Archiv der Kategorie: Norden – Norddeich

Norddeich lockt im Winter

Schäumende Wellen auf dem Meer, frostüberzogene Deiche und Sträucher: Im Winter sorgt die Natur Ostfrieslands für beeindruckende Motive – und bereitet Auszeitsuchenden gerade rund um die Feiertage bisweilen magische Momente. Im Nordseeheilbad Norden-Norddeich lassen sich der ganz eigene Charme der ostfriesischen Küstenweihnacht und die gesunde Nordseeluft zwischen Watt und Weide besonders gut genießen.

Dass dazu oft nicht mehr nötig ist als ein wärmender Schal und festes Schuhwerk, erklären die Reiseexperten vom Tourismus Service Norddeich: „Unsere Wintergäste schätzen die Ruhe und die tiefenentspannende Wirkung der rauen ostfriesischen Natur – etwa, wenn sie die Beschaulichkeit eines sonnigen Wintertags für einen ausgiebigen Spaziergang am Deich oder Strand nutzen“, weiß Jens Albowitz, Leiter Marketing in Ostfrieslands jüngstem Nordseeheilbad. Die guten heilklimatischen Bedingungen und die nun besonders aerosolhaltige Nordseeluft tun ihr Übriges für das Wohlergehen zum Beispiel von Haut und Atemwegen. Da wundert es nicht, dass man einer ostfriesischen Besonderheit sportlicher Art, dem Boßeln, nun auf den Wegen und Straßen der Region besonders oft begegnen kann.

Weihnachtlicher Lichterglanz

Wer auf den Glanz festlich dekorierter Häuser und den Duft von Lebkuchen und Zimtgebäck nicht verzichten möchte, aber um den Trubel überfüllter Großstädte gerne einen Bogen macht, für den wird ein Besuch der romantischen Norder Innenstadt in der Vorweihnachtszeit zu einem besonderen Erlebnis. Auf dem stimmungsvollen Ludgeri-Weihnachtsmarkt treffen ab Ende November wieder Kunstgewerbliches, Keramik und kulinarische Spezialitäten aufeinander. Sehenswert sind zudem das lebendige Krippenspiel, die Eislaufbahn neben der Ludgeri-Kirche, die hier liebevoll „Schöfelbahn“ genannt wird, und die festliche Beleuchtung der Straßen und Plätze.

Ganz unabhängig vom Weihnachtsmarkt wartet die Altstadt mit ihrer urigen Gastronomie und den schicken Boutiquen auch nach den Feiertagen darauf, etwa während des verkaufsoffenen Sonntags am 27. Dezember, bei einem ausgiebigen Bummel entdeckt zu werden. Möglichkeiten dazu gibt es genügend – auf der Einkaufsmeile Neuer Weg, rund um den Marktplatz oder in den vielen romantischen Gassen, die in Norden „Lohnen“ heißen. Egal ob herzhaft oder süß, einfach oder raffiniert: Die ostfriesische Küche hält dabei mit Snirtjebraa, Grünkohl mit Pinkel und Grieben oder einem großen Stück der berühmten Ostfriesentorte gerade im Winter manche traditionelle Gaumenfreude für eine entspannende Pause vom Alltag bereit.

Lust auf eine gute Tasse Tee und vitalisierende Wellness

Und was wäre der Winter im Norden ohne eine gute Tasse Ostfriesentee? Nicht nur in einem der vielen Cafés, sondern auch im Ostfriesischen Teemuseum kann man den vielen Geheimnissen rund um das richtige Wasser und sahnige „Wulkjes“ genauer auf den sprichwörtlichen Tassengrund gehen. Die Ausstellung am historischen Marktplatz hat wie viele Einrichtungen in Norden-Norddeich ganzjährig geöffnet. Abwechslungsreich und informativ entführt die 2014 aufwändig erneuerte Erlebniswelt in das Reich von Teeanbau, Teehandel und besonderen Spielarten des regionalen Teekonsums.

Und wenn nach einem Spaziergang im Reizklima der Nordsee oder durch die Gassen der Norder Altstadt die Lust auf Wellness und Vitalität wächst, hat Norden-Norddeich auch hierfür die richtige Adresse parat: Im Erlebnisbad „Ocean Wave“ kann man ganzjährig in 30 Grad warmes Nordseewasser eintauchen. Entspannung und sanfte Regeneration bieten Aqua-Floating, Wassergymnastik und andere gesundheitsfördernde Anwendungen. Gerade im Winter angenehm warm wird es auf dem 750 Quadratmeter großen Saunadeck, das die maritime Atmosphäre eines mächtigen Ozeandampfers verströmt. Nach einem entspannenden Aufenthalt an Deck sorgen etwa die große NDR 2-Silvesterparty am Strand oder andere kulturelle Angebote vor allem zwischen den Jahren für Abwechslung im Urlaubskalender.
Alle weiteren Informationen zur Winterzeit in Norden-Norddeich gibt es unter www.norddeich.de.

SUP, Surfen, Kiten und Paddeln in Ostfrieslands Wassersportparadies

Was gibt es für Urlauber Schöneres als Strand und Meer? Kein Wunder, dass es das „Wasserwesen“ Mensch regelmäßig ans, ins oder sogar aufs erfrischende Nass zieht – ob zum Kiten oder Windsurfen, ob gemächlich und naturnah bei „Paddel & Pedal“, ob voll im Trend mit SUP (Stand Up Paddleboarding) oder einfach nur zum Zuschauen.

Für Einsteiger und Fortgeschrittene

Am Strand des Nordseeheilbades Norden-Norddeich herrscht nicht nur bei Sonnenschein reges Treiben – gilt der Surf- und Kitespot Norddeich doch längst als eines der besten Reviere im Nordwesten Deutschlands. „Unser riesiger Stehbereich ist ideal für Einsteiger im Wind- und Kitesurfen, bietet aber auch Fortgeschrittenen tolle Bedingungen“, erklärt Kite- und Windsurf-Experte Michael Vogel. Der gebürtige Österreicher betreibt seit mehr als zehn Jahren die lizensierte Norddeicher Surfschule, die inzwischen mit zahlreichen Qualitätssiegeln ausgezeichnet wurde. Hier kann man nicht nur Windsurfen und Kitsurfen lernen, sondern neben Segeln, Kajak fahren und Landboarden auch den neuesten Trendsport, das sogenannte Stand Up Paddleboarding ausprobieren. „SUP fördert gleich in mehrfacher Hinsicht die eigene Gesundheit – ein sportliches Angebot für jede Altersgruppe“, betont Vogel. Mehr Informationen zum Angebot der Surfschule Norddeich unter www.surfschule-norddeich.de

Unterwegs mit Kanu und Rad

Wer mit der Familie unterwegs ist und lieber gemütlich auf den ruhigen Binnengewässern Ostfrieslands die typische Natur der Region erkunden möchte, für den ist das beliebte „Paddel und Pedal“-Angebot genau das Richtige. An 21 Stationen in der Region ist es möglich, Kanus und Fahrräder für Touren zu mieten, die wahlweise einen oder auch mehrere Tage dauern können. „So kann man beispielsweise am Alten Hafen in Norden lospaddeln – bis zu einem Rastplatz, wo man sich erholt, das Boot abgibt und dann mit dem eigenen oder einem geliehenen Fahrrad den Deich entlang zurückradelt. Der integrierte Hol- und Bringservice macht’s möglich“, erklärt Carsten Lippe von der Kurverwaltung Norden-Norddeich. Die zahlreichen Kombi-Touren werden unter www.paddelundpedal.de vorgestellt und anhand von Karten anschaulich erläutert. Weitere Informationen zu den Angeboten gibt es auch unter www.norddeich.de.

Akrobatische Könner beobachten

Will man lieber andere ans Steuer oder Segel lassen, sich zurücklehnen und den Seewind genießen, dann ist ein Spaziergang am Norddeicher Sand- oder Grünstrand genau das Richtige. Hier zeigt fast immer ein Kite- oder Surfkönner seine akrobatischen Fähigkeiten auf den Wellen. Schiffstouren zu den Seehundbänken und den vorgelagerten Ostfriesischen Inseln bereichern zusätzlich das nahezu unerschöpfliche Angebot an möglichen Tagesausflügen.

„Fishing-for-Litter“-Projekt in Norddeich gestartet

Seit dem heutigen Freitag sammeln in Norddeich/Niedersachsen Fischer Abfälle aus dem Meer, um sie anschließend umweltgerecht zu entsorgen. Nach den Ostseehäfen Heiligenhafen, Burgstaaken/Fehmarn und Sassnitz/Rügen beteiligt sich mit Norddeich erstmals ein deutscher Nordseehafen am NABU-Projekt „Fishing for Litter“. Die Zahl der beteiligten Fischer steigt damit auf mehr als 35. „Wir freuen uns, dass mit Norddeich die ersten Nordsee-Fischer mit an Bord sind. Mit dem Sprung an die Nordsee sind wir, dank unserer Projektpartner, dem Ziel einer flächendeckenden Abfallentsorgung in deutschen Fischereihäfen einen großen Schritt näher gekommen“, erklärte NABU-Präsident Olaf Tschimpke.

Die Belastung der Meere mit Abfällen, insbesondere aus Plastik, ist eines der größten Probleme des marinen Umweltschutzes. Die ökologischen Folgen sind dramatisch, Seevögel, Delfine oder Robben verfangen sich im Plastik und ersticken qualvoll, oder verhungern, wenn sie Plastik mit ihrer natürlichen Nahrung verwechseln. Auch Fischer finden immer wieder Müll in den Netzen, der ihre Fanggeräte beschädigt und Fänge verunreinigt. Nicht zuletzt sind die Kommunen gezwungen, jährlich Millionen-Beträge für die Reinigung von Stränden und Küsten ausgeben.

Vor diesem Hintergrund haben sich Fischer, Abfallentsorger und Kommunen mit dem NABU zusammengetan, um gemeinsam gegen den Müll zu kämpfen. Die „gefischten“ Abfälle werden von den Fischern an Bord gesammelt und im Hafen kostenlos in Sammelcontainern entsorgt. Anschließend werden die Abfälle in einer speziellen Sortieranlage auf ihre Zusammensetzung untersucht. So wollen die Projektpartner mehr über den Müll in der Nord- und Ostsee erfahren. „Künftig wollen wir noch weitere Fischer, Kommunen und Unternehmen für das Projekt gewinnen. Nur so können wir einen wirklichen Beitrag für eine saubere Zukunft unserer Meere leisten“, so NABU-Meeresschutzexperte Kim Detloff.

Partner der Initiative in Norddeich sind die Erzeugergemeinschaft der Kutter- und Küstenfischer Norddeich, die Nehlsen GmbH & Co. KG, die Niedersachsen Ports GmbH & Co. KG und Der Grüne Punkt – Duales System Deutschland GmbH.

Der NABU engagiert sich im Rahmen seiner Meeresschutzarbeit seit Jahren mit lokalen Reinigungsaktionen, Küsten-Monitoring und Informationsveranstaltungen gegen den Missbrauch der Ozeane als Müllkippe. Im Zentrum des Projekts steht die „Fishing for Litter“-Initiative, der neben Norddeich bereits die Fischereihäfen Heiligenhafen, Burgstaaken/Fehmarn und Sassnitz/Rügen angehören.

Luftverkehrsteuer

Die Einführung der Luftverkehrsabgabe wurde am 01. 09. 2010 vom Bundeskabinett beschlossen. Am 28. 10. 2010 hat dieses der Bundestag verab-schiedet, am 28. 11. dann der Bundesrat. Die Bundesregierung hat die Pränotifizierung am 01. 12. 2010 an die Europäische Kommission übermittelt.

Die Luftverkehrsteuer wird für alle Flüge von deutschen Flughäfen seit dem 01. 01. 2011 erhoben. Die Höhe der Flugticketsteuer ist entfernungsabhängig. Sie wird je Flugpassagier und Ticket in drei Stufen erhoben. Da die Steuer auf die Flugtickets bei jedem Start in Deutschland erhoben wird, zahlte man bei innerdeutschen Flügen sowohl beim Hin- als auch beim Rückflug jeweils 8 €, insgesamt also 16 € zuzüglich Umsatz-steuer. Seit dem 01. Januar wurde der Betrag auf 7,50 Euro reduziert.

Aufgrund erheblicher Intervention der Fluggesellschaften als auch der Inseln wurde mit Hilfe der hiesigen Bundestagsab-geordneten von CDU, SPD und FDP für die Inselflüge Ausnahmeregelungen in das Gesetz mit aufgenommen:

§ 5 Steuerbefreiungen

Von der Besteuerung ausgenommen sind die folgenden Rechtsvorgänge, die zu einem Abflug von einem inländischen Standort berechtigten:

4. Abflüge von Fluggästen,

a) die ihren Hauptwohnsitz auf einer inländischen Insel haben,

b) die der medizinischen Versorgung von Personen, die sich auf einer inländischen Insel aufhalten, dienen oder

c) die hoheitliche Aufgaben auf einer inländischen Insel wahrnehmen

von und zu dieser Insel, vorausgesetzt, die Insel ist nicht über einen tideunabhängigen Strassen- oder Gleisanschluss mit dem Festland verbunden und der Start- und Zielort auf dem Festland ist nicht weiter als 100 Kilometer Luftlinie von der Küste entfernt oder befindet sich auf einer anderen inländischen Insel;

5. Abflüge von Fluggästen, die nicht bereits gemäß Nummer 4 steuerbefreit sind, von und zu einer inländischen, dänischen oder niederländischen Nordseeinsel, die nicht über einen tideunabhängigen Strassen- oder Gleisanschluss mit dem Festland verbunden ist, wenn der Start- oder Zielort

a) auf dem Festland nicht weiter als 100 Kilometer Luftlinie von der Küste entfernt ist oder

b) sich auf einer anderen inländischen, dänischen oder niederländischen Nordseeinsel befindet.

Diese Ausnahmen müssen jedoch von der europäischen Kommission genehmigt werden, da die Kommission verpflichtet ist, diese Beihilfe zu prüfen und zu genehmigen. Solange eine Genehmigung nicht vorliegt, darf die sogenannte Beihilfe (also Ausnahmen) nicht angewandt werden. Somit wurden hierfür das Notifizierungsverfahren eingeleitet.

Derzeitiger Stand des Verfahrens:

Während des Verfahrens wurden die Ausnahmen getrennt. Es wurde nur die Nummer 4 des § 5 notifiziert, sodass rückwirkend die Insulaner, Ärzte und Beamte befreit wurden. Die touristischen Flüge (also die Nummer 5 des § 5) ist immer noch nicht entschieden. Hierunter fallen auch Handwerker, Geschäftsreisende, Zweitwohnungsbesitzer, die lediglich zu Eigentümerversammlungen, zu Renovierungsarbeiten oder zum Bettenwechsel auf die Inseln kommen. Selbst wenn wegen Ostwindlagen oder wegen Eisganges in den Fahrwassern oder der Fährbetrieb ruht und alle auf den Flugverkehr als dann einige Verbindung Insel – Festland oder Festland – Insel angewiesen sind – die Luftverkehrssteuer ist zu zahlen. Es werden weitere Infos von der EU angefordert, wobei Ansprechpartner hier das Finanzministerium ist. Dieses schwebende Verfahren dauert nun nahezu 1 ½ Jahre.

Belastungen für die Fluggesellschaften:

Durch die Trennung der beiden Ausnahmen und der unterschiedlichen Bewertung haben die Fluggesellschaften nunmehr die Aufgabe, jeden Passagier aufwendig zu überprüfen, ob nun eine Befreiung vorliegt oder nicht. Dies führt zu skurrilen Vorgängen und immer wieder neuen Fragen. Dies führt zu einem Verwaltungsaufwand bei den Gesellschaften, die von der Größe her, kaum zu bewerkstelligen sind. Auch das Hauptzollamt hat hier einen erheblichen Prüfungsaufwand. Da die Erträge aus der Luftverkehrssteuer des Inselflugverkehrs aus der Luftverkehrsteuer für den Staat nur ca. 1 % der gesamten Steuerlast ausmachen, ist dies eine nicht zu vertretene Belastung.

Sollte nun doch mit einer Befreiung gerechnet werden und eine Rückerstattung der Steuer erfolgen, müssen die vereinnahmten Steuern an die Kunden wieder zurückgezahlt werden. Dies führt ebenfalls zu einem unverhältnismäßigen Verwaltungsaufwand.

Durch die Erhebung aus der Luftverkehrssteuer und die Weitergabe an den Fluggast erhöht sich der Flugpreis im Inselflugverkehr um durchschnittlich 30 %. Für Kinder, die ebenfalls unter diese Steuer fallen, erhöht sich der Flugpreis auf fast 70 %! Diese Erhöhungen führen dazu, dass in 2011 mit erheblichen Rückgängen im Flugverkehr nach Wangerooge und Juist gekommen ist. Nach Juist mit rund 6 %, nach Wangerooge fast 15 %. Da die Nordsee im Tourismus in 2011 gewachsen ist, sind unsere Fluggesellschaften die Verlierer in einem wachsenden Markt.

Sollte sich diese Entwicklung allgemein im Beförderungsbereich weiter rückläufig darstellen, müssen die Gesellschaften sich überlegen, ob eine ganzjährige Anbindung aller anfliegbaren Inseln aufrecht erhalten werden kann. Zu diesem Thema werden wir gesondert auf der Pressekonferenz in Harlesiel eingehen.

Besondere Inselversorgung bezüglich der derzeitigen Wetterlage:

Da die Inseln Wangerooge und Juist seit fast einer Woche nicht per Fähren erreichbar sind, verbleibt die einzige Verbindung zum Festland zur Zeit nur durch den Flugverkehr. Auf der einen Seite werden wir gezwungen wirtschaftlich mit geändertem Personalbestand zu agieren, auf der anderen Seite fordert man uns in solchen Situationen alles ab. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den Schaltern werden dabei massiven Beschimpfungen bzgl. der LVSt. ausgesetzt.

Auswirkungen auf die touristische Entwicklung der tideabhängigen Inseln:

Während das ostfriesische Binnenland und die Nordseeküste mit Steigerungen in 2011 glänzen können, sind die Inseln Wangerooge und Juist die Verlierer. Da eine flexible Anreise mit dem Schiff nicht möglich ist, überlegen sich Gäste auch aufgrund des hohen Flugpreises, ob nicht eine andere Insel einfacher und kostengünstiger zu erreichen ist. Tideabhängige Inseln brauchen einen leistungsfähigen Partner aus der Luft, damit die tägliche Inselversorgung gewährleistet bleibt.

Aufruf an die Bundesregierung und die EU-Kommission:

Die Fluggesellschaften bitten eindringlich darum, diese Hängepartie endlich zu beenden. Nach nunmehr 1 ½ Jahre im Pränotifizierungsverfahren muss nun eine ganz schnelle Entscheidung her. Die Aussage aus Berlin, nach der die EU-Kommission „Herr des Verfahrens“ sei, ist unzutreffend.; dieses ist die Bundesrepublik Deutschland, die gegenüber der EU-Kommission die selbst geschaffenen Ausnahmeregelungen nun notifizieren lassen muss. Derartiger Ausnahmeregelungen hätte es gar nicht bedurft, wenn man die Steuererhebung im Gesetz anders formuliert und die Abgabe z.B. nach Startgewicht der Luftfahrzeuge geregelt hätte. Im Sinne der Inseln Wangerooge und Juist sollte sich durchgerungen werden, diese so wichtige Entscheidung für die Befreiung der touristischen Flüge vorzunehmen. Die wirtschaftlichen Verluste geben keinen Spielraum mehr zu, da die finanziellen Reserven fast aufgebraucht sind. Sollte sich eine negative Entscheidung abzeichnen, müssen die Fluggesellschaften ihr Geschäftsmodell neu überdenken. Hiervon sind rund 35 Arbeitsplätze betroffen und die Inseln verzeichnen weniger Gäste und haben dadurch sowohl im gewerblichen wie auch öffentlichen Bereich finanzielle Einbußen zu erleiden.

Norden-Norddeich: Im Rhythmus von Ebbe und Flut

Kommen einem am Strand von Norddeich „Schlickmonster“ entgegen, die von oben bis unten mit schwarzem Matsch bekleckert sind, handelt es sich nicht etwa um das neueste Happening, sondern um Gäste, die sich zur Ebbezeit im Wattschlick gesuhlt haben.

Der Schlick enthält nämlich für unseren Bewegungsapparat wirksame Heilsubstanzen und wird als Packung in Kureinrichtungen angewendet. Hier hat man den Baggermatsch jedoch umsonst und die anschließende Dusche am Strand von Norddeich gibt’s auch noch kostenlos dazu. Ebbe oder Flut? Wer mit der Bahn oder mit dem Pkw zur Norddeich-Mole kommt, erkennt es an der Höhe der Schiffsaufbauten. Bei Ebbe lugen die Aufbauten der Krabbenkutter gerade noch über die Kaimauer und die Gangway an den Fähren führt nach unten. Vor dem Grün- und Sandstrand breitet sich das Watt aus, Nordseesand bis an den Himmelsrand, durchfurcht von Prielen und bedeckt mit flachen Seen.

Wattwanderzeit – am Sandstrand haben sie ihre Namensschilder in Grün, Rot, Blau oder Orange: Niko, Anita, Kurt, Heiko und Günther heißen hier die Wattführer, die den Gästen auf einer Tour die Wunderwelt des Wattes näher bringen. „Schuhe aus“, heißt es, bevor es durch Priele zu Sand- und Muschelbänken geht. „Wie entstehen Ebbe und Flut?“, wird gefragt. „Der Mond und die Sonne üben Anziehungskräfte auf das Wasser aus. Und da sich die Erde einmal am Tag um sich selbst dreht, haben wir zweimal am Tag eine Gezeit. Das Zusammenspiel von Ebbe und Flut nennt man Tide, die Tidedauer beträgt ungefähr 12,5 Stunden und der Höhenunterschied zwischen Ebbe und Flut immerhin rund 4 Meter.“ Jetzt sind wir schlauer!

Wer allein spazieren möchte, bleibt in der Nähe des Brandungssaumes und geht auf Muschelsuche. Welch eine Vielfalt: Die Schalen der Europäischen Auster; die fast handgroßen Hälften der Sandklaffmuschel; die zigarrenähnlichen Hälften der Großen Scheidenmuschel; das Gehäuse der Turmschnecke oder die kunstvoll gedrechselte Behausung der Wellhornschnecke. Doch bald kommt die Flut, erste Rinnsale werden zu Prielen, verbinden sich zu kleinen Seen und schon bald sind es nur noch wenige Sandbänke, die aus dem Wasser ragen.

Erste Kräuselwellen am Horizont zeigen an, dass die Flut näher kommt. Wellenzählen. Balsam für die Nerven und wirkungsvoller als Baldrian. Wenn die Fluten den Strand erreicht haben, ist Badezeit. Es ist seicht an Norddeichs Stränden, so dass auch Kinder ihr helles Plantschvergnügen im Nordseewasser haben. „Segel setzen“ heißt es in der Surfschule am Haus des Gastes, und schon bald kreuzen die Wellenreiter zwischen Grünstrand und Norddeich-Mole.