper. So kann man Sylt von der Wasserseite betrachten.
www.suedkap-surfing.de

Weitere Wassersporttipps:

Tertius Regatta vor Meldorf
Für all diejenigen, die Trocken und auf dem Festland die Segler in Aktion bestaunen wollen, findet die 64. Tertius-Regatta vom 26. – 28. August 2016 vor Meldorf statt. Der Meldorfer Segelverein, übrigens erster Segelverein, der als Nationalparkpartner zertifiziert ist, veranstaltet die Traditionsreiche Regatta gemeinsam mit dem Büsumer Seglerverein. Zusammen mit der Regatta wird das Fest des Weltnaturerbes Wattenmeer gefeiert.
http://www.msv-meldorf.de

Optilager für Kids in Friedrichstadt
Der Segel Club Friedrichstadt e.V. lädt junge Seglerinnen und Segler bis zum Alter von ca. 13 Jahren zu seinem 45. Opti-Lager, vom 27. August bis zum 03. September 2016 ein. Die Mädchen und Jungen werden ihrem seglerischen Können entsprechend in 3 Gruppen eingeteilt –Anfänger, Fortgeschrittene und „Profis“- und rund um die Uhr von engagierten Betreuern versorgt, in Praxis und Theorie des Segelns trainiert und natürlich verpflegt.
http://www.scfr.de/

Buxtehude und Stade bezaubern durch malerische Häfen und prächtiges Fachwerk

Buxtehude ist als märchenhafte Heimat von Hase und Igel berühmt geworden. Die Stadt aber gibt es wirklich – ebenso wie die andere Hansestadt im Alten Land am Elbstrom, Stade, ist sie zu jeder Jahreszeit eine Reise wert. Die beiden maritim geprägten Orte locken mit ihren Altstädten, romantischen Gassen, idyllischen Häfen und Fachwerkhäusern, aber auch vielfältigen Einkaufsmöglichkeiten und jeder Menge Kulturhighlights.

Die maritime Hansestadt Stade

Auf eine über 1.000-jährige Geschichte kann Stade zurückblicken, es hat sich bis heute seinen mittelalterlichen Charme bewahrt. Im vom Burggraben eingerahmten Altstadtkern befinden sich nahezu alle Sehenswürdigkeiten. Die alte Hafenanlage aus dem 13. Jahrhundert ist eine der ältesten Europas. Umgeben von prachtvollen Fachwerkhäusern kann man vom Hafen aus den Fischmarkt mit historischem Holzkran und der Stadtwaage bewundern. Seit Jahrhunderten bewacht der Schwedenspeicher die Hafeneinfahrt. Heute zeigt hier das mehrfach preisgekrönte Museum Schwedenspeicher spannend und multimedial die Stadtgeschichte. Entlang der Fußgängerzone mit den mittelalterlich anmutenden Gassen reihen sich die vielen verzierten Fachwerk-Kaufmannshäuser wie Perlen an einer Kette. Bei speziellen Erlebnis-Stadtführungen kann man Stade am besten entdecken. “Auf den Spuren der Hanse” etwa ist man hautnah dabei, wenn eine Schiffersfrau von der Entstehung des Hansehafens erzählt. Oder man trifft Lüder, den Stadtschreiber, der vor dem Rathaus eine Ansprache ans Volk hält.

Mit Hase und Igel durch die Hanse- und Märchenstadt Buxtehude

“Ick bün al hier!” heißt es in charmantem Plattdüütsch im Märchen der Gebrüder Grimm vom Rennen zwischen Hase und Igel. Buxtehude ist Schauplatz des berühmten Wettlaufs. In der über 1.000 Jahre alten Stadt begrenzt noch heute ein alter Festungsgraben die Altstadt mit ihren Fachwerkhäusern, der St. Petri-Kirche und dem Fleth. Auf Kopfsteinpflaster geht es vorbei an restaurierten Kaufmannshäusern und kunstvollen Fachwerkgiebeln. Maritime Anziehungspunkte sind die grachtenartige Flethanlage mit dem Ewer Margareta, die Mühle am Fleth, der Stavenort, das Kulturforum am Hafen oder der Marschtorzwinger, einer von ehemals fünf Rundtürmen an der Stadtmauer. Buxtehude besitzt ein vielfältiges Kulturleben, das Buxtehude•Museum etwa vereint Regionalgeschichte und Kunst.

Historisches Kleinod: Schloss Agathenburg

Schloss Agathenburg – das ist Geschichte und Kultur pur. Heute präsentiert sich das Schloss als historisches Kleinod der Region und als Kulturort mit Konzerten von Klassik bis Jazz, mit Lesungen und Ausstellungen zeitgenössischer Kunst. Der verwunschene Schlosspark mit seinen Teichen und der Rosengarten mit seinen Buchsbaumhecken laden zum Spazierengehen ein. Mehr Informationen auch zu weiteren kulturellen Schätzen der Region wie dem Klosterpark Harsefeld, dem Kehdinger Küstenschifffahrts-Museum oder dem Museum Altes Land gibt es unter www.urlaubsregion-altesland.de und unter Telefon 04142-813838.

Fachwerk, Mühlen, Leuchttürme

Ein prägendes Merkmal fast aller Orte in der Urlaubsregion Altes Land am Elbstrom ist das Fachwerk. In den Hofeinfahrten finden sich dazu noch prächtige sogenannte Prunkpforten, die altehrwürdigen Fachwerkbauten faszinieren mit Brauttüren und Giebelzierden. Auch heute noch prägen Wind- und Wassermühlen sowie Leuchttürme das Landschaftsbild zwischen Nordsee, Elbe und Weser. Einige von ihnen können besichtigt werden, sodass ihre Geschichte erlebbar wird.

Aktivurlaub an der Nordsee statt Diät

In wenigen Wochen beginnt die Strandsaison – Zeit, sich für sonnige Stunden in T-Shirt, Trägertop oder Bikini in Form zu bringen. Die gute Nachricht dabei: Hungern fällt aus.

Das Schönheitsideal ist im Wandel. Die alte Formel „möglichst jung und möglichst mager“ hat ausgedient. Als attraktiv gelten ein starker, athletischer Körper und eine selbstbewusste Haltung – unabhängig von Alter und Gewichtsklasse. Mit dem Titel „Strong ist das neue Skinny“ bringt ein aktueller Bestseller das neue Ideal auf den Punkt. Der Schlüssel zu einem neuen Körpergefühl und starkem Selbstbewusstsein liegt in der Kombination aus Bewegung, der richtigen Ernährung und gezieltem Training. Das einzig Schwierige daran ist der Anfang. Wer sich einmal überwunden hat, gewöhnt sich schnell an einen aktiven Lebensstil und ein besseres Körpergefühl.

Pause vom Alltag
Starthilfe geben die Angebote der Heilbäder und Kurorte in Schleswig-Holstein. Ein Gesundheitsurlaub, eine Kur und selbst ein verlängertes Wohlfühlwochenende bieten die besten Voraussetzungen, sich auf neue, gesunde Gewohnheiten einzustellen. Ein paar Tage am Meer oder im Binnenland mit seinen Seen und Wäldern lassen den Alltag in die Ferne rücken. Die salzige Brise der Nordsee und das Spiel von Sonne und Wolken über dem Wattenmeer kitzeln die Sinne wach. Die Ostsee mit ihren Stränden und Steilküsten macht Lust aufs Laufen. Die Wälder, Wiesen und Dörfer der Holsteinischen Schweiz bieten unzählige Möglichkeiten für Landpartien zu Fuß oder mit dem Fahrrad.

Erste Erfolge kommen schnell
Alle schleswig-holsteinischen Kurorte sind umgeben von Naturlandschaften. Ruhe und gesundes Klima wirken wohltuend auf gestresste Nerven. Hier kommt man mit guter Laune in Bewegung. Sportangebote von Bogenschießen bis Body Workout, sportmedizinische Diagnostik und individuelle Aktivprogramme bieten Anreize und professionelle Begleitung. Wer den Spaß am Sport einmal entdeckt hat, kann sich schon bald über erste spürbare Erfolge freuen. Ausdauer und Kraft nehmen zu. Das motiviert zum Weitermachen, weckt Ehrgeiz und ein neues Körperbewusstsein. Der Appetit auf gesundes und vollwertiges Essen kommt dann von selbst, Fast Food und schwere Kost verlieren ihren Reiz.

Für Einsteiger: Nordic Walking
Ein guter Einstieg für alle, die nicht an Sport gewöhnt sind, ist Nordic Walking. Das schnelle Gehen mit Stöcken regt den Stoffwechsel an, löst Verspannungen und fordert viele Muskelgruppen im Körper. Dabei schont dieser Sport die Gelenke und birgt keine medizinischen Risiken. Anfänger und Menschen mit Übergewicht können langsam beginnen, und das Tempo und die Intensität allmählich steigern. Im Nordic Fitness Park in der Holsteinischen Schweiz haben Sportler die Wahl zwischen 21 Routen verschiedener Schwierigkeitsgrade. Die Wege ziehen sich 152 Kilometer weit durch das Seen- und Waldgebiet und verbinden den Kurort Bad Malente mit den Städten Plön und Eutin. Auch in den Heilbädern an Nord- und Ostsee gehört Nordic Walking zu den beliebtesten Sportangeboten. In der salzigen Seeluft und mit Sand unter den Füßen wird der Sport zum Erlebnis für alle Sinne.

Schwerelos mit Aqua-Fitness
Ein beliebtes Aktivprogramm für Einsteiger ist auch Aqua-Fitness. Dieses Training nutzt die Wirkung, die das Wasser auf den Körper hat: Der Auftrieb hebt das Körpergewicht zum größten Teil auf. So fallen überschüssige Pfunde nicht ins Gewicht, und schwerelos macht der Sport mehr Spaß. Zugleich verlangsamt der Wasserwiderstand die Bewegungen, fördert den Muskelaufbau und strafft das Gewebe. Herz und Kreislauf kommen auf Touren, der Stoffwechsel verbessert sich und die Ausdauer wächst. Im Meerwasserbad kommt die heilende Wirkung des Salzwassers auf die Haut noch dazu.

Mehr Kraft, weniger Kilos
Das Angebot der Kurorte und Heilbäder ist vielfältig. Kurse und individuelles Training für Muskelaufbau und Fettverbrennung im Fitness-Center gehören ebenso dazu wie Aktivitäten im Freien. Radfahren, Kanutouren, Wattlaufen oder Stand Up Paddling sind nur einige Bespiele für die vielen Möglichkeiten, draußen in Bewegung zu kommen und die Kondition zu steigern. Auf dem Weg zu mehr Kraft und weniger Kilos spielt die Ernährung eine wichtige Rolle. Unterstützung dabei bieten Präventionskurse und Ernährungsberatung für Gesundheitsurlauber und Kurgäste. Hier lernt man, was gesund ist und Nährstoffe bringt – und kann den Spaß am gesundheitsbewussten Kochen und Essen neu entdecken.

Infokasten: Gut zu wissen
• Eine Kur sollte mindestens drei, besser vier Wochen dauern.
• Auf eigene Kosten kann man sich jederzeit eine Kur gönnen. Dafür halten Heilbäder und Kurorte attraktive Angebote bereit.
• Wenn eine medizinische Notwendigkeit vorliegt, werden innerhalb des Sozialversicherungssystems und nach dem Beamtenrecht die Kosten von dem zuständigen Leistungsträger ganz oder teilweise übernommen. Mehr Infos dazu finden Sie unter www.die-neue-kur.de
• Beantragen Sie eine Kur gemeinsam mit Ihrem Arzt. Als ambulante Vorsorgeleistungen gehören Kuren nach wie vor zum Leistungsangebot der Sozialversicherungen.

Von Hamburg bis Wittenberge

Metropolen wie Hamburg, historische Städte und kleine, beschauliche Orte. Dazu jede Menge Natur und Rückzugsräume für selten gewordene Tier- und Pflanzenarten, etwa im Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe – und das alles stets in Sichtweite des Flusses. Wie eine Perlenkette reihen sich die Sehenswürdigkeiten entlang des großen Stroms aneinander. “Gerade die Abwechslung macht den Reiz einer Tour durch diese Flusslandschaft aus, ob mit dem Auto, mit dem Fahrrad oder auf dem Wasserweg”, berichtet Reisejournalistin Beate Fuchs von der Ratgeberzentrale.de. Zwischen der pulsierenden Metropole Hamburg und der in der Prignitz liegenden Stadt Wittenberge gibt es viel zu entdecken, Anregungen und Tipps liefert etwa die Website www.kurs-elbe.de.

Von der Metropole Hamburg hinaus in die Elbmarsch

Von Hamburg mit seinem Welthafen geht es zunächst durch die Vier- und Marschlande bis nach Bergedorf. Weiter elbaufwärts in Zollenspieker/Hoopte befindet sich die älteste Elbefährstelle, in Winsen (Luhe) in den Elbmarschen fasziniert der Stadtkern mit dem prächtigen Wasserschloss. Flussaufwärts bei Geesthacht befindet sich die größte Fischaufstiegstreppe in Europa. Erlebbare Geschichte gehört zu einer Reise entlang der Elbe auch dazu: Vor einem Vierteljahrhundert markierte der Fluss zwischen Boizenburg und Schnackenburg die Grenze zwischen Ost und West. Zahlreiche Museen, Wachtürme und Grenzanlagen zeugen noch heute davon. Eine zumindest erfreuliche Folge dieser wechselvollen Geschichte: Die Grenzbereiche wurden zum Refugium für die Natur, heute zählt dieser Bereich zu den artenreichsten Landschaften Deutschlands. Daher ist es nicht selten, dass Störche, Rotmilane und Seeadler über dem Fluss dahinziehen oder Biber an den Ufern zu beobachten sind. Am besten lassen sich diese seltenen Tierarten vom Wasser aus bei einer Schiffstour erleben.

Flussaufwärts bis in die Prignitz

Zum Fluss gehört schließlich auch die Schifffahrt: Im Elbschifffahrtsmuseum in Lauenburg wird eindrucksvoll die tausendjährige Entwicklung gezeigt. Lohnenswert ist auch ein Besuch der Altstadt mit den vielen Fachwerkhäusern oder des jährlich stattfindenden Festes der Elbschifffahrt Ende April. Ein weiteres Kleinod ist die in Mecklenburg-Vorpommern gelegene Stadt Boizenburg mit ihrem modernen Stadthafen. Das Fachwerkstädtchen Bleckede trumpft mit dem Biosphaerium Elbtalaue und Hitzacker mit seiner malerischen Inselstadt auf. Ein Paradies für Kanufahrer, Segler und Surfer wiederum ist der See in Gartow. Flussaufwärts bietet die Stadt Dömitz eine beeindruckende Festungsanlage. Eine der ältesten Städte in der Mark Brandenburg ist Lenzen. Die letzte Station der Elbreise bildet schließlich Wittenberge im Radlerparadies Prignitz. Die Altstadt mit ihren Jugendstil- und Gründerzeitbauten ist immer einen Besuch wert.

827. HAFENGEBURTSTAG HAMBURG

Beim größten Hafenfest der Welt präsentiert sich Jahr für Jahr ein Länderpartner. Vom 5. bis zum 8. Mai 2016 beim 827. HAFENGEBURTSTAG HAMBURG stellt sich ein kleines Land in seiner kulturellen und kulinarischen Vielfalt vor, das mit Deutschland durch die Donau verbunden wird. Ungarn sorgt für feurige Stimmung, Spaß und Unterhaltung in der Hansestadt mit einem abwechslungsreichen Bühnenprogramm an der Kehrwiederspitze. Es erklingen ungarische Melodien und Operette, Feuertanz, Folklore und die Akrobatik der Springseil-Weltmeisterin verzaubern das Publikum.

Die große Attraktion kommt nach dem Budapester Frühlingsfestival direkt nach Hamburg: Die drei Meter hohen und 20 Meter langen beleuchteten Budapest-Buchstaben – Holzentwurf ungarischer Jungdesigner der Architektengruppe Hello Wood – werden sicherlich für viele ein beliebtes Foto- oder Selfie-Motiv des diesjährigen HAFENGEBURTSTAG HAMBURG sein.

Kesselgulasch aus besonderem Mangalica Fleisch, Fischsuppe und weitere ungarische Spezialitäten aus Bioprodukten als warme und kalte Vorspeisen, wie z.B. Gänseleber, Kuh- und Ziegenmilchkäse, Wildfleisch, sauer eingelegtes Gemüse in Begleitung von den besten ungarischen Qualitätsweinen, Pálinka und Unicum werden Feinschmecker erfreuen. Auch handwerklich hergestellte Biere (Craft Beer) aus Ungarn stehen zur Auswahl. Für Naschkatzen gibt es das einladende Hefegebäck Kürtöskalacs mit Zimt-Zuckerduft. Übrigens, Ungarn ist das erste Land, das das Anbauverbot gentechnisch veränderter Pflanzen auf seinem Territorium sogar in seiner Verfassung fest verankert hat.

Ungarn ist das Land mit dem größten (76 km langen) Süßwassersee Mitteleuropas, dem Balaton. Hier findet seit 1934 der Segelwettbewerb Blaues Band statt. Mit mehr als 1.300 Thermalquellen, 83 qualifizierten Heilbädern und 16 anerkannten Kurorten ist Ungarn ein sehr beliebtes Gesundheitsziel – sogar mit direkter Flugverbindung von Hamburg nach Bad Hévíz. Im größten Heilsee der Erde kann man auf einer Fläche von 4,7 Hektar zwischen Lotusblüten schwimmen. Die Wassertemperatur sinkt selbst im kältesten Winter nicht unter 25 Grad. Die Donau fließt über 417 km durch Nationalparks, vorbei an historischen Städten wie Györ, Esztergom, Visegrád, Budapest und die Puszta. Die beliebte Donau-Kreuzfahrt erlebt einen Boom. Die Hauptstadt Budapest hat letztes Jahr über 2.000 Flusskreuzfahrtschiffe registriert und einen Besucherzuwachs von mehr 20 % verzeichnet.

Wasser verbindet auch die zwei Sportnationen Deutschland und Ungarn. In Wassersportarten wie Kajak, Kanu, Schwimmen oder Wasserball hoffen wir im Olympiajahr auf Erfolge!

Wangerooge: Arbeiten am Dorfgrodendeich beginnen

Im Auftrag des NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) beginnen in diesen Tagen die Arbeiten zur Erhöhung und Verstärkung des Dorfgrodendeiches auf Wangerooge. „Diese rund ein Kilometer lange Teilstrecke zwischen Bahnschart und Richthofenstraße ist ein wichtiger Abschnitt in der Erneuerung des Dorf- und Ostgrodendeiches an der Wattseite der Insel, die wir zwischen 2014 und 2018 verwirklichen”, erläutert Frank Thorenz als Leiter der zuständigen Betriebsstelle Norden-Norderney des NLWKN. Die insgesamt circa 3,3 Kilometer lange Deichstrecke weist Fehlhöhen von teilweise mehr als einem Meter und nur eine sehr schwache Kleiabdeckung auf. Der neue Deich erhält ein massives Fußdeckwerk aus Wasserbausteinen und eine Kleiabdeckung von 1,5 Metern an der Seeseite und einem Meter an der Landseite. So ist er gegen den starken Wellenangriff in Sturmfluten gewappnet. In den Vorjahren waren bereits der östliche Teil der Deichstrecke sowie das in der Deichlinie liegende Bahnschart und das Schöpfwerk neu gebaut werden. „Die Maßnahmen tragen wesentlich zur Verbesserung des Sturmflutschutzes für Wangerooge bei und sollen im Herbst abgeschlossen sein” ergänzt Thorenz.

Für die Deichverstärkung werden insgesamt circa 40.000 Kubikmeter Klei und ca. 6.000 Tonnen Schüttsteine auf die Insel gebracht. „Der Transport ist eine große logistische Herausforderung”, unterstreicht NLWKN-Projektleiter Theo van Hoorn. „Alle Schritte müssen exakt aufeinander abgestimmt sein”. Das Material wird im Hafen Harlesiel auf Pontons umgeschlagen und über die Hochwasserzeit bis in das Watt vor Wangerooge gebracht. Dort wird das Material um die Niedrigwasserzeit entladen und auf einem durch das Watt laufenden knapp zwei Kilometer langen Sanddamm mit geländegängigen Fahrzeugen zur Einbaustelle transportiert.

Für die Dauer der Baumaßnahmen werden der Ostflügel des Ostgrodendeiches bis zum Schöpfwerk sowie der Zugang zum Wattwanderweg am Bahnschart geöffnet belieben. Die übrige Deichtrasse wird wegen der Arbeiten gesperrt. Zusätzlich werden im Bereich des Ostinnengrodens Maßnahmen zur Biotopverbesserung als Kompensation durchgeführt, weil durch den Deichbau wertvolle Biotope beeinträchtigt werden. Thorenz lobte die gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde Wangerooge, den Naturschutzbehörden, dem Mellumrat und allen weiteren Beteiligten.

Die Herstellungskosten des aktuellen Bauabschnittes betragen etwa fünf Millionen Euro, die gemeinsam vom Land Niedersachsen und vom Bund aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes getragen werden.

Die Insel Wangerooge wird durch fast sechs Kilometer Deiche und elf Kilometer Schutzdünen vor Sturmfluten geschützt und in ihrem Bestand gesichert.

Auf den Spuren von Rungholt

„Ich nehme Sie heute mit auf eine Zeitreise“, sagt Wattführerin Christine Dethleffsen. Sie steht auf dem Deich bei Fuhlehörn auf Nordstrand und blickt auf das Wattenmeer, das Wasser läuft ab, erste höher liegende Wattbereiche fallen trocken. Im Westen ist die Hallig Südfall zu erkennen. „Es geht ins Mittelalter. In die Zeit der Hanse.“ Sagt die zertifizierte Nationalparkwattführerin, sie führt Gäste nach Rungholt. Dem legendären Rungholt, einem sagenhaften Ort; untergegangen in einer verheerenden Orkanflut vor mehr als 650 Jahren. „Kommen Sie, wir müssen langsam los, das Meer wartet nicht und es ist ein langer Weg …!“ Nicht nur in die Zeit zurück, sondern auch über eine Landschaft, die einst unterging – und zweimal am Tag bei Niedrigwasser ein wenig wieder aufersteht.

„Wir können die große Runde dorthin nur machen, wenn Nipptide ist – das Wasser also besonders tief abläuft. Sonst sind manche Gebiete überhaupt nicht zu erreichen. Entweder sie tauchen gar nicht auf oder die Priele, die wir auf dem Weg dorthin überqueren müssen sind viel zu tief.“ Auf festem Watt geht es im Zick-Zack gen Westen, den direkten Weg versperren Priele. Es sind insgesamt 14 bequem zu gehende Kilometer.

Die Gruppe erreicht den „Tonnenstein“; der den Eintritt in das Gebiet ehemaliger Warften markiert. „Warften sind künstlich aufgeworfene Wohnhügel“, erklärt Christine Dethleffsen, „sie ragten auch bei Sturmflut noch aus der tobenden Nordsee – dorthin haben sich Mensch und Vieh immer vor dem zu hohen Wasser retten können.“ Nur 1362 nicht mehr – dann kam die alles ertränkende „Marcellusflut“. Die Wohnhäuser von damals sind längst verschwunden, die Warften aber konnte die Nordsee bis heute nicht ganz abrasieren. Der geübte Blick erkennt sie schnell im abgelaufenen Watt.

„Das hier war eine Kirchwarft“, erklärt sie, „man erkennt es daran, dass keine Brunnenreste gefunden wurden.“ Damals schachteten die Leute ihre Brunnen mit Torfsoden aus, diese charakteristische Struktur wird zur Zeit eher selten gefunden, da sie zugeschlickt sind. Aber sie markieren ganz sicher alte Siedlungsplätze. „Also: Willkommen in Rungholt – der Tonnenstein liegt im Bereich der Obbenbüller Kirche, hier wird der Beginn des eigentlichen Rungholtgebietes angenommen!“

1362 ging eine ganze Landschaft unter – ein Ort trug den Namen „Rungholt“ (der lag zwischen den heutigen Inseln Nordstrand und Pellworm) und er wurde zum Synonym für die ganze Landschaft. Betrachtet man mit „Rungholt“ das gesamte untergegangene Gebiet, so wandelt man zwischen der Hallig Südfall und Nordstrand sicher über „Rungholt“. Im Norden sind Pellworm und die Halligen zu erkennen, wie sie sich eben über den Meeresboden erheben. Vor dem großen Ertrinken war dies zusammenhängendes Land und wurde von den Fluten der zweiten „Mandränke“ 1634 endgültig zerrissen und ersäuft. „Das eigentliche Rungholt hatte einen Hafen, war aber eher ein Siedlungsgemenge als eine Stadt, wie wir uns das heute vorstellen“, erklärt Christine Dethleffsen.

Dies also ist die Reise in die Vergangenheit. Hier war das legendäre Rungholt, das in den Sagen wiederauferstanden ist „ …und in Wirklichkeit eben doch nicht ganz untergegangenen ist. Wir laufen über altem Kulturland, man muss das wissen und ganz genau hinschauen.“ Laufen und Pausieren, Zuhören und Staunen. Der Blick reicht nach Südwesten an Hallig Südfall vorbei. Nun hat sich die Wattstruktur verändert: Sandbänke sind zu erkennen, die Nivellierung hat sich insgesamt erhöht. Die Gruppe marschiert auf eine der Erhebungen – es sind die alten Warften.
„Wir kommen jetzt in das Gebiet, in dem viele Fundstücke entdeckt wurden“, sagt Christine Dethleffsen. Ein Kollege von ihr hat ein Fass gefunden, sie selbst etliche Scherben sowie viele Tierknochen und sogar Menschenknochen, Ziegelsteine deuten auf wichtigere Häuser hin – zum Beispiel Kirchen. Und manchmal kann man Baumstuppen erkennen. „Rungholt war ein Handelsort, das kann man an den Fundstücken im NordseeMuseum Husum gut nachvollziehen. Ich möchte an dieser Stelle meine Gäste in diese Zeit zurückversetzen.“ Sie berichtet von den Langhäusern der damaligen Zeit, in denen Mensch und Vieh gemeinsam wohnten und mit getrocknetem Kuhmist heizten. Vom Salztorf, den sie abbauten und mit dem Salz verdienten und Handel trieben.

Aber auch davon, dass Vieh nach Sturmfluten eher verdurstete als ertrank – die Fethinge (offene Zisternen auf den Warften, in denen das Regenwasser für die Tiere aufgefangen wurde) waren versalzen. Dass die Pest wenige Jahre vor dem Untergang hier gewütet hatte, beständige Wetterverschlechterungen die Ernten miserabel ausfielen ließen. Davon, dass die wohl geschwächte Arbeitskraft der Rungholter vielleicht nicht ausreichte, um die Deiche in Ordnung zu halten und sich gegen die vernichtende Orkanflut zu wehren, die zwischen dem 15. und 17. Januar 1362 wütete. „Denken Sie daran: Wir marschieren hier über einige Warften, alles alte Siedlungsplätze – die Brunnenreste und Pflugspuren können Sie bei guten Bedingungen hier erkennen“, erinnert Christine Dethleffsen, „… und für die meisten Gäste ist das ein schaurig-schönes Gefühl!“ Sie erzählt und geht mit ihren Gästen hinein in eine untergegangene Epoche.

Noch längst nicht alles sei entdeckt worden, meint Christine Dethleffsen. „Die Masse liegt noch unter einem, anderthalb Meter Schlick und Sand begraben“, schätzt sie. Aber, so ihre Erfahrung: „Das kann sich nach jeder Flut ändern! Diese schnelle Veränderung des Meeresbodens ist gigantisch; was heute so aussieht, kann auf der nächsten Tour total unterschiedlich sein.“ Eine ominöse Sache aber hat sie seit langem im Blick und nur eine vage Erklärung: Westlich hinter dem Priel Fuhleschlott gelegen befindet sich eine auch für den Laien gut erkennbare Erhebung, eine Erdscholle, dahinter liegt Rungholts Kirchwarft – „…auf der ersten Erhöhung befindet sich eine Vertiefung von rund 150 mal 40 Metern, die sich bisher nicht verändert hat, die Form bleibt bestehen. Man geht davon aus, dass dies mal ein See war. Im Rungholtgebiet gab es wohl Süßwasserseen. Nicht groß, dafür tief und mit gutem Fischbesatz. Das ist total faszinierend.“

Die Gruppe muss umkehren und marschiert in Richtung eines großen Prieles „…dort müssen wir hin, da müssen wir durch. Auf dem Weg dorthin kann man sehr gut die parallel angelegten Entwässerungsgräben erkennen – die von 1362!“ Der Priel ist zehn, vielleicht zwanzig Meter breit und knietief und noch strömt das Wasser mit diesem unheimlichen Sog der Nordsee hinterher. Die liegt weit im Westen und lauert darauf, ganz bald wieder zu kommen. „Zwar ist noch Ebbe, also ablaufendes Wasser, doch wir müssen jetzt zurückgehen! Manchmal ist es regelrecht unheimlich, wie schnell das Wasser kommt.“ Die Vergänglichkeit vor Augen kehrt die Gruppe um. Die Menschen damals hatten keine Chance, als das Wasser kam. Christine Dethleffsen und ihre Zeitreisenden schon. Das Wasser läuft nun bald wieder auf, ganz, ganz schnell. Und Rungholt geht wieder unter wie seit 654 Jahren.

Amrums Aromen ausgeruht entdecken

Seit mehr als 15 Jahren sind die Gastgeber Gunnar und Nicole Hesse im Seeblick**** Genuss und Spa Resort auf Amrum auf kulinarische Gaumenfreuden und nachhaltigen Genuss spezialisiert. Aber auch im Wellnessbereich steht alles unter dem Motto „Genuss der Freiheit“. Ob individuell buchbare Behandlungen, Sonderaktion „Vier Nächte bleiben, drei zahlen“ oder kulinarischer Genuss beim diesjährigen NATUR GENUSS FESTIVAL, für jeden Geschmack ist etwas dabei. Der perfekte Rückzugsort für eine Auszeit zum Muttertag, als Freundinnen-Ausflug oder als Mutter-Tochter-Wochenende. Weitere Infos unter http://www.seeblicker.de

Hier stehen alle Uhren auf Entspannung: Als Geschenk zum Muttertag, als Verwöhn-Auszeit unter Freundinnen oder als Mutter-Tochter-Wellnesstage – im Seeblick**** Genuss und Spa Resort Amrum tanken Ruhesuchende Energie auf. Das Vier-Sterne-Hotel in Norddorf bietet unter dem Motto „Genuss der Freiheit“ allen Hotelgästen bereits vorab die Möglichkeit selbst zu entscheiden, wie lange die individuellen Wohlfühlmomente dauern sollen. Ob klassische Massage oder Kosmetik, nicht nur die Inhalte, auch die Dauer der Anwendung ist frei wählbar von 50 bis 120 Minuten. Gesicht und Körper werden mit exklusiven Naturprodukten von Thalgo und der Produktlinie Ella Baché aus Paris verwöhnt.

Mehr Zeit für die Lust an Entspannung – Vier Nächte bleiben, drei zahlen

Noch bis Ende Juni läuft die Aktion „Vier Nächte bleiben, drei zahlen“. Das Angebot ist buchbar in allen Zimmerkategorien von Montag bis Freitag. So kann das stilvolle Ambiente des Seeblick SPA besonders intensiv und lange genutzt werden. Fernab von der Hektik des Alltags ist der liebevoll eingerichtete Wellnessbereich ein perfekter Rückzugsort, um zu entspannen und Kraft zu schöpfen. Das große Erlebnisbad mit Nackendusche, Wassersprudel, Wildwasserkanal, Wasserfall und Massagedüsen bringt sowohl Freizeitspaß als auch Erholung. Die vier verschiedenen Saunen mit Ruhebereich und Massageräumen bieten viel Raum, um die Seele baumeln zu lassen.

Partner beim NATUR GENUSS FESTIVAL 2016

Ab dem 1. Mai bis zum 24. September ist das Seeblick**** Genuss und Spa Resort Amrum Partner des diesjährigen Natur Genuss Festivals. Das Motto „Naturerleben und kulinarischer Genuss in Schleswig-Holstein“ passt perfekt zu Küchenchef Gunnar Hesse und seinen Qualitätsanspruch an seine Küche. Im modernen Restaurant oder auf der BBQ-Terrasse serviert er Leckeres aus der Region, insbesondere vom Naturschutz-Rind. Dahinter verbirgt sich aromatisches Fleisch vom Galloway, das in Schutzgebieten der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein aufgewachsen ist. Im Winter werden die Gäste auch mal mit Köstlichkeiten am offenen Kaminfeuer überrascht.

Darüber hinaus stehen feinste Kreationen aus frischen fast ausschließlich regionalen Produkten auf der Festival-Menükarte: Der Galloway BBQ Burger vom Lavasteingrill, Carpaccio mit Tatar, Amrumer Wachtelei und Deichkäse, Bunde Wischen Galloway Schulter geschmort mit Karotten-Ingwerstampf und Altbierjus sowie auf Vorbestellung und am Tisch frisch zubereitetes Tatar vom Galloway, Crème Fraîche, grobes Meersalz, gesalzene Butter mit geröstetem Steinofen-Baguette.

Zum Seeblick**** Genuss und Spa Resort

Das Seeblick**** Genuss und Spa Resort in Norddorf auf Amrum, das 2013 sein 100. Jubiläum feierte, trägt das Prüfsiegel „gesicherte Nachhaltigkeit“ des Deutschen Privaten Instituts für Nachhaltigkeit & Ökonomie. Der einstige Gasthof, der heute als Vier-Sterne Hotel in vierter Generation von Gunnar und Nicole Hesse geführt wird, steht für eine unbeschwerte Lebensweise, ein positives Lebensgefühl und emotionales Wohlbefinden. Gästen stehen insgesamt 48 individuell gestaltete Einzel- und Doppelzimmer sowie Suiten zur Verfügung, die sämtliche Annehmlichkeiten eines modernen Vier-Sterne-Hotels bieten. Die Räume verteilen sich auf das Haupthaus und drei weitere Gebäude. Für Familien stehen zudem 14 rustikal eingerichtete Ferienwohnungen für Selbstversorger mit Blick auf den hoteleigenen Garten bereit.
Informationen zum Seeblick**** Genuss und Spa Resort: www.seeblicker.de

Das Meer gibt’s her – Strandgut und was man daraus macht!

Sturmzeit ist Strandgutzeit – und was man an der Nordseeküste alles finden kann, ist erstaunlich: Da gibt es Kunst aus Holz und Metall, das die See formte. Da gibt es feinen Schmuck aus Scherben, die das Meer zu halben Edelsteinen polierte. Da gibt es sogar eine Schuhsammlung der besonderen Art – und dort kann man sich wirklich fragen, woher die kamen und warum man ausgerechnet Schuhe ans Meer verliert?

Strandgut sucht man nicht, man findet es. Es lässt sich von denjenigen finden, die mit offenen Augen am Strand unterwegs sind mit Blick für das Kuriose oder das Kostbare, für das Schöne und Skurile. Mit dem Blick für das Besondere unter dem Banalen. Und aus Strandgut kann man ganze Hütten bauen…

Auf Amrum gibt es sogar zwei „Kolonien“ solcher Lauben – in Höhe Wittdün werden zu Beginn der Badesaison seit vielen Jahren Buden gebaut und zwischen Nebel und Norddorf gibt es in den Vordünen welche, die auch im Winter stehen bleiben und von denen eine wie eine künstlerische Installation anmutet. Südwind stürmt über den Kniepsand, die einsamen Wanderer marschieren gen Nord, bis die Vordünen südlich des Quermarkenfeuers erreicht sind. Holztrümmer liegen verstreut herum, ein Surfbrett steht senkrecht im Sand und trotzt dem Sturm, eben lag ein Kasten im Wasser, auf dem das Wort „Hüttenbuch“ stand: Diese Hütte wurde von Wind und Wellen zertrümmert und ist dorthin verschwunden, woher sie einst kam – im Meer. Weiter Richtung Insel sind zwei Verschläge zu erkennen, geduckt in den Dünen. Eine Figur mit rotem Haar aus Plastiknetz begrüßt die Wanderer, nachdem der Sand fortgeschaufelt wurde, lässt sich die Tür zu dieser sonderbaren Hütte öffnen. Drinnen kann man sich stundenlang verlieren; mit Tischen und Bänken ist´s gemütlich wie in Nachbars Gartenlaube, die Fenster sind aus Plastikplanen und man kann prima im Hüttenbuch schmökern. Und was es zu bestaunen gibt – ein selbst gebasteltes „Mensch Ärgere Dich Nicht Spiel“, aus Strandgut zusammengefügte Bilder und Puppen, liebevoll und lustig. Ein Mobile hängt an der Decke gefertigt aus Papierschiffchen. Vor der Hütte steht ein gelber Eimer – der ist übrigens für den Müll. Ordnung, so schienen es die Bauherren dieser bewundernswerten Buden zu schätzen, muss sein – auch in den Lauben aus Strandgut. // www.amrum.de

Verrostetes Metall aus dem Meer und natürlich polierte Holzstücke vom Strand – dies sind die Materialien, die Greg Baber für seine Skulpturen verwendet. Der 64jährige ist „Strandchef“ von Kampen auf Sylt und fast jeden Tag mit dem Traktor oder dem Landrover am Strand unterwegs. Greg ist verantwortlich für die Sicherheit der Wege und Holztreppen, die Strandkörbe, den Strand – und er ist auch Herr über das Strandgut, das an stürmischen Tagen angespült wird. Zu Beginn des neuen Jahrtausends begann er mit der Umsetzung seiner künstlerischen Ideen. Die erste Ausstellung erfolgte im Jahr 2004, einige Skulpturen stehen im Avenarius- (ehem. Dorf-)Park in Kampen, andere werden bisweilen verkauft. „Ein großer Teil des Erlöses fließt wieder in den Küstenschutz zurück“, sagt er. Mit Stücken aus alten Eisenbuhnen fing es einst an, mit seinen geschweißten und geschliffenen Kombinationen aus Holz und Metall ist er längst zu einem gefragten Künstler geworden. „Ich sammle die Stücke, ohne anfangs genau zu wissen wofür. Während der Arbeit bekomme ich dann schnell eine Vorstellung, was aus dem wird, was Wasser, Wind und Wellen in der Nordsee formten und der Sand auf Sylt polierte“, erklärt Greg sein künstlerisches Schaffen, „Strandgut ist Rohstoff, mit dem ich etwas ausdrücken kann!“. Mal sind es mannshohe Skulpturen, mal kleine filigrane Arbeiten. „Out of the deep“ heißt ein Kunstwerk, an dem er zurzeit arbeitet „…dabei folge ich im wesentlichen meiner Intuition. Oft schaue ich mir die Stücke lange an. Dann bekomme ich eine Vorstellung, wie es weiter geht!“ Wenn sich Greg nicht um die Sicherheit und den Zustand des Strandes kümmert, hämmert und poliert der Strandchef und Meeres-Künstler zwischen Dünen und Heckenrosen weiter an den Skulpturen, die vom Meer erzählen. Und die Phantasie anregen – „…Mutter Natur gibt uns viel vor!“ Und damit meint derjenige, den die Nordsee vor mehr als vierzig Jahren in den Bann schlug und nie mehr los ließ, gewiss nicht nur das Strandgut allein. // www.kampen.de

„Eines Tages fand ich einen Schuh am Deich, ich nahm ihn mit“, erinnert sich Werner Boyens. „Und am nächsten Tag lag da schon wieder einer!“ 1994 war damit auf Hallig Hooge eine ungewöhnliche Sammel-Leidenschaft geboren. An die 300 Schuhe stehen auf den Regalen vor seiner kleinen Galerie auf der Hanswarft. Heute malt der ehemalige Seemann Motive von der Hallig. Wenn er nicht gerade unterwegs ist, um die Schuhsammlung zu vergrößern. Dort steht alles, was Mann, Frau und Kind an den Füßen tragen können – von Arbeitsclogs vermutlich Größe 50 bis zu Stiefeletten mit Absatzhöhe zehn Zentimeter. Badelatschen ebenso wie Trekkingsandalen – Strandgutschuhe, Fundstücke von wer weiß wo her. „Ich gehe oft auf dem Deich rund um die Hallig oder fahre mit dem Rad, da liegen sie dann am Spülsaum“, sagt der 73jährige, „ich finde oder suche die Schuhe nicht – die kommen zu mir!“ Erklärt der freundliche Mann mit einem Augenzwinkern. Die Schuhe in den Regalen unterm Reetdach sind allesamt Fundstücke von der Hallig Hooge oder vom vorgelagerten Japsand. Es ging damals los, wie so oft – da lag noch ein schöner Schuh, dann noch einer, und dann dieser dort. Wer mag den wohl getragen haben. Stammt der Arbeitsschuh vom Fischkutter? Hat ein Fluss die Stiefelette in die Nordsee gespült? Und warum verliert man ausgerechnet Schuhe an das Meer? Schon war eine Leidenschaft geboren. „Jeder Mensch hat doch irgendeine Sammlung. Wenn ich wieder was Schönes gefunden hab, freue ich mich und nehme den Schuh mit nach Hause.“ Oft fragen ihn die Leute, was er da tue oder mit den Schuhen macht. „Und meist stehen diese Leute dann mit einem Lächeln vor dem Regal – auch mit alten Schuhen kann man Menschen Freude machen! Die vergangene Wintersaison war übrigens ein schlechtes Schuhjahr. Ich habe bislang nur zehn Stück gefunden, in guten Jahren sind es locker doppelt so viele“, sagt er. Zu besichtigen auf der Hanswarft/Hallig Hooge. „Die besten Chancen einen Schuh und Strandgut überhaupt zu finden, ist nach stürmischen Tagen mit kräftigem Wind aus westlichen Richtungen – dann heißt es Los auf den Deich! und die Augen offen halten…!” // www.hooge.de

„Ich nehme, was sich anbietet, ich nehme, was ich sehe. Die Stücke warten auf mich – ich finde sie beim Spazieren gehen. Sie sind schon dort, wo ich hinkomme. Ich muss mich nur entscheiden und auswählen“ – so lauten die Gedanken der Sylter Goldschmiedin Edda Raspé zu Steinen und Schönem aus der Natur. Und wer kennt Diese nicht – die kleinen, bunten Stücke vom Strand, oft mit einer matt-schimmernden Oberfläche, wie geschliffen und gefrostet. Sie glitzern im ablaufenden Wasser wie Edelsteine; die Formen sanft, die Farben wie Pastell. Das ist Seeglas, auch Strand- oder Meerglas genannt. Es gibt sie in allen Farben – grün, weiß und braun sind am häufigsten. Aber blaue, orangefarbene oder gar rote Stücke zu finden, ist so selten wie einen Bernstein aufzuheben. Denn Seeglas-Stücke, das waren ist erster Linie einmal Flaschen, in seltenen Fällen Geschirr, Medizinflaschen oder Autorücklichter. Letztere wurden zu der Zeit, als das schöne Strandglas seinen Ursprung nahm, nämlich aus Glas hergestellt – vor vielen Jahrzehnten oder gar einem Jahrhundert. So lange sind die bunten Stücke schon im Meer und werden im Kontakt mit Sand gerundet, im Laufe vieler Jahre bekommen sie ihre feine, mikrokristalline Oberfläche, die sie so geheimnisvoll schimmern lässt. Auf Sylt kann man sich ein wahres Schmuckstück daraus fertigen lassen. Edda und Jonas Raspé fertigen auf Wunsch in ihrer kleinen, feinen Manufaktur in Morsum nach den Vorstellungen ihrer Kunden eine individuelle Kette, einen Ring oder Armreif daraus. Aus solchen Funden lassen sich persönliche Stücke fertigen, erklärt Goldschmiedemeister Jonas Raspé. Der zusammen mit seiner Mutter Edda dieses Atelier betreibt. „Seeglas hat etwas Geheimnisvolles“, sagt er, „und die Schmuckstücke einen besonderen Bezug zum Meer. Häufig kommen Kunden mit einem Bernstein, den sie gefunden haben und möchten ein besonderes, individuelles Schmuckstück als Erinnerung an die Nordsee gefertigt bekommen – und manchmal bringen sie auch Seeglas mit“, sagt er. Weil sie am Nordsee-Strand was Schönes gefunden haben. // www.edda-raspe.de

In Friedrichskoog finden regelmäßig „Spülsaumwanderungen“ statt. Der Spülsaum markiert den höchsten Wasserstand der letzten Flut bzw. die Linie, bis zu der die Wellen gelaufen sind. Man bezeichnet ihn auch als Flutsaum. Hier wird alles zusammengeschwemmt, was im Meer treibt. Einige Strandfunde sehen auf dem ersten Blick unscheinbar aus, andere dagegen fallen schon aus der Ferne auf.
Wer schon immer wissen wollte, zu wem die weißen Mini-Platten gehören, die es auch in Zoohandlungen gibt oder welche Bedeutung die schwammähnlichen Gebilde haben, die es hier zu entdecken gibt, sollte an einer Spülsaum-Exkursion unter fachkundiger Führung teilnehmen. Die nächste Wanderung ist am 22. Juni 2016 um 17 Uhr am Friedrichskooger Strand. // www.friedrichskoog.de

Ein sehr begehrtes und doch so seltenes Fundstück an den Küsten ist Bernstein. Das fossile Baumharz ist bekannt für seinen goldigen Glanz nach dem Polieren. Wer möchte, kann sich bei einem Kurs der Schutzstation Wattenmeer z.B. auf Nordstrand, Pellworm, in St.Peter-Ording oder auf Föhr ausführlicher über das „Gold der Nordsee“ informieren und sich ein Schmuckstück daraus herstellen. // www.schutzstation-wattenmeer.de/veranstaltungen