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Baltrum: Letzter Abschnitt der Küstenschutzarbeiten am Deckwerk

Auf Baltrum beginnen wieder die Küstenschutzarbeiten, das letzte Teilstück wird in diesem Jahr realisiert: Das Deckwerk und die Dünen an der Nordseite der Insel werden verstärkt. Verantwortlich für das Projekt, das voraussichtlich rund 600.000 Euro kosten wird, ist der NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz). Bereits in dieser Woche erfolgt die Einrichtung der Baustelle; die eigentlichen Bauarbeiten beginnen ab Mitte März und dauern voraussichtlich bis September.

„Der 300 Meter lange Dünenabschnitt zwischen dem im vergangenen Jahr neugebauten Deichschart am Strandhotel Wietjes und dem Strandübergang Kinderspielhaus ist im derzeitigen Zustand zu schwach, um bei einer schweren Sturmflutschutz die Insel zu schützen“, sagte Frank Thorenz, Leiter der Betriebsstelle Norden-Norderney des NLWKN. „Hier besteht die Gefahr, dass die Dünen brechen, das würde zur Überflutung im Westdorf führen“. Berechnungen des NLWKN haben ergeben, dass bei sehr schweren Sturmfluten die Wellen über das Deckwerk laufen und zu einem Durchbruch der Dünen führen können.

Deshalb muss der vorhandene Dünenkörper verstärkt werden; ca. 20.000 Kubikmeter Sand werden eingebaut. Der Sand wird in ca. einen Kilometer Entfernung östlich aus dem Strand in der Wasserwechselzone gewonnen. Hier kann sich der Strand schnell wieder regenerieren. „Die Sandtransporte werden nach den Osterferien beginnen und schon Ende Mai abgeschlossen sein“, informierte Projektleiter Theo van Hoorn.

Als zusätzliche Sicherheit wird in die Düne ein Schutzschild aus Großsandsäcken eingebaut, der einen Durchbruch der Düne bei einer sehr schweren Sturmflut wirksam verhindert. Dieser aus 2.000 Sandsäcken bestehende Wall wird anschließend mit Sand überdeckt. Jeder der Sandsäcke wiegt mehr als eine Tonne. Die neu geschaffene Düne wird naturnah profiliert und mit Strandhafer bepflanzt, so dass die Sandsäcke später nicht mehr zu sehen sind. Zusätzlich werden die vorhandenen Übergänge und Wege wieder neu hergestellt.

Die ostfriesische Insel Baltrum wird an der Nord- und Westseite durch Schutzdünen mit einer Gesamtlänge von 6,3 km gegen Sturmfluten geschützt. Am Westkopf der Insel befinden sich zusätzlich massive Küstenschutzanlagen von ca. 1,4 km Länge sowie 14 Buhnen. An der Wattseite wird die Insel durch eine ca. 1,5 km lange Deichlinie geschützt.

Neuer Vertrag sichert die Zukunft des Nationalpark-Hauses – Gemeinde und Nationalparkverwaltung entwickeln Zukunftsperspektiven

Zu einem Kooperationsgespräch trafen sich Baltrums Bürgermeisterin Antje Wietjes-Paulick, Ratsmitglied Edzard Meyer und Peter Südbeck, Leiter des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer. Anlass war die Unterzeichnung des Zuwendungsvertrages, mit dem das Land Niedersachsen der Gemeinde Baltrum über fünf Jahre einen jährlichen Zuschuss von 60.000 Euro für das Nationalpark-Haus zusichert.

„Zum 25jährigen Bestehen des Hauses im Jahr 2012 ist diese finanzielle Absicherung ein besonders schönes Geburtstagsgeschenk“, freute sich die Bürgermeisterin. „So können wir auch in Zukunft unsere Gäste im Haus und bei Naturerlebnisveranstaltungen über Bedeutung und Schutz des Wattenmeeres informieren und sie dafür begeistern.“

Mit Ablauf des vergangenen Jahres wurden mit den Trägern aller 14 vom Land geförderten Informationseinrichtungen im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer neue Verträge geschlossen, in denen die Qualität und Intensität der Zusammenarbeit weiter verbessert und für die nächsten Jahre abgesichert wird. „Dass dies trotz knapper Ressourcen im Landeshaushalt gelingen konnte, ist ein Beweis für die hohe Qualität der bisherigen Arbeit in den Häusern und unverzichtbar, um den Nationalpark und das Weltnaturerbe Wattenmeer für Einheimische und Gäste schützenswert zu machen“, so Peter Südbeck.

Hausleiterin Karen Kammer und ihr Team können auf eine erfolgreiche Saison 2011 zurückblicken. Rund 38.000 Besucher konnte die Ausstellung verzeichnen – eine Steigerung um 8.000 gegenüber dem Vorjahr. Auch das Veranstaltungsprogramm erfreute sich wachsender Beliebtheit: An den 369 Veranstaltungen nahmen über 8.900 interessierte Urlauber teil – rund 1.700 mehr als 2010.

Seit September 2011 unterstützt Beate Kruse als erste FÖJ-Teilnehmerin das Nationalpark-Haus-Team. Die Verstärkung ermöglicht auch die Durchführung neuer Veranstaltungen wie „Funkeln im Dunkeln“ (Start 2011) und „Auf Vogelkiek“ (Start 2012).

Im Frühling 2011 wurde das Obergeschoss des Nationalpark-Hauses renoviert, im Sommer wurden die Aquarelle des Inselmalers Arend Schröder dort ausgestellt. Ein großer Teil der Verkaufseinnahmen geht als Spende an den Förderverein des Nationalpark-Hauses „Tidenhus e.V.“.

Im November wurde die Ausstellung um das Thema „Wale“ erweitert. Die Gäste können in die geheimnisvolle Dunkelheit des Meeres abtauchen und sich die Stimmen verschiedener Walarten anhören. Dies wurde durch die Spenden von zwei Benefizkonzerten von bis zu 16 Celli unter Leitung von Eva Röntz ermöglicht. Die Firma Schleich sponserte lebensnah gestaltete Gummi-Wale, um den Gästen neben einem akustischen auch einen optischen Eindruck der Tiere vermitteln zu können.

Wietjes-Paulick und Südbeck sind sich einig, dass durch den Abschluss der neuen Vertragsvereinbarung zum Nationalpark-Haus ein weiterer wichtiger Baustein der guten Kooperation zwischen Inselgemeinde und Nationalparkverwaltung gesetzt werden konnte – eine wesentliche Voraussetzung für den effektiven Schutz des Wattenmeeres. Vor diesem Hintergrund wurden Ideen für die weitere Entwicklung des Nationalpark-Hauses ausgetauscht. Das Obergeschoss soll künftig für Fortbildungen und Seminarbetrieb genutzt werden. Außerdem soll der Raum alle zwei Jahre mit einem neuen Thema bestückt werden, um den Baltrumer Gästen aktuelle Themen präsentieren zu können und die Dauergäste einzuladen, regelmäßig vorbei zu schauen.