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30. Dithmarscher Kohltage 2016 vom 20. bis 25. September 2016

Vor 30 Jahren rief Peter Quirin gemeinsam mit Weggefährten die Dithmarscher Kohltage ins Leben. Der Vater der Dithmarscher Kohltage wollte etwas Nachhaltiges für die Region schaffen und die Stärken des Westküstenkreises betonen. Seitdem feiern die Dithmarscherinnen und Dithmarscher mit Gästen in der dritten vollen Septemberwoche dieses Erntefest der besonderen Art. Denn die Kohltage sind auch eine Liebeserklärung an das Nationalgemüse und die Region.

Kreispräsident Hans-Harald Böttger gratuliert zum runden Geburtstag: „Dank der Dithmarscher Kohltage lernen Gäste neben regionalen Spezialitäten auch unsere Region sowie die Gastfreundschaft der Dithmarscherinnen und Dithmarscher kennen. Besonders danke ich den Gaststätten, die sich an der Veranstaltung mit ihren Kreationen beteiligen, sowie den jährlich wechselnden Landwirtschaftsbetrieben, die für das Anschnittsfest ihren Hof zur Verfügung stellen: Sie werben für Produktqualität und für unsere Region.“

Landrat Dr. Jörn Klimant fügt hinzu: „Dreißig Jahre Engagement für die Dithmarscher Kohltage etablierten das Produktfest zu einer überregionalen Marke. Dass die Kohltage weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt sind, dies haben wir den vielen Aktiven zu verdanken, die so gut anpacken und Ideen beisteuern: Ganz herzlich danke ich dafür den Organisatoren, Sponsoren, den Verbänden sowie den Städten und Gemeinden.“

Geburtsstunde der Dithmarscher Kohltage

Am Anfang standen die Fragen: Was sind Dithmarschens Stärken und was zeichnet die Region aus? Für Peter Quirin, Mitte der 80er Jahre Gesellschafter einer PR-Agentur, lag die Antwort nah: Mit rund 80 Millionen jährlich geernteten Kohlköpfen gilt Dithmarschen als größtes zusammenhängendes Kohlanbaugebiet Europas. Der Kohl war schnell als Markenzeichen für die Region gefunden. Als Vorbild für das Produktfest an der Westküste diente das Oktoberfest in München.

Peter Quirin brachte seine ganze Erfahrung als Unternehmer ein und nutzte seine Kontakte, um die Dithmarscher Kohltage mit Leben zu füllen: „Am Anfang musste ich viele Hürden überwinden. Zunächst mochte niemand daran glauben, dass ein Produktfest in Dithmarschen gelingen könnte. Viele sagten, das sei zu teuer und man finde keine Unterstützer.“

Von diesen Zweifeln ließ sich der gebürtige Hamburger nicht entmutigen. Quirin hielt an seiner Vision fest: „Die Dithmarscher Kohltage sollten alle Gewerke und Unternehmen, von der Landwirtschaft bis zur Kultur, aus der Region verbinden, getragen von der ehrenamtlichen Arbeit, um Gäste für Dithmarschen zu begeistern.“

An das erste Anschnittsfest 1987 auf dem Versuchsfeld der Gemüsezucht-Genossenschaften in Marne (heute Rijk Zwaan Marne GmbH) erinnert sich Quirin noch sehr gut: „Wir waren fünf Leute und standen bei strömendem Regen auf dem matschigen Kohlfeld. Anschließend feierten wir den Anschnitt in einer Gaststätte.“

Nach dieser verregneten Premiere wuchsen die Dithmarscher Kohltage kontinuierlich an. Zunächst begann man das Anschnittsfest und die Eröffnungsfeier an wechselnden Orten im Kreisgebiet. Die erste Kompaktveranstaltung fand 2003 auf dem Hof der Familie Ufen in Karolinenkoog statt. Seitdem feiert man die Eröffnungsfeier und den Anschnitt auf einem ebenso jährlich wechselnden Anschnittshof. Und heute kommen tausende Besucherinnen und Besucher aus nah und fern zum Anschnittsfest.

Die Dithmarscher Kohltage leisteten auch Pionierarbeit. „Die Kohltage wurden selbst zum Vorbild für weitere norddeutsche Produktfeste“, erklärt Quirin.

Heute blickt der „Vater“ der Dithmarscher Kohltage positiv auf die Entwicklung: „Für mich sind Dithmarschen und die Kohltage heute untrennbar miteinander verbunden. Ich freue mich besonders über die Vielfalt und das große ehrenamtliche Engagement in den Städten und Gemeinden.“

Kohlregentinnen: Die Charmeoffensive für den Kohl

Traditionell repräsentieren seit 1988 zwei Kohlregentinnen die Dithmarscher Kohltage. Aktuell sind Maren Glatter (Maren I.) und Silke Nöhren (Silke I.) im Amt.

Silke Nöhren sagt: „Mit der Kohlregentschaft erfülle ich mir einen lang gehegten Traum. Denn seit meiner Kindheit stellen die Kohlregentinnen etwas Besonderes dar und stehen auch für meine Heimat Dithmarschen.“

Maren Glatter hat während ihrer Amtszeit viele positive Eindrücke gesammelt: „Es sind neue und interessante Kontakte entstanden. Und die Leute freuen sich auch immer, wenn sie uns als Kohlregentin sehen, und nehmen uns besonders herzlich in Empfang.“

Die Kohlregentinnen haben nicht nur während des Herbst-Events Saison, sondern sie sind als Werbeträgerinnen überregional unterwegs wie auf der Grünen Woche in Berlin oder als Gast auf bundesweiten Produktfesten. Es gibt zwei Regentinnen, damit sie sich besser untereinander die Termine und das gesamte Kreisgebiet aufteilen können. Die Amtszeit dauert zwei Jahre.

Das Amt erinnert an Dithmarschens Geschichte als Bauernrepublik. Seit dem späten Mittelalter bis 1559 trafen Regenten aus den Reihen der wohlhabenden Bauern in den Dithmarscher Kirchspielgemeinden Entscheidungen über die Zukunft der Region.

Die Kleider wurden speziell für die Dithmarscher Kohltage entworfen. Sie nehmen die Farben Rot und Weiß des Kreiswappens auf. Auch enthalten sie Details ursprünglicher Bauernkleidung wie den Gürtel: Mit der Knopfanzahl zeigte die Trägerin die Hektargröße ihres Hofes an: Ein Knopf steht dabei für zehn Hektar. Die Kleidung wird heute von der Schneiderin Elfriede Hayn aus Kuden angepasst und gepflegt.

Der Regentinnenstieg in Marne: „Walk of Kohl“

Hollywood in Marne? Statt eines „Walk of Fame“ in Los Angeles gibt es zu Ehren der Kohlregentinnen den Regentinnenstieg in Marne. Der Regentinnenstieg in der Steinstraße feiert zum 30. Geburtstag Premiere. Zukünftig sollen alle Kohlregentinnen mit einer Bodenfliese aus Spezialton verewigt werden mit Namen, Heimatort, Amtszeit sowie einem individuellen Motiv.

„Mit dem Stieg würdigen wir die Regentinnen, die entscheidend zum Erfolg der Kohltage beitragen. Auch zeigt die Nennung der Wohnorte, wie bekannt und weit verbreitet die Veranstaltung in unserer Region ist“, erklärt Frank Eschenbach, Leiter des Fachdienstes Bauverwaltung und Stadtentwicklung des Amtes Marne-Nordsee.

Die Regentinnen gestalten ihr eigenes Motiv. „Dies verleiht den Tafeln eine unverwechselbare Note“, so Frank Eschenbach. Dieser individuelle Entwurf wird von der Töpferei Claußen in Brunsbüttel umgesetzt, mit keramischen Farben bemalt und glasiert. Jedes Jahr soll zur Eröffnung des Marner Stadtfestes eine weitere Platte hinzugefügt werden.

Außerdem wird an einer Hauswand in der Steinstraße eine Informationstafel zu den Regentinnen, der Tracht und den Kohltagen erstellt.

Der Regentinnenstieg wurde von der Stadt Marne und dem Gewerbeverein Marne initiiert. Die Kosten für die Produktion und die Einsetzung der Tonplatten teilen sich der Verein zur Förderung Dithmarschens, die Stadt Marne und der Gewerbeverein Marne.

Fakten rund um das Nationalgemüse

Dithmarschen ist Europas größtes zusammenhängende Anbaugebiet für Kohl: Auf rund 3.000 Hektar gedeihen jährlich rund 80 Millionen Kohlköpfe. Der Marschboden und das milde Klima an der Westküste schaffen ideale Bedingungen für das vitamin- und mineralstoffreiche Gemüse. Circa 280 landwirtschaftliche Gemüseanbaubetriebe gibt es in Dithmarschen. Rund 217.000 Tonnen Kohl reifen auf den Dithmarscher Feldern. Weißkohl wird am meisten angebaut. Außerdem wachsen Rotkohl, Wirsingkohl, Blumenkohl, Rosenkohl und weitere Kohlarten wie Chinakohl, Brokkoli sowie Grünkohl und Kohlrabi auf Dithmarschens Feldern.

Im Januar 2014 wurde der Weiß- und Rotkohl aus Dithmarschen in das EU-Qualitätsregister für landwirtschaftliche Produkte aufgenommen und darf das Gütezeichen „g.g.A.“ (geschützte geografische Angabe) tragen.

Eduard Lass – Pionier des Kohlanbaus

Der Wesselburener Gärtner Eduard Lass (1859 – 1924) begründete den flächendeckenden Kohlanbau in Dithmarschen und bewies neben Forschergeist auch viel Geschäftssinn. Er experimentierte um 1889 mit dem Kohlanbau bei dem Gutsbesitzer Schröder. Dabei fand Lass heraus, dass der Marschboden und das Klima an der Westküste ideale Bedingungen für den Kohlanbau bieten. Lass vereinbarte 1890 mit der Marineverwaltung einen Liefervertrag über eine größere Menge an Weißkohl. 1892 gründete Lass das erste Gemüseversandgeschäft. Der Wesselburener Gärtner und Schröder bauten auf 50 Hektar Gemüse an und verkauften dies mit Gewinn in ganz Deutschland.

Seit dem 17. August 2012 steht das Ehrenmal für Eduard Lass am KOHLosseum in Wesselburen. Das Werk „Der Sämann“ aus Muschelkalk wurde vom Hamburger Bildhauer Professor Arthur Bock (1875 bis 1957) gestaltet. Auch erinnert eine Tafel an die Leistung des Gärtners Eduard Lass und damit an die Geburtsstunde des Kohlanbaus in Dithmarschen.

Weitere Informationen über die 30. Dithmarscher Kohltage und das gesamte Veranstaltungsprogramm gibt es unter www.dithmarscher-kohltage.de.

Nordsee – Urlaub nach der Saison

An der Nordsee Schleswig-Holstein herrscht in den Ferienmonaten im Sommer reges Treiben. Eisdielen, Strandkorbvermieter und Surfschulen freuen sich über die vielen Gäste. Doch was passiert eigentlich, wenn der Trubel vorbei ist, es leiser wird, wenn Ruhe einkehrt an der Nordsee?

„Nach den Sommerferien wird es für alle wieder entspannter, auch für die Gäste“ weiß Daniel Meyer, Projektmanager Natur- und Gesundheitstourismus bei der Nordsee-Tourismus-Service GmbH und sagt, dass sich in den Ferien die Einwohnerzahl mancher Inseln und Orte an der Küste vervielfache. „Wenn eine Insel, wie z.B. Sylt mit rund 15.000 Einwohnern im Sommer ausgelastet ist, tummeln sich etwa 130.000 Übernachtungs- und Tagesgäste zwischen Hörnum und List. In dem sonst so beschaulichen Fischerdorf Büsum mit 5.000 Einwohnern genießen ca. 15.000 Menschen den Blick vom Deich auf das Wattenmeer. Da ist schon richtig was los,“ beschreibt der Touristiker den sommerlichen Gästeansturm.

Doch gerade wenn es leise wir, wenn etwas Ruhe einkehrt an den Stränden, entfaltet die Nordsee ihre besonderen Reize. Zeit zum Durchatmen für Einheimische und Gäste. „Viele mögen es gar nicht so sehr, wenn es zu voll wird. Leute, die Ruhe suchen, sollten besser die Ferienzeiten meiden,“ rät Meyer. Im September und Oktober sind die Tage noch relativ lang und die Temperaturen mild. Aktivitäten im Freien sind auch noch am Abend möglich. So sind zum Beispiel Wattwanderungen im UNESCO Welterbe Wattenmeer, Vogelbeobachtungstouren im Nationalpark und Strandspaziergänge in der Abenddämmerung beliebt. Wenn das Wetter mal nicht so mitspielt, bieten die Wellness- und Gesundheitszentren wohlig-warme Alternativen zum Aufenthalt im Freien. Saunalandschaften, Schlickanwendungen und Meerwasserbäder sind die Wahl vieler Besucher. Sie sind gesund und entspannen Kopf und Körper.

Für alle, die sich schon nach dem Herbst an der Nordsee sehnen, hat Daniel Meyer interessante Reisetipps für den leisen und entspannten Spätsommer- und Herbsturlaub an der Nordsee verraten.

Westküsten Vogelkiek
Der Westküsten-Vogelkiek vom 29. September bis zum 03. Oktober 2016 bietet mit seinen Veranstaltungen vielfältige Möglichkeiten, diese spektakulären Vogelansammlungen mit fachkundiger Begleitung zu entdecken und zu erleben. Jedes Jahr laden die Naturschutzverbände und die Nationalparkverwaltung rund um das erste Oktoberwochenende dazu ein, gemeinsam auf Vogelkiek zu gehen, um den Geheimnissen der Vögel auf die Spur zu kommen.
www.westkuesten-vogelkiek.de

Nordsee Urlaubsglück im Herbst
In der Ruhe liegt das Glück! Fasten, Wellness, Yoga – sind die Glücksfaktoren für Erholung und Entspannung. Eine Zusammenstellung von Reiseideen u.a. Kurzreisen und längere Arrangements mit gesunden, spirituellen und natürlichen Aspekten finden sich unter:
www.nordsee-urlaubsglück.de

Thalasso – die Heilkraft aus dem Meer
Die Gesundheitszentren und Wellnesshotels an der Nordseeküste nutzen bei Thalassotherapien die Heilkraft des Meeres für die wohltuenden Anwendungen. Eine Übersicht über die zahlreichen Massagen, Bäder und Kosmetikanwendungen finden Erholungssuchende im Nordsee Vital Kompass unter:
www.nordsee-vitalkompass.de.

Watt erleben, wenn es regnet
Im Nationalpark-Zentrum Multimar Wattforum in Tönning kann man trockenen Fußes die faszinierende Tier- und Pflanzenwelt des Wattenmeeres erleben. Mehr als 280 Arten von Fischen, Krebsen, Muscheln und Schnecken können hier aus nächster Nähe beobachtet werden. Vor der Panoramascheibe des 250.000-Liter Aquariums sehen die Besucher, wie die Meeresbewohner gefüttert werden.
www.multimar-wattforum.de

Entspannung bis zum Horizont
Eine Stille der etwas anderen Art empfindet man bei einer Schiffstour. So bietet die Familie Hellmann mit ihrer MS Gebrüder von der „Hooger Fähre“ aus Fahrten zum Norderoogsand oder den Seehundsbänken an. Hier, direkt auf den Meereswellen, zeigt sich die Kraft der Elemente mit rauen Winden, spritzender Gicht und dem Geruch nach Abenteuer und Weite. Auch auf der MS Nordfriesland kann man die Nordsee hautnah erleben und die faszinierende Landschaft des nordfriesischen Wattenmeeres ganz aus der Nähe betrachten.
www.faehre-pellworm.de und www.pellworm.de

Spaziergang für die Sinne
Der Husumer Stadtteil Schobüll bietet eine einzigartige Landschaftsvielfalt. Besonders ist die Lage zwischen Watt und Wald und dem einzigen deichfreien Abschnitt entlang der schleswig-holsteinischen Nordseeküste. Auf einem ca. 1 – 1,5 stündigen Spaziergang ist Zeit, um die Natur zu hören, zu riechen und zu schmecken.
www.husum-tourismus.de

Hörnum bei Nacht
Diese Nachtwanderung vermittelt eine ganz besondere Stimmung. Am Strand und in den Dünen im Sylter Süden geht es mit der Schutzstation Wattenmeer auf Erkundungstour. Bei dieser Tour können Schiffe und Bojen am Horizont, die Stimmen verschiedenster Vögel und manchmal das Meersleuchten auf besondere Weise erlebt werden.
www.schutzstation-wattenmeer.de

Besondere Wattwanderungen
Auf dem Festland, den Inseln oder den Halligen sind Wattwanderungen ein Muss im Nordseeurlaub. Mit Krabbenfischen, mit dem Hund, im Sonnenuntergang oder mit Grillen und Schiffsfahrt sind viele spannende Exkursionen im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer auf die Vorlieben der Gäste zugeschnitten.
www.naturerlebnisfinder.de

Mehr Informationen zum Urlaub an der Nordsee Schleswig-Holstein unter www.nordseetourismus.de

Der Lorendamm zeigt den Weg nach Nordstrandischmoor

Die Sonne hat den Nebel aufgelöst, letzte Wolken segeln mit dem Sommerwind über die Nordsee nach Westen. Dort liegt die Hallig Nordstrandischmoor, fünf Gehöfte auf vier Warften, geduckt unter dem hohen Horizont Nordfrieslands. Ein interessantes, außergewöhnliches Ziel! Die Halligen sind etwas Einzigartiges und im Juli und August zur Blüte des Halligflieders ein Naturspektakel ersten Ranges – dann leuchtet die Hallig violett.

„Man kann entweder mit den Ausflugsschiffen von Nordstrand oder Pellworm auf die Hallig reisen – oder man geht durchs Watt“, sagt Nationalpark-Führerin Ruth Hartwig-Kruse. Sie führt eine Gruppe vom Beltringharder Koog westlich von Bredstedt hinaus und hinüber zur Hallig. „Mit der Lorenbahn dürfen nur Übernachtungsgäste fahren“, dämpft sie die Hoffnung der Faulen. Denn: „Der erste Teil des Watt besteht aus Schlick.“ Das ist – zugegeben – ein beschwerliches Stück Arbeit, auf fünfhundert Metern sinkt man manchmal bis zu den Knien ein.

Doch die Tour in Sichtweite des Lorendammes lohnt sich nicht nur allein wegen des Besuches von Nordstrandischmoor. Das Schlimmste wird schnell überwunden sein, aus Schlickwatt wird bald Sandwatt werden, fester Boden. „Also los“, sagt Ruth, „wir gehen in einem nördlichen Bogen auf die Hallig zu.“ Ruth Hartwig-Kruse stellt auf der Tour auch die „Small Five“ vor, die kleinen Stars vom Meeresboden. „Wattwurm, Herzmuschel, Strandkrabbe, Wattschnecke und Nordseegarnele sind die bedeutendsten und typischen Lebewesen hier im Watt“, sagt Ruth, „sie sind an den ewigen Rhythmus von Trockenfallen und Überfluten ebenso angepasst wie an Hitze und Kälte.“ Und das auf großer Bühne: Das verbliebene Wasser glitzert unter der Sonne wie geschmolzenes Silber, dazwischen endloser Meeresboden, ganz hinten die Hallig, ein paar Möwen schreien sehnsuchtsvoll – und eine Treppe führt hinunter ins große, weite Nichts. Wirklich nichts?

„Was auf den ersten Blick aussieht wie öder Matsch, ist nach dem tropischen Regenwald der produktivste Lebensraum auf der Erde“, erklärt Ruth, „schauen Sie hier; die kleinen, schwarzen Punkte – das sind Wattschnecken. Die grasen die Kieselalgen ab, die auf dem Wattboden wachsen. Und von den Wattschnecken wiederum ernähren sich Vögel und Fische.“ Den knietiefen Schlick haben die Wattwanderer längst vergessen; stapfen mit schmatzendem Schritt nach Westen. Und warten auf das, was Ruth wieder ausgräbt.

Der Weg folgt rot-weißen Stöcken, die in den Wattboden gerammt sind. „Das sind Pricken“, erklärt die Wattführerin, „sie markieren den sicheren Weg nach Nordstrandischmoor und zurück aufs Festland.“ Trotzdem sollte man sich besser einer Führung anschließen. Die größte Gefahr bei einer solchen Wanderung ist Nebel und damit verbundene Orientierungslosigkeit – auch heute Morgen zog plötzlich Nebel auf und binnen Minuten versankt die Welt in feuchter Finsternis. Jetzt brennt die Sonne von einem wolkenlosen Himmel und links ist als schmaler schwarzer Strich der Lorendamm zu erkennen, darauf rumpelt ein seltsames Gefährt Marke Eigenbau mit einem Anhänger. „Mit diesen Schmalspurbahnen transportieren wir Halligbewohner“, Ruth Hartwig –Kruse stammt von und lebt auf Nordstrandischmoor, „alles was wir dort brauchen: Lebensmittel und Traktoren zum Beispiel, Heizöl und Post. Aufs Festland fahren unsere Schafe und auch der Abfall.“ Als der Lorendamm vor einigen Jahren erhöht wurde – und seitdem auch bei Hochwasser befahrbar ist -, begann die Verschlickung der ersten Etappe. Die Flut hat nicht mehr genügend Kraft, diese feinen Sedimente abzuräumen.

Trotzdem weiter, denn es ist spannend und anders kommen wir heute eh nicht hin. Aber das Stapfen im Schlick ist bald vorbei, nach Überquerung eines Priels wird der Untergrund zunehmend fester. „Wir laufen nun auf Sandwatt.“ sagt die Wattführerin und gräbt mit der Forke einen Placken Wattboden aus, Ruth sucht den Wattwurm. „Der Wattwurm frisst Sand und ernährt sich von den Kleinstlebewesen, die darin leben.“ Die „Sandspaghetti“, die er ausscheidet, sind also biologisch gereinigter Sand. „Und die weißen Muschelschalen stammen von der Herzmuschel. Sie können Hell und Dunkel unterscheiden“, erklärt die Wattführerin. Nachdem wir sie ausgegraben haben und vorsichtig in eine Pfütze legen, gräbt sie sich wieder ein.

Die Gruppe erreicht eine Pricke, an der die Gelb-Rot-Blaue Friesenflagge weht. „Lieber tot als Sklave“ steht darauf stolz geschrieben. Ruth erzählt ein wenig Geschichte. „Als die zweite Manndränke 1634 die alte Insel Strand endgültig zerschlug, blieben neben den Inseln Nordstrand und Pellworm nur die beiden Halligen Südfall und Nordstrandischmoor übrig.“ Zwei Pensionen bieten auf Nordstrandischmoor eine Hand voll Gästebetten an. Und eine gemütliche Gaststube wartet nachher auf die Gäste. Ansonsten: Ganz weit weg vom Rest der Welt. Und trotzdem mit dem Lorendamm innerhalb zwanzig Minuten damit verbunden. Nun rumpelt ein Miniaturzug in die andere Richtung. „Jede Familie und die Schule hat eigene Loren“, sagt Ruth, „und auf halber Strecke ist eine Ausweichstelle.“

Auch die Gruppe hat halbe Strecke. Wieder lenkt Ruth den Blick nach unten. „Diese leere Hülle stammt von der Strandkrabbe. Wenn ihr der Panzer während des Wachstums zu eng wird, wirft sie ihn ab und bildet innerhalb weniger Tage einen neuen.“ Erneut wird ein Priel gequert, sie drückt einigen Teilnehmern einen Kescher in die Hand. „Versucht euer Glück!“ Noch eilt das Wasser der Nordsee hinterher, doch im ewigen Rhythmus der Gezeiten wird sich das Meer bald umdrehen und alles wieder tiefer ertränken, als der größte Mann groß ist. Der Junge hat was gefangen: „Die Nordseegarnele gehört auch zu den Small Five – wir kennen sie als Krabbe. Sie schmeckt nicht nur uns Menschen auf dem Brötchen, sondern sie ist wichtige Nahrungsgrundlage von Jungfischen – das Watt wird nicht umsonst die Kinderstube der Nordsee genannt.“

Nun ist die Hallig plötzlich nahe gerückt, vorn leuchtet eine helle Sandbank im dunklen Watt, dahinter ist das grüne Vorland zu erkennen – und darüber die Häuser wie an einer Perlenkette aufgereiht. Doch die Perspektive täuscht, noch ist es ein gutes Stück Weg dorthin. Wir kommen auf der Sandbank zügig voran. Dann stehen wir vor dem letzten Priel, links sind vor dem Lorendamm Holzpfosten mit Flechtwerk zu erkennen. „Diese Lahnungsfelder beruhigen das Hochwasser, damit sich die Sedimente absetzen können – allmählich bildet sich so neues Land und schützt unsere Hallig vor den Angriffen der Nordsee bei Sturmflut“, erklärt Ruth. Vor uns erstreckt sich plötzlich ein See, den die Strömung ausgekolkt hat. Ob man da nicht Baden kann?

Doch für Wattwanderer ist die Zeit begrenzt. Der ganze Weg muss zurückgelaufen werden. Die Lorenbahn bleibt für normale Besucher tabu (es sei denn, man hat ein Zimmer auf der Hallig gebucht). Alle anderen müssen die Uhr im Auge behalten, denn das Meer wartet nicht. Inzwischen haben wir die ersten Holzpfostenreihen erreicht und klettern vorsichtig herüber. Schon laufen wir über vom Meer abgerungenem Gebiet. Nicht mehr See, noch nicht Land – eine merkwürdige, amphibische Zwischenwelt. Abgegrenzt in saubere Quadrate, doch des Menschen Eigentum noch lange nicht. „Geht langsam – auf dem Boden sind Kieselalgen. Zusammen mit der Feuchtigkeit ist das wie Glatteis!“

Der nasse Boden glitzert in der Sonne, die Menschen darauf scharf wie ein Scherenschnitt vor dem gleißenden Licht. Langsam erreichen wir festen Boden; es ist ein unscharfer Übergang. Nach der letzten Buhne stehen wir auf einem staubtrockenen, sandigen Trampelpfad. Strandnelken wippen im Sommerwind, Austernfischer steigen empört auf. Bald erreichen wir den rostigen Schienenstrang der Lorenbahn und laufen an der Eisenbahn entlang zum kleinen Hallig-Bahnhof. Eine schöne und stille Welt ist diese Hallig. Ein Außenposten. Weit draußen und in einer Welt, die nicht mehr Land ist und noch nicht Meer. Ein Ort zum Innehalten und Durchatmen. Um sie zu begreifen, muss man zu Fuß hin. Der Nordsee haben sie dieses kleine Eiland abgerungen, gewonnen noch lange nicht.

Mehr Informationen zur Wattwanderung nach Nordstrandischmoor und dem Reisen auf die Hallig unter www.nordstrandischmoor.de.

Themenhotels an der Nordsee

Manche Hotels und Unterkünfte an der Nordseeküste Schleswig-Holsteins sind so schön und interessant, dass man glatt vergessen kann wie schön es draußen ist.

Hier sind sechs Vorschläge für einen Nordseeurlaub mit „Wohnthema“:

Eine Zeitreise der besonderen Art kann nun in Büsum unternommen werden – „Back to the 50s“ lautet das Motto des neu eröffneten Design-Hotels „50´s Seaside“. Den Charme und das Lebensgefühl der 50er Jahre also wenige Gehminuten vom Strand entfernt. Wenngleich die wenigsten Gäste den direkten Vergleich zu den Jahren des Wirtschaftswunders mit dem Hotel ziehen können; außergewöhnlich und erlebnisreich ist ein Aufenthalt im „50´s Seaside“ auf jeden Fall. Es ist gleichsam eine Zeit- wie eine Entdeckungsreise – teils ist das Hotel mit Originalen aus den 50er Jahren ausgestattet, teils wurden Einrichtungsgegenstände speziell für das Hotel angefertigt. So sitzt der Gast auf mintgrünen Barhockern im Eiscafé-Stil von damals oder an Nierentischen, hört Musik aus der Jukebox (auch die von Elvis Presley, dessen Foto ebenso nicht fehlt wie das der Monroe) oder er holt sich Frühstück aus der Pantry im Retro-Stil. Ja, Retro und Nostalgie wohin man schaut: Schon der Schriftzug über dem Eingang erinnert an die US-Motels der 50er Jahre und der Gast weiß, wohin die Reise geht. Und drinnen die Details, authentisch und liebevoll ausgesucht – ein schwarzes Bakelit-Telefon mit Wählscheibe! (die Älteren erinnern sich), ein Isetta-Modell, die Klingel am Empfang. Man kann sich herrlich verlieren auf dieser Zeitreise. Ach ja, nicht vergessen: draußen wartet die Nordsee und das schöne Büsum. Fazit: Charme der 50er-Jahre, dies gelungen, kombiniert mit modernster Hotelausstattung wie beispielsweise WLAN und Safes im Laptop-Format. Es sind vor allem Kleinigkeiten, auf die geachtet wurde.
www.50seaside.de

Wie fühlen sich Wind und Wetter an, was hört man, wenn es still ist? Über Himmelsbilder staunen und Ruhe vernehmen, das sind lange, lichtdurchflutete Tage im Garten – kaum ein Ort eignet sich dafür so gut, wie der Clausenhof auf Pellworm. Evelyn Thieme-Kienhöfer und Alfons Kienhöfer haben aus dem mehr als 250 Jahre alten Hof ein Idyll geschaffen: Das sind zum einen der Hof und die Ferienwohnungen selbst. Jede hat eine eigene Ausprägung; gemein ist ihnen die Verwendung natürlicher Materialien und historischer Farben – so sind die Wände gekalkt, die Möbel mit Leinöl und Marmormehl behandelt, der Holzfußboden geseift und gelaugt, erklärt Alfons Kienhöfer. Der Clausenhof ist ein Friesenhof wie aus dem Bilderbuch, wobei Altes und Neues sich mit nordischer Klarheit mischen. Zweitens ist der Hof ein Gartenparadies: Die Besitzer haben Themengärten angelegt. So gibt es Obstbäume und Küchengärten, Buchsbaumanlagen und Kräutergärten, auch die in Form und Pflanze authentisch. Mal in strenger Geometrie, mal offen in freier Entfaltung. „Gleich vor dem Gartentor befindet sich der viergeteilte Rosengarten. Den duftenden Rosen gebe ich eindeutig den Vortritt“, sagt Evelyn Thieme-Kienhöfer, „sie blühen in unserem Rosengarten ausschließlich in verschiedenen Rosatönen. Diese werden vom frischen Gelbgrün des Frauenmantels und den luftig-leichten Blütendolden des Dill aufgeheitert.“ Und der Obstgarten: Hier stehen gleichermaßen sehr alte und ganz junge Bäume; er ist ebenso Garant für reiche Ernte im Herbst wie Rückzugsraum. Der Garten lebt von seiner Spannung zwischen strenger Formgebung und freier Entfaltung, ist Nutzen ebenso wie Schönheit. Und dann mal hinhören, wie Ruhe klingt. Und Himmelsbilder gucken.
www.clausenhof.de

In den Marschen Nordfriesland fand der Expressionist Emil Nolde Motive für die wohl stärksten und eindrücklichsten seiner Gemälde – oft Gehöfte auf Warften, unter dem hohen Himmel des Nordens, meist mit Blumen, immer farbstark, manchmal grotesk überzeichnet. Mittendrin in dieser Landschaft liegt in Seebüll – nahe Neukirchen an der dänischen Grenze – ein alter Hof, den dieser bedeutende Maler bis zu seinem Tod bewirtschaften ließ. Nolde zog nach Fertigstellung in das neugebaute Wohnhaus um, gelegen auf dem Gelände des heutigen Noldemuseums. Der Seebüll-Hof, ein schmucker Dreikanthof, – roter Ziegelstein, Reetdach – liegt wenige hundert Meter vom Museum entfernt auf einer Warft und beherbergt heute sechs Gästezimmer. Eine hervorragende Unterkunft für Gäste, die dem Zauber der Landschaft, den Genuss der Farbwelten und der Kraft der Bilder Emil Noldes längst erlegen sind oder sich auf diese wundersame Gegend intensiver einlassen möchten. Die Zimmer sind modern ausgestattet und in schlichtem skandinavischen Stil gehalten, klar und reduziert. Teile der Einrichtung stammen von dänischen Designern. Allein beim Blick aus dem Fenster sieht man Motive, die man meint, aus dem Museum oder von den Bildern Noldes zu kennen – einzelne Blumen, gewaltige, leere Landschaft, dramatische Himmelbilder. Mittendrin im Noldeland. Es ist eine Unterkunft, die zum Träumen anregt und näher kann man Nolde nicht kommen. Erstens: die Lage, und zweitens hängt in jedem Zimmer ein Bild vom Emil Nolde (leider nur Nachdrucke). Und eben hier hat der Meister gewohnt, gelebt und sein Geist scheint im Seebüll-Hof weiterzuleben. Unter dem hohen Himmel Nordfrieslands.
www.nolde-stiftung.de

Im Osten ist Sylt still und schön. Unverbaute Wiesenlandschaften und Weiden, Reetdachhäuser prägen das Bild des Marschendorfes Morsum, die Landschaft so weit. Ein Ort, zum Innehalten und zur Ruhe kommen, wer Abstand vom Alltag sucht, ist hier richtig. Kunst schätzt diesen freien Raum; hier ist Platz und Muße, sie zu genießen. In Morsum steht die „Hofgalerie“; ein schönes, weißes Haus. Eine Kunst-Galerie, in der man wohnen kann. Einst der Dorfkrug und Gasthaus, später eine Galerie. Nun ein kleines, feines Hotel, in dem Sylter Künstler ausstellen. Hier wurde der Gedanke, Kunst und Sylter Künstlern einen Raum, ein Forum, zu geben und dies Gästen in entspanntem Rahmen zugänglich zu machen, konsequent zu Ende gebracht. 20 elegant gestylte Suiten stehen Gästen im historischen Haus und modernen Anbau zur Verfügung, allen gemein ist der Blick in die weite Landschaft. Mitunter wirkt die Einrichtung opulent, es wurde bewusst nach Bindungen an die Zeit der Grand Hotels gesucht. Eine große, schöne Bühne also für Sylter Kunst und Künstler. Werke des Morsumer Goldschmieds Jonas Raspé sind beispielsweise zu sehen ebenso wie Bilder der Sylter Malerin Anke Bertheau, die ihre Gemälde nach den vielfältigen Eindrücken der Nordsee-Insel malt: charakteristische Landschaften wie das bewegte Meer, weite Sandstrände oder stille Wattlandschaften. Es lohnt sich, in der Hofgalerie auf Entdeckungsreise zu gehen. Es ist Zeit und Muße dafür – und eine stille, schöne Landschaft drum herum.
www.hotelhofgalerie.de

Nein, man muss kein Yogi sein, um in „Das Kubatzki“ zu kommen. Zwar steht das moderne, gastfreundliche Haus in St. Peter-Ordings bester Lage für Yoga wie kaum ein zweites, doch stellt sich Entspannung und Wohlbefinden hier auch abseits der Yogamatte ein. In der Hängematte, draußen zwischen den Kiefern, mit dem Duft von Harz in der Nase und dem Meeresrauschen im Sinn. Zum Beispiel. Oder an der Tafel mit Freunden oder am Tisch zu zweit, am Tresen oder auf der Terrasse. Doch zum Yoga: „Ob fließend oder gehalten, Anspannen oder Loslassen – aus diesen scheinbaren Gegensätzen setzen sich unsere Stunden zusammen. Eine gesunde Ausrichtung basierend auf den modernsten anatomischen und physiologischen Kenntnissen dominiert unsere Arbeit. Investiere Kraft, um Energie zu spüren! Passive und aktive Momente wechseln sich ab – ein kreatives, undogmatisches Yoga!“ – so beschreibt Yogalehrerin und Inhaberin Dörte Kubatzki die Philosophie. „Und ein erholsamer Schlaf erfrischt den Körper, ein klares Design den Geist“, ergänzt ihr Mann Marco (selbst kein Yogi, schließlich ist „Das Kubatzki“ ein undogmatisches Haus!) und beschreibt das Design der Zimmer: „Das Auge ruht gern auf weißen Oberflächen, deshalb herrscht Weiß in den Zimmern vor. Es darf kontrastieren mit Schwarz und edel wirken neben Grau – zusammen mit Holz ergibt das einen unschlagbaren zeitlosen Stil!“ Die Zimmer und Suiten also in klarem nordischen Design. Und die Gerichte? Sind großartig. Regionales und Saisonales, handverlesen und frisch – die Speisekarte bietet Gesundes und Raffiniertes, unschlagbar das milde Lammcurry. Dazu ein gutes Glas Wein. Yoga und Genuss – dafür steht „Das Kubatzki“. Das Undogmatische.
www.das-kubatzki.de

In der alten Berufschule von Tönning hat Uwe Peters vor fast zwanzig Jahren ein Hotel eröffnet, das sich wie kaum ein anderes dem Gedanken an Nachhaltigkeit und Regionalität verschrieben hat – „Bio“ ist kein leeres Modewort, sondern gelebte Gastfreundschaft, ja eine Lebenseinstellung: Das Vier-Sterne-Hotel „Miramar“ ist das erste zertifizierte Bio-Hotel in Schleswig-Holstein. „In unserem Restaurant „Alte Schule“ verwenden wir Zutaten aus kontrolliert biologischer Produktion – vorrangig Frisches und Saisonales aus der Region. So stammt beispielsweise der Käse aus der Friesischen Schafskäserei von der Halbinsel Eiderstedt.“ Wo einst Kinder die Schulbank drückten, sind aus den Klassenzimmern 34 komfortable Gästezimmer mit gehobener Ausstattung entstanden – mit hellem Holz und Textilien, schlicht, nordisch frisch, nachhaltig produziert. Das „BioHotel Miramar“ liegt wenige Minuten vom Hafen und dem historischen Marktplatz Tönnings entfernt. Und: „Wer mit der Bahn anreist, bekommt von uns – nach Verfügbarkeit – ein kostenloses Leihfahrrad oder eines unserer Elektroauto für Ausflüge in die Umgebung ausgeborgt!“ Sagt der Hotelchef. So bleibt der ökologische Fußabdruck klein. „Eigentlich ist es ganz einfach: Wir besinnen uns auf das, was sich in unserer Region ohne globalen Einfluss immer bewährt hat.“ Dazu gehört auch die Verwendung nachhaltig produzierter Energie und Baustoffe sowie – nur ein Beispiel – von Handtüchern aus Bio-Baumwolle. Eine Auszeit vom Alltag. Urlaub mit gutem Gewissen und im Einklang mit der Natur – ohne Verzicht auf Komfort und Genuss.
www.biohotel-miramar.de

Segel setzen und Leinen los

Die Nordsee mit ihren Gezeiten, Untiefen und Strömungen gilt als eines der anspruchsvollsten Segelreviere in Europa. Da das Wattenmeer Nationalpark ist und seit 2009 zum UNESCO Weltnaturerbe zählt, gelten zudem besondere Regeln und Vorschriften für das Befahren. Wer hier die Segel setzt, sollte ein erfahrener Skipper sein.

Alle 6 Stunden wechseln sich Ebbe und Flut ab. Während die Nordsee auf sich warten lässt, wird die Theorie geübt. Navigation, Wetter, Wind, Strömungen, sowie Fachbegriffe für Manöver, wie Wenden und Halsen – all das gehört erstmal bei der Schulung zu den Grundlagen. „Segeln ist komplex, weil viele natürliche und menschliche Aspekte berücksichtigt werden müssen“, sagt Peter „Pitschi“ Schaper. Er ist Inhaber einer Wassersportschule auf Föhr und Urgestein des Wassersports an der Westküste. Das gemütliche Strandbistro – was zu seiner Surf- und Segelschule gehört- ist ein beliebter Treffpunkt der Wassersportbegeisterten auf Föhr mit Panoramablick auf die „Skyline“ von Hallig Langeness.

Wassersport gehört zu Nordsee, wie das Fischbrötchen. Segeln, Strandsegeln, Surfen und Kiten kann man in nahezu allen Orten und auf jeder Insel erlernen. Einsteigerkurse, Aufbaukurse und Kurse für Fortgeschrittene bieten die verschiedenen Wassersport- und Segelschulen an. Die Vorkenntnisse sind meist sehr unterschiedlich. Daher sind erfahrene Wassersportlehrer genau die richtigen Ansprechpartner, bevor man sich auf das Wasser begibt. „Gerade die Nordsee hat so ihre Tücken. Die Strömungen, Untiefen und Wetterwechsel machen es hier besonders anspruchsvoll,“ nennt Schaper die Unwägbarkeiten, mit denen er sich bestens auskennt. Seine Schüler und die Insulaner nennen ihn „Pitschi“, weil er schon eine Institution auf der Nordseeinsel ist. Kindern und Erwachsenen bringen er und seine Lehrerinnen und Lehrer geduldig und leidenschaftlich das Segeln, Windsurfen und Kiten bei.

Dabei hat er schon so manchen kuriosen Fall in seiner Surfschule gehabt: „`Natürlich kann ich segeln, ich bin schon mit einem Segelboot über den Atlantik`“, amüsiert sich Schaper über die Einschätzung so manches Schülers über seine Vorkenntnisse. „So oder ähnlich lautet häufig die Antwort, wenn sich jemand einen Catamaran leihen möchte. Wenn man die Leute dann segeln schickt, passiert häufig das zu Erwartende. Einer nimmt Kurs direkt nach Dagebüll, was aber nicht die gewollte Richtung ist, ein anderer meint Langeneß sei das richtige Ziel. Ein Dritter übt sich im Dauerkentern. Alle sind wieder eingefangen worden, haben mit Freude einen Segelkurs belegt und erzählen bei Ihrer nächsten „Atlantiküberquerung“ vom Catamaran-Segeln auf Föhr.“, erzählt Schaper.

Und fügt erheitert eine weitere Anekdote an: „Wind aus Nordwest 4-5 Beaufort. Ein Surfschüler fällt ins Wasser und das Segel legt sich so unglücklich auf das Brett, das sich Brett und Segel in Richtung Festland aufmachen. Nachdem der Schüler mit Motorboot geborgen wurde, ist das Brett und Segel verschwunden. Schüler da, Brett weg! Am nächsten Morgen kommt ein Telefonanruf: `Polizeistation Leck, wir haben am Deich ein Brett mit Segel gefunden. Da ist euer Aufkleber drauf.` Ich: `Ja super, ich hole das dann am Abend ab.´ Daraufhin entgegnet die Polizei `Wir können das Brett aber nicht mitnehmen; wir sichern das.´ Kurzerhand wurde das Brett verhaftet und mit Handschellen an einen Pfosten gekettet. Abends kam das Brett mit Segel dann auf Kaution frei und schwamm am nächsten Tag wieder in heimatlichen Föhrer Gewässern,“ lacht Schaper.

Segeln ist scheinbar ein amüsantes Abenteuer im Wattenmeer. Mehr als ein Dutzend Wassersportschulen entlang der Küste bieten Kurse für Kinder und Erwachsene mit großen oder kleinen Vorkenntnissen an – u.a. diese:

Segeln und Surfen lernen mit Peter Schaper auf Föhr
Am Strand von Föhr lernt man vom Altmeister Peter Schaper den Umgang mit der Nordsee, dem Wind und dem Segel. Die Kurse werden in drei Kategorien für das Windsurfen, das Kiteboarden und das Segeln angeboten: die Grundkurse, Aufbaukurse und Kurse für Fortgeschrittene. Die ausgebildeten Lehrer unterrichten nach den Richtlinien des VDWS (Verband deutscher Windsurfing – und Wassersportschulen).
www.windsurfing-foehr.com

Katamaransegeln in St. Peter-Ording
Die Wassersportschule X-H2O in St. Peter-Ording bietet Katamaransegelkurse für Einsteiger an, die sich mit dem faszinierenden Sport auf dem Wasser vertraut machen wollen. Sonja Behrendt & Hein Jeve betreiben seit 2006 die Wassersportschule auf einem der Pfahlbauten am Strand und reichen einen Sundowner in ihrer Café-Bar mit Blick auf die Nordsee.
http://x-h2o.de

Segeln lernen auf Amrum
Auf der Insel Amrum verleiht Ricklef Boyens Katamarane an erfahrene Segler und bietet Schulungen für Kinder und Erwachsene an, die noch nie zuvor auf einem Katamaran gesegelte sind. Neopren-Anzüge, Schuhe und Schwimmwesten sind in der Kursgebühr enthalten.
www.surfschule-amrum.de

Segeln lernen oder mitsegeln auf Sylt
Christopher Bünger bringt Kindern ab 8 Jahren und Erwachsenen das Segeln auf der Nordsee vor Sylt bei. In Hörnum und Wenningstedt befinden sich die Dependancen der Surfschule Südkap Surfing. Für diejenigen, die nicht selber segeln wollen, gibt es auch Ausfahrten mit einem erfahrenen Skipper. So kann man Sylt von der Wasserseite betrachten.
www.suedkap-surfing.de

Weitere Wassersporttipps:

Tertius Regatta vor Meldorf
Für all diejenigen, die Trocken und auf dem Festland die Segler in Aktion bestaunen wollen, findet die 64. Tertius-Regatta vom 26. – 28. August 2016 vor Meldorf statt. Der Meldorfer Segelverein, übrigens erster Segelverein, der als Nationalparkpartner zertifiziert ist, veranstaltet die Traditionsreiche Regatta gemeinsam mit dem Büsumer Seglerverein. Zusammen mit der Regatta wird das Fest des Weltnaturerbes Wattenmeer gefeiert.
http://www.msv-meldorf.de

Optilager für Kids in Friedrichstadt
Der Segel Club Friedrichstadt e.V. lädt junge Seglerinnen und Segler bis zum Alter von ca. 13 Jahren zu seinem 45. Opti-Lager, vom 27. August bis zum 03. September 2016 ein. Die Mädchen und Jungen werden ihrem seglerischen Können entsprechend in 3 Gruppen eingeteilt –Anfänger, Fortgeschrittene und „Profis“- und rund um die Uhr von engagierten Betreuern versorgt, in Praxis und Theorie des Segelns trainiert und natürlich verpflegt.
http://www.scfr.de/

Buxtehude und Stade bezaubern durch malerische Häfen und prächtiges Fachwerk

Buxtehude ist als märchenhafte Heimat von Hase und Igel berühmt geworden. Die Stadt aber gibt es wirklich – ebenso wie die andere Hansestadt im Alten Land am Elbstrom, Stade, ist sie zu jeder Jahreszeit eine Reise wert. Die beiden maritim geprägten Orte locken mit ihren Altstädten, romantischen Gassen, idyllischen Häfen und Fachwerkhäusern, aber auch vielfältigen Einkaufsmöglichkeiten und jeder Menge Kulturhighlights.

Die maritime Hansestadt Stade

Auf eine über 1.000-jährige Geschichte kann Stade zurückblicken, es hat sich bis heute seinen mittelalterlichen Charme bewahrt. Im vom Burggraben eingerahmten Altstadtkern befinden sich nahezu alle Sehenswürdigkeiten. Die alte Hafenanlage aus dem 13. Jahrhundert ist eine der ältesten Europas. Umgeben von prachtvollen Fachwerkhäusern kann man vom Hafen aus den Fischmarkt mit historischem Holzkran und der Stadtwaage bewundern. Seit Jahrhunderten bewacht der Schwedenspeicher die Hafeneinfahrt. Heute zeigt hier das mehrfach preisgekrönte Museum Schwedenspeicher spannend und multimedial die Stadtgeschichte. Entlang der Fußgängerzone mit den mittelalterlich anmutenden Gassen reihen sich die vielen verzierten Fachwerk-Kaufmannshäuser wie Perlen an einer Kette. Bei speziellen Erlebnis-Stadtführungen kann man Stade am besten entdecken. „Auf den Spuren der Hanse“ etwa ist man hautnah dabei, wenn eine Schiffersfrau von der Entstehung des Hansehafens erzählt. Oder man trifft Lüder, den Stadtschreiber, der vor dem Rathaus eine Ansprache ans Volk hält.

Mit Hase und Igel durch die Hanse- und Märchenstadt Buxtehude

„Ick bün al hier!“ heißt es in charmantem Plattdüütsch im Märchen der Gebrüder Grimm vom Rennen zwischen Hase und Igel. Buxtehude ist Schauplatz des berühmten Wettlaufs. In der über 1.000 Jahre alten Stadt begrenzt noch heute ein alter Festungsgraben die Altstadt mit ihren Fachwerkhäusern, der St. Petri-Kirche und dem Fleth. Auf Kopfsteinpflaster geht es vorbei an restaurierten Kaufmannshäusern und kunstvollen Fachwerkgiebeln. Maritime Anziehungspunkte sind die grachtenartige Flethanlage mit dem Ewer Margareta, die Mühle am Fleth, der Stavenort, das Kulturforum am Hafen oder der Marschtorzwinger, einer von ehemals fünf Rundtürmen an der Stadtmauer. Buxtehude besitzt ein vielfältiges Kulturleben, das Buxtehude•Museum etwa vereint Regionalgeschichte und Kunst.

Historisches Kleinod: Schloss Agathenburg

Schloss Agathenburg – das ist Geschichte und Kultur pur. Heute präsentiert sich das Schloss als historisches Kleinod der Region und als Kulturort mit Konzerten von Klassik bis Jazz, mit Lesungen und Ausstellungen zeitgenössischer Kunst. Der verwunschene Schlosspark mit seinen Teichen und der Rosengarten mit seinen Buchsbaumhecken laden zum Spazierengehen ein. Mehr Informationen auch zu weiteren kulturellen Schätzen der Region wie dem Klosterpark Harsefeld, dem Kehdinger Küstenschifffahrts-Museum oder dem Museum Altes Land gibt es unter www.urlaubsregion-altesland.de und unter Telefon 04142-813838.

Fachwerk, Mühlen, Leuchttürme

Ein prägendes Merkmal fast aller Orte in der Urlaubsregion Altes Land am Elbstrom ist das Fachwerk. In den Hofeinfahrten finden sich dazu noch prächtige sogenannte Prunkpforten, die altehrwürdigen Fachwerkbauten faszinieren mit Brauttüren und Giebelzierden. Auch heute noch prägen Wind- und Wassermühlen sowie Leuchttürme das Landschaftsbild zwischen Nordsee, Elbe und Weser. Einige von ihnen können besichtigt werden, sodass ihre Geschichte erlebbar wird.

Aktivurlaub an der Nordsee statt Diät

In wenigen Wochen beginnt die Strandsaison – Zeit, sich für sonnige Stunden in T-Shirt, Trägertop oder Bikini in Form zu bringen. Die gute Nachricht dabei: Hungern fällt aus.

Das Schönheitsideal ist im Wandel. Die alte Formel „möglichst jung und möglichst mager“ hat ausgedient. Als attraktiv gelten ein starker, athletischer Körper und eine selbstbewusste Haltung – unabhängig von Alter und Gewichtsklasse. Mit dem Titel „Strong ist das neue Skinny“ bringt ein aktueller Bestseller das neue Ideal auf den Punkt. Der Schlüssel zu einem neuen Körpergefühl und starkem Selbstbewusstsein liegt in der Kombination aus Bewegung, der richtigen Ernährung und gezieltem Training. Das einzig Schwierige daran ist der Anfang. Wer sich einmal überwunden hat, gewöhnt sich schnell an einen aktiven Lebensstil und ein besseres Körpergefühl.

Pause vom Alltag
Starthilfe geben die Angebote der Heilbäder und Kurorte in Schleswig-Holstein. Ein Gesundheitsurlaub, eine Kur und selbst ein verlängertes Wohlfühlwochenende bieten die besten Voraussetzungen, sich auf neue, gesunde Gewohnheiten einzustellen. Ein paar Tage am Meer oder im Binnenland mit seinen Seen und Wäldern lassen den Alltag in die Ferne rücken. Die salzige Brise der Nordsee und das Spiel von Sonne und Wolken über dem Wattenmeer kitzeln die Sinne wach. Die Ostsee mit ihren Stränden und Steilküsten macht Lust aufs Laufen. Die Wälder, Wiesen und Dörfer der Holsteinischen Schweiz bieten unzählige Möglichkeiten für Landpartien zu Fuß oder mit dem Fahrrad.

Erste Erfolge kommen schnell
Alle schleswig-holsteinischen Kurorte sind umgeben von Naturlandschaften. Ruhe und gesundes Klima wirken wohltuend auf gestresste Nerven. Hier kommt man mit guter Laune in Bewegung. Sportangebote von Bogenschießen bis Body Workout, sportmedizinische Diagnostik und individuelle Aktivprogramme bieten Anreize und professionelle Begleitung. Wer den Spaß am Sport einmal entdeckt hat, kann sich schon bald über erste spürbare Erfolge freuen. Ausdauer und Kraft nehmen zu. Das motiviert zum Weitermachen, weckt Ehrgeiz und ein neues Körperbewusstsein. Der Appetit auf gesundes und vollwertiges Essen kommt dann von selbst, Fast Food und schwere Kost verlieren ihren Reiz.

Für Einsteiger: Nordic Walking
Ein guter Einstieg für alle, die nicht an Sport gewöhnt sind, ist Nordic Walking. Das schnelle Gehen mit Stöcken regt den Stoffwechsel an, löst Verspannungen und fordert viele Muskelgruppen im Körper. Dabei schont dieser Sport die Gelenke und birgt keine medizinischen Risiken. Anfänger und Menschen mit Übergewicht können langsam beginnen, und das Tempo und die Intensität allmählich steigern. Im Nordic Fitness Park in der Holsteinischen Schweiz haben Sportler die Wahl zwischen 21 Routen verschiedener Schwierigkeitsgrade. Die Wege ziehen sich 152 Kilometer weit durch das Seen- und Waldgebiet und verbinden den Kurort Bad Malente mit den Städten Plön und Eutin. Auch in den Heilbädern an Nord- und Ostsee gehört Nordic Walking zu den beliebtesten Sportangeboten. In der salzigen Seeluft und mit Sand unter den Füßen wird der Sport zum Erlebnis für alle Sinne.

Schwerelos mit Aqua-Fitness
Ein beliebtes Aktivprogramm für Einsteiger ist auch Aqua-Fitness. Dieses Training nutzt die Wirkung, die das Wasser auf den Körper hat: Der Auftrieb hebt das Körpergewicht zum größten Teil auf. So fallen überschüssige Pfunde nicht ins Gewicht, und schwerelos macht der Sport mehr Spaß. Zugleich verlangsamt der Wasserwiderstand die Bewegungen, fördert den Muskelaufbau und strafft das Gewebe. Herz und Kreislauf kommen auf Touren, der Stoffwechsel verbessert sich und die Ausdauer wächst. Im Meerwasserbad kommt die heilende Wirkung des Salzwassers auf die Haut noch dazu.

Mehr Kraft, weniger Kilos
Das Angebot der Kurorte und Heilbäder ist vielfältig. Kurse und individuelles Training für Muskelaufbau und Fettverbrennung im Fitness-Center gehören ebenso dazu wie Aktivitäten im Freien. Radfahren, Kanutouren, Wattlaufen oder Stand Up Paddling sind nur einige Bespiele für die vielen Möglichkeiten, draußen in Bewegung zu kommen und die Kondition zu steigern. Auf dem Weg zu mehr Kraft und weniger Kilos spielt die Ernährung eine wichtige Rolle. Unterstützung dabei bieten Präventionskurse und Ernährungsberatung für Gesundheitsurlauber und Kurgäste. Hier lernt man, was gesund ist und Nährstoffe bringt – und kann den Spaß am gesundheitsbewussten Kochen und Essen neu entdecken.

Infokasten: Gut zu wissen
• Eine Kur sollte mindestens drei, besser vier Wochen dauern.
• Auf eigene Kosten kann man sich jederzeit eine Kur gönnen. Dafür halten Heilbäder und Kurorte attraktive Angebote bereit.
• Wenn eine medizinische Notwendigkeit vorliegt, werden innerhalb des Sozialversicherungssystems und nach dem Beamtenrecht die Kosten von dem zuständigen Leistungsträger ganz oder teilweise übernommen. Mehr Infos dazu finden Sie unter www.die-neue-kur.de
• Beantragen Sie eine Kur gemeinsam mit Ihrem Arzt. Als ambulante Vorsorgeleistungen gehören Kuren nach wie vor zum Leistungsangebot der Sozialversicherungen.

Das Meer gibt’s her – Strandgut und was man daraus macht!

Sturmzeit ist Strandgutzeit – und was man an der Nordseeküste alles finden kann, ist erstaunlich: Da gibt es Kunst aus Holz und Metall, das die See formte. Da gibt es feinen Schmuck aus Scherben, die das Meer zu halben Edelsteinen polierte. Da gibt es sogar eine Schuhsammlung der besonderen Art – und dort kann man sich wirklich fragen, woher die kamen und warum man ausgerechnet Schuhe ans Meer verliert?

Strandgut sucht man nicht, man findet es. Es lässt sich von denjenigen finden, die mit offenen Augen am Strand unterwegs sind mit Blick für das Kuriose oder das Kostbare, für das Schöne und Skurile. Mit dem Blick für das Besondere unter dem Banalen. Und aus Strandgut kann man ganze Hütten bauen…

Auf Amrum gibt es sogar zwei „Kolonien“ solcher Lauben – in Höhe Wittdün werden zu Beginn der Badesaison seit vielen Jahren Buden gebaut und zwischen Nebel und Norddorf gibt es in den Vordünen welche, die auch im Winter stehen bleiben und von denen eine wie eine künstlerische Installation anmutet. Südwind stürmt über den Kniepsand, die einsamen Wanderer marschieren gen Nord, bis die Vordünen südlich des Quermarkenfeuers erreicht sind. Holztrümmer liegen verstreut herum, ein Surfbrett steht senkrecht im Sand und trotzt dem Sturm, eben lag ein Kasten im Wasser, auf dem das Wort „Hüttenbuch“ stand: Diese Hütte wurde von Wind und Wellen zertrümmert und ist dorthin verschwunden, woher sie einst kam – im Meer. Weiter Richtung Insel sind zwei Verschläge zu erkennen, geduckt in den Dünen. Eine Figur mit rotem Haar aus Plastiknetz begrüßt die Wanderer, nachdem der Sand fortgeschaufelt wurde, lässt sich die Tür zu dieser sonderbaren Hütte öffnen. Drinnen kann man sich stundenlang verlieren; mit Tischen und Bänken ist´s gemütlich wie in Nachbars Gartenlaube, die Fenster sind aus Plastikplanen und man kann prima im Hüttenbuch schmökern. Und was es zu bestaunen gibt – ein selbst gebasteltes „Mensch Ärgere Dich Nicht Spiel“, aus Strandgut zusammengefügte Bilder und Puppen, liebevoll und lustig. Ein Mobile hängt an der Decke gefertigt aus Papierschiffchen. Vor der Hütte steht ein gelber Eimer – der ist übrigens für den Müll. Ordnung, so schienen es die Bauherren dieser bewundernswerten Buden zu schätzen, muss sein – auch in den Lauben aus Strandgut. // www.amrum.de

Verrostetes Metall aus dem Meer und natürlich polierte Holzstücke vom Strand – dies sind die Materialien, die Greg Baber für seine Skulpturen verwendet. Der 64jährige ist „Strandchef“ von Kampen auf Sylt und fast jeden Tag mit dem Traktor oder dem Landrover am Strand unterwegs. Greg ist verantwortlich für die Sicherheit der Wege und Holztreppen, die Strandkörbe, den Strand – und er ist auch Herr über das Strandgut, das an stürmischen Tagen angespült wird. Zu Beginn des neuen Jahrtausends begann er mit der Umsetzung seiner künstlerischen Ideen. Die erste Ausstellung erfolgte im Jahr 2004, einige Skulpturen stehen im Avenarius- (ehem. Dorf-)Park in Kampen, andere werden bisweilen verkauft. „Ein großer Teil des Erlöses fließt wieder in den Küstenschutz zurück“, sagt er. Mit Stücken aus alten Eisenbuhnen fing es einst an, mit seinen geschweißten und geschliffenen Kombinationen aus Holz und Metall ist er längst zu einem gefragten Künstler geworden. „Ich sammle die Stücke, ohne anfangs genau zu wissen wofür. Während der Arbeit bekomme ich dann schnell eine Vorstellung, was aus dem wird, was Wasser, Wind und Wellen in der Nordsee formten und der Sand auf Sylt polierte“, erklärt Greg sein künstlerisches Schaffen, „Strandgut ist Rohstoff, mit dem ich etwas ausdrücken kann!“. Mal sind es mannshohe Skulpturen, mal kleine filigrane Arbeiten. „Out of the deep“ heißt ein Kunstwerk, an dem er zurzeit arbeitet „…dabei folge ich im wesentlichen meiner Intuition. Oft schaue ich mir die Stücke lange an. Dann bekomme ich eine Vorstellung, wie es weiter geht!“ Wenn sich Greg nicht um die Sicherheit und den Zustand des Strandes kümmert, hämmert und poliert der Strandchef und Meeres-Künstler zwischen Dünen und Heckenrosen weiter an den Skulpturen, die vom Meer erzählen. Und die Phantasie anregen – „…Mutter Natur gibt uns viel vor!“ Und damit meint derjenige, den die Nordsee vor mehr als vierzig Jahren in den Bann schlug und nie mehr los ließ, gewiss nicht nur das Strandgut allein. // www.kampen.de

„Eines Tages fand ich einen Schuh am Deich, ich nahm ihn mit“, erinnert sich Werner Boyens. „Und am nächsten Tag lag da schon wieder einer!“ 1994 war damit auf Hallig Hooge eine ungewöhnliche Sammel-Leidenschaft geboren. An die 300 Schuhe stehen auf den Regalen vor seiner kleinen Galerie auf der Hanswarft. Heute malt der ehemalige Seemann Motive von der Hallig. Wenn er nicht gerade unterwegs ist, um die Schuhsammlung zu vergrößern. Dort steht alles, was Mann, Frau und Kind an den Füßen tragen können – von Arbeitsclogs vermutlich Größe 50 bis zu Stiefeletten mit Absatzhöhe zehn Zentimeter. Badelatschen ebenso wie Trekkingsandalen – Strandgutschuhe, Fundstücke von wer weiß wo her. „Ich gehe oft auf dem Deich rund um die Hallig oder fahre mit dem Rad, da liegen sie dann am Spülsaum“, sagt der 73jährige, „ich finde oder suche die Schuhe nicht – die kommen zu mir!“ Erklärt der freundliche Mann mit einem Augenzwinkern. Die Schuhe in den Regalen unterm Reetdach sind allesamt Fundstücke von der Hallig Hooge oder vom vorgelagerten Japsand. Es ging damals los, wie so oft – da lag noch ein schöner Schuh, dann noch einer, und dann dieser dort. Wer mag den wohl getragen haben. Stammt der Arbeitsschuh vom Fischkutter? Hat ein Fluss die Stiefelette in die Nordsee gespült? Und warum verliert man ausgerechnet Schuhe an das Meer? Schon war eine Leidenschaft geboren. „Jeder Mensch hat doch irgendeine Sammlung. Wenn ich wieder was Schönes gefunden hab, freue ich mich und nehme den Schuh mit nach Hause.“ Oft fragen ihn die Leute, was er da tue oder mit den Schuhen macht. „Und meist stehen diese Leute dann mit einem Lächeln vor dem Regal – auch mit alten Schuhen kann man Menschen Freude machen! Die vergangene Wintersaison war übrigens ein schlechtes Schuhjahr. Ich habe bislang nur zehn Stück gefunden, in guten Jahren sind es locker doppelt so viele“, sagt er. Zu besichtigen auf der Hanswarft/Hallig Hooge. „Die besten Chancen einen Schuh und Strandgut überhaupt zu finden, ist nach stürmischen Tagen mit kräftigem Wind aus westlichen Richtungen – dann heißt es Los auf den Deich! und die Augen offen halten…!“ // www.hooge.de

„Ich nehme, was sich anbietet, ich nehme, was ich sehe. Die Stücke warten auf mich – ich finde sie beim Spazieren gehen. Sie sind schon dort, wo ich hinkomme. Ich muss mich nur entscheiden und auswählen“ – so lauten die Gedanken der Sylter Goldschmiedin Edda Raspé zu Steinen und Schönem aus der Natur. Und wer kennt Diese nicht – die kleinen, bunten Stücke vom Strand, oft mit einer matt-schimmernden Oberfläche, wie geschliffen und gefrostet. Sie glitzern im ablaufenden Wasser wie Edelsteine; die Formen sanft, die Farben wie Pastell. Das ist Seeglas, auch Strand- oder Meerglas genannt. Es gibt sie in allen Farben – grün, weiß und braun sind am häufigsten. Aber blaue, orangefarbene oder gar rote Stücke zu finden, ist so selten wie einen Bernstein aufzuheben. Denn Seeglas-Stücke, das waren ist erster Linie einmal Flaschen, in seltenen Fällen Geschirr, Medizinflaschen oder Autorücklichter. Letztere wurden zu der Zeit, als das schöne Strandglas seinen Ursprung nahm, nämlich aus Glas hergestellt – vor vielen Jahrzehnten oder gar einem Jahrhundert. So lange sind die bunten Stücke schon im Meer und werden im Kontakt mit Sand gerundet, im Laufe vieler Jahre bekommen sie ihre feine, mikrokristalline Oberfläche, die sie so geheimnisvoll schimmern lässt. Auf Sylt kann man sich ein wahres Schmuckstück daraus fertigen lassen. Edda und Jonas Raspé fertigen auf Wunsch in ihrer kleinen, feinen Manufaktur in Morsum nach den Vorstellungen ihrer Kunden eine individuelle Kette, einen Ring oder Armreif daraus. Aus solchen Funden lassen sich persönliche Stücke fertigen, erklärt Goldschmiedemeister Jonas Raspé. Der zusammen mit seiner Mutter Edda dieses Atelier betreibt. „Seeglas hat etwas Geheimnisvolles“, sagt er, „und die Schmuckstücke einen besonderen Bezug zum Meer. Häufig kommen Kunden mit einem Bernstein, den sie gefunden haben und möchten ein besonderes, individuelles Schmuckstück als Erinnerung an die Nordsee gefertigt bekommen – und manchmal bringen sie auch Seeglas mit“, sagt er. Weil sie am Nordsee-Strand was Schönes gefunden haben. // www.edda-raspe.de

In Friedrichskoog finden regelmäßig „Spülsaumwanderungen“ statt. Der Spülsaum markiert den höchsten Wasserstand der letzten Flut bzw. die Linie, bis zu der die Wellen gelaufen sind. Man bezeichnet ihn auch als Flutsaum. Hier wird alles zusammengeschwemmt, was im Meer treibt. Einige Strandfunde sehen auf dem ersten Blick unscheinbar aus, andere dagegen fallen schon aus der Ferne auf.
Wer schon immer wissen wollte, zu wem die weißen Mini-Platten gehören, die es auch in Zoohandlungen gibt oder welche Bedeutung die schwammähnlichen Gebilde haben, die es hier zu entdecken gibt, sollte an einer Spülsaum-Exkursion unter fachkundiger Führung teilnehmen. Die nächste Wanderung ist am 22. Juni 2016 um 17 Uhr am Friedrichskooger Strand. // www.friedrichskoog.de

Ein sehr begehrtes und doch so seltenes Fundstück an den Küsten ist Bernstein. Das fossile Baumharz ist bekannt für seinen goldigen Glanz nach dem Polieren. Wer möchte, kann sich bei einem Kurs der Schutzstation Wattenmeer z.B. auf Nordstrand, Pellworm, in St.Peter-Ording oder auf Föhr ausführlicher über das „Gold der Nordsee“ informieren und sich ein Schmuckstück daraus herstellen. // www.schutzstation-wattenmeer.de/veranstaltungen

Die Rückkehr der Fischotter

Fischotter zählen zu den bedrohten Säugetierarten in Deutschland und werden deshalb in der „Roten Liste“ geführt. Doch seit einiger Zeit erholen sich die Bestände, in immer mehr Gebieten fasst der seltene Wassermarder wieder Fuß. Sehr zur Freude von Naturschützern, die noch vor 20 Jahren mit dem Schlimmsten rechneten, als nur noch wenige Tiere in freier Wildbahn lebten.

Lebensräume sind für den Fischotter wieder nutzbar

Um die Ausbreitung der Fischotter zu fördern, untersuchen Experten im niedersächsischen Otter-Zentrum Hankensbüttel am Rand der Südheide seit Jahrzehnten die bundesweiten Vorkommen und forschen an neuen Artenschutzkonzepten. „Die Qualität der Flüsse und Seen hat sich zuletzt deutlich verbessert, sodass die Lebensräume für den Fischotter wieder nutzbar sind“, freut sich Mark Ehlers, Leiter der Einrichtung. Immer öfter würden Fischotter sogar im städtischen Umfeld gesichtet. Bei ausreichend Rückzugsmöglichkeiten, naturnahen Gewässerabschnitten und ausreichend Nahrung könne sich das scheue und nachtaktive Raubtier offenbar mit dem Menschen und seinen Bauwerken arrangieren. Unter www.otterzentrum.de gibt es alle Informationen über das seit 1988 vom Verein Aktion Fischotterschutz e.V. betriebene Naturerlebniszentrum.

Auf Tuchfühlung mit Otter, Dachs und Co.

Besucher des rund 60.000 Quadratmeter großen Otter-Zentrums können den Otter und seine nächsten Verwandten Nerz, Dachs, Hermelin, Steinmarder, Iltis, Baummarder und Otterhunde – eine vom Aussterben bedrohte Hunderasse – live erleben. Aus Hecken, Teichen, einem See, Wiesen und einem Wasserfall wurden natürliche Lebensräume gebildet und große, originelle Gehege in die Landschaft eingebettet, sodass diese heimischen Wildtierarten in ihrem natürlichen Umfeld artgerecht gehalten werden können. Die jährlich mehr als 80.000 Gäste des Zentrums kommen den Tieren ganz nah, schließen sich den Tierpflegern an und sind bei den regelmäßigen Fütterungen dabei. Hier erfährt man viel Wissenswertes über Tiere, Natur und Umwelt. Auf dem naturbelassenen und doch barrierefreien, drei Kilometer langen und gut ausgeschilderten Wegenetz haben auch Menschen mit Gehbeeinträchtigung Gelegenheit, das Gelände bequem zu durchstreifen.

Die Kraft des Meeres

Wie wäre es mit einem Urlaub zwischendurch? Und dabei noch etwas für sich und das eigene Wohlbefinden tun? Schleswig-Holstein lockt das ganze Jahr über mit Angeboten für einen Gesundheitsurlaub. Vielfältig, natürlich und entspannend zeigt sich das Gesundheitsland seinen Gästen. Die Voraussetzungen sind einzigartig: Nord- und Ostsee, das Binnenland, drei Klimazonen, überall gesunde Luft, eine reizvolle und abwechslungsreiche Naturlandschaft sowie maßgeschneiderte Gesundheitsangebote.

Egal in welchem Alter: ein Gesundheitsurlaub tut Körper und Seele gut. Während einer willkommenen Auszeit zwischendurch schaltet man ab und tankt neue Kraft für den Alltag. Ob als Vorsorge oder Rehabilitation, bei Rückenproblemen oder Stress – ortsgebundene Heilmittel und Naturheilverfahren machen wieder fit und aktiv. Schleswig-Holstein mit seiner abwechslungsreichen Landschaft, seinem belebenden Klima und den natürlichen Heilmitteln bringt den Menschen wieder in eine gesunde Balance und weckt neue Lebensfreude.

Neues Wohlbefinden mit natürlichen Heilmitteln
Schleswig-Holstein bietet moderne Einrichtungen und viele Kurorte mit dem Qualitätsgütesiegel „Kuren mit Heilmitteln aus Schleswig-Holstein“, eine für Deutschland einmalige Zertifizierung. Dabei kommt einem die Kraft des Meeres zugute, mit seinen natürlichen Heilmitteln wie Schlick, Algen und Meerwasser, dessen zahlreiche Wirkstoffe das körperliche Wohlbefinden beeinflussen. Ein Klassiker unter den gesunden Urlaubsvergnügen in Schleswig-Holstein ist das Wattwandern. Mit nackten Füßen über den federnden, feuchten Meeresboden zu laufen, den Wind in den Haaren, die Sonne im Gesicht, das ist ein Erlebnis und Gesundheit pur.

Strandgymnastik und Moorpackungen
Wandern, Joggen, Radfahren, Ballspielen am Strand – die Kombination von Bewegung und frischer Luft tut Körper und Seele gut. Die Muskeln werden durchblutet, die Haut wird straffer. Wer noch mehr für sich tun möchte, sollte es mal mit einem der vielen „gesunden“ Angebote versuchen – von der Anwendung nach Kneipp über Strandgymnastik bis zum Vital- und Wellness-Programm. Im Binnenland von Schleswig-Holstein stehen dem Gesundheitssuchenden Muskel entspannende Moorpackungen in Bad Bramstedt zur Verfügung. In den den beiden Kneipp-Heilbädern Malente und Mölln wird das Wassertreten nach dem berühmten Pfarrer aus Bad Wörishofen praktiziert. Die natürlichen Vorteile sind die Basis für eine umfangreiche Gesundheitskompetenz, die Gäste hier erwarten können. Von den hochwirksamen, ortsgebundenen Heilmitteln bis hin zur High-Tech-Medizin – in allen Kurorten werden die Gäste von Fachleuten betreut.

Balsam für Körper und Seele
Die Gesundheitslandschaft in Schleswig-Holstein ist so vielfältig, dass hier jeder findet, was seinem Körper und seiner Seele wohltut. Vor allem in der Nebensaison, wenn es etwas ruhiger wird im Land zwischen den Meeren, entfaltet sich die Wirkung der natürlichen Heilkräfte besonders stark. Denn gerade in der kühleren Jahreszeit wird durch die Kältereize der Stoffwechsel des Körpers vermehrt angeregt. So ist ein 30-Sekunden Fußbad in der winterlichen See sehr zu empfehlen, denn dies regt den Kreislauf auf positive Weise an. Auch die Luft, die der Wind über das Meer bringt, ist in den Wintermonaten besonders rein. Sogar das Licht wirkt in diesen Monaten stärker und intensiver als auf dem Land und in den Städten, denn es wird auf der weiten Oberfläche des Meeres reflektiert. In der trüben Jahreszeit bedeutet das Balsam für die Seele. So steht eines fest: Ein Urlaub in Schleswig-Holstein ist „reine“ Gesundheit – das ganze Jahr über.

Gesundheitsfaktor Schleswig-Holstein
Der größte Gesundheitsfaktor im Land zwischen den Meeren ist das Reizklima, und das gibt es gleich mehrfach: Mit einer Küstenlänge von 200 Kilometern an der Nordsee und 330 Kilometern an der Ostsee begrenzen zwei Meere die Landfläche im Westen und im Osten. Charakteristisches Element an der Nordseeküste ist der Wechsel von Ebbe und Flut. Das raue Nordseeklima reizt mit dem Wechsel von Sonne und Wind. Es regt den Kreislauf an. Die Brandung massiert Haut und Muskeln, und das Weltnaturerbe Wattenmeer zeigt mit seinem Gezeitenwechsel ein einzigartiges Landschaftsbild.
Etwas milder ist das Klima an der Ostsee. Wind und Wellen ruhiger, die Strände geschützter, Luft und Wasser weniger salzhaltig: hier erholen sich Kinder und ältere Menschen besonders gut. Prägendes Element der Ostseeküste ist der Wechsel der Küsten. Steilküsten, Buchten und kleine Hafenstädte, Strände mit feinem Sand oder Kiesel schaffen ein herrliches Landschaftsbild.
Die dritte Variante ist das reizarme Klima im Landesinneren. Trocken, sonnig, meist ein paar Grad wärmer als an den Küsten und ideal für die Gelenke. Hier sieht man Wiesen und Wälder, typische Knicklandschaften und Herrenhäuser.