Archiv der Kategorie: Wattenmeer

Winterwanderzeit in Watt an der niedersächsischen Nordsee

Schon von weitem sieht man sie: dick eingepackte Menschen mitten im Wattenmeer. Ein zweiter Blick aus der Nähe lässt ihre roten Wangen und die scheinbar gefrorene Nasenspitze erkennen. Sie sind angezogen, als wollten sie arktischer Kälte trotzen – genau richtig, denn so schützen sie sich vor dem eisigen Wind. In Begleitung eines Wattführers geht es los – auf eine Reise durch die winterliche Wattlandschaft.

Die ersten Schritte hinein ins Watt lassen die Teilnehmer aufhorchen: Die entstandenen Eisflächen knacken und knistern unter ihrem wasserfesten Schuhwerk. schmunzeln schon, denn bei Betreten der Eisflächen knackt und knistert es an allen Ecken. Durch die Ruhe im Winter sind all diese Naturgeräusche besonders deutlich zu hören.

„Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht, den Menschen die Einzigartigkeit des UNESCO-Weltnaturerbes Wattenmeer in all seinen Facetten nahezubringen“, sagt der zertifizierte Nationalpark-Führer Wolfgang Gedat, der vor Schillig mit kleinen Gruppen ins Watt geht. Auf seiner Tour „Winterwatt erleben“ erklärt er, wie die Tiere im Watt mit den winterlichen Temperaturen umgehen. Zum Aufwärmen gibt es für seine Gäste Glühwein und Kinderpunsch. Die nächste Gelegenheit, das Winterwatt vor Schillig zu entdecken, bietet sich am Sonnabend, dem 10. Dezember. www.abinswatt-schillig.de

Der Biologe aus dem Wangerland ist nicht der einzige, der im Winter geführte Touren anbietet. Carsten Heithecker geht auf Spiekeroog ganzjährig ins Watt. Bei seiner Wanderung mit „ökologisch-naturwissenschaftlichem Schwerpunkt“ erläutert er, wie Sturmfluten und Eisgang das Leben im Wattenmeer beeinflussen. Zusätzlich macht er auf Umweltgefahren und Schutzmaßnahmen aufmerksam. Die Führung für Erwachsene und Kinder ab acht Jahren dauert etwa zweieinhalb Stunden. Am Montag, dem 13. Dezember erkunden die Teilnehmer wieder das Watt vor Spiekeroog. www.watt-erleben.de

In Butjadingen wird es romantisch. Matthias Schulz zeigt bei seiner „Sonnenuntergangswanderung“ das faszinierende Farbenspiel am Himmel und die Spiegelungen im Wattenmeer. Bei seiner Wattwanderung „WATT4KIDS“ werden schon Kinder ab 3 Jahren für das Watt begeistert. Auf einer altersgerechten Strecke werden Muscheln gesammelt und Wattwürmer ausgegraben. www.wattwanderung.de

Das Cux-Wattteam lädt zur Wattführung „Mit der Flut zum Festland“ ein. Bei der dreistündigen Tour vor der Küste Cuxhavens stehen die Gezeiten im Vordergrund. Die Teilnehmer begegnen gemeinsam mit dem Wattführer dem auflaufenden Wasser und sehen, wie es in die Priele strömt. Am Samstag, dem 17. Dezember findet die nächste Tour statt. Um vorherige Anmeldung wird gebeten. www.cux-wattteam.de

Im Winter ist die ungeheure Kraft des Windes und des Wassers zu spüren. Die Flut kann sogar doppelt so schnell strömen. Die Priele verändern ihren Verlauf. „Eine Wattwanderung zu dieser Jahreszeit ist also eine aufregende Angelegenheit!“, sagt Katja Benke von der niedersächsischen Dachorganisation Die Nordsee GmbH. Es empfiehlt sich jedoch warme, wetter- und wasserfeste Kleidung zu tragen.

Auf den Spuren von Rungholt

„Ich nehme Sie heute mit auf eine Zeitreise“, sagt Wattführerin Christine Dethleffsen. Sie steht auf dem Deich bei Fuhlehörn auf Nordstrand und blickt auf das Wattenmeer, das Wasser läuft ab, erste höher liegende Wattbereiche fallen trocken. Im Westen ist die Hallig Südfall zu erkennen. „Es geht ins Mittelalter. In die Zeit der Hanse.“ Sagt die zertifizierte Nationalparkwattführerin, sie führt Gäste nach Rungholt. Dem legendären Rungholt, einem sagenhaften Ort; untergegangen in einer verheerenden Orkanflut vor mehr als 650 Jahren. „Kommen Sie, wir müssen langsam los, das Meer wartet nicht und es ist ein langer Weg …!“ Nicht nur in die Zeit zurück, sondern auch über eine Landschaft, die einst unterging – und zweimal am Tag bei Niedrigwasser ein wenig wieder aufersteht.

„Wir können die große Runde dorthin nur machen, wenn Nipptide ist – das Wasser also besonders tief abläuft. Sonst sind manche Gebiete überhaupt nicht zu erreichen. Entweder sie tauchen gar nicht auf oder die Priele, die wir auf dem Weg dorthin überqueren müssen sind viel zu tief.“ Auf festem Watt geht es im Zick-Zack gen Westen, den direkten Weg versperren Priele. Es sind insgesamt 14 bequem zu gehende Kilometer.

Die Gruppe erreicht den „Tonnenstein“; der den Eintritt in das Gebiet ehemaliger Warften markiert. „Warften sind künstlich aufgeworfene Wohnhügel“, erklärt Christine Dethleffsen, „sie ragten auch bei Sturmflut noch aus der tobenden Nordsee – dorthin haben sich Mensch und Vieh immer vor dem zu hohen Wasser retten können.“ Nur 1362 nicht mehr – dann kam die alles ertränkende „Marcellusflut“. Die Wohnhäuser von damals sind längst verschwunden, die Warften aber konnte die Nordsee bis heute nicht ganz abrasieren. Der geübte Blick erkennt sie schnell im abgelaufenen Watt.

„Das hier war eine Kirchwarft“, erklärt sie, „man erkennt es daran, dass keine Brunnenreste gefunden wurden.“ Damals schachteten die Leute ihre Brunnen mit Torfsoden aus, diese charakteristische Struktur wird zur Zeit eher selten gefunden, da sie zugeschlickt sind. Aber sie markieren ganz sicher alte Siedlungsplätze. „Also: Willkommen in Rungholt – der Tonnenstein liegt im Bereich der Obbenbüller Kirche, hier wird der Beginn des eigentlichen Rungholtgebietes angenommen!“

1362 ging eine ganze Landschaft unter – ein Ort trug den Namen „Rungholt“ (der lag zwischen den heutigen Inseln Nordstrand und Pellworm) und er wurde zum Synonym für die ganze Landschaft. Betrachtet man mit „Rungholt“ das gesamte untergegangene Gebiet, so wandelt man zwischen der Hallig Südfall und Nordstrand sicher über „Rungholt“. Im Norden sind Pellworm und die Halligen zu erkennen, wie sie sich eben über den Meeresboden erheben. Vor dem großen Ertrinken war dies zusammenhängendes Land und wurde von den Fluten der zweiten „Mandränke“ 1634 endgültig zerrissen und ersäuft. „Das eigentliche Rungholt hatte einen Hafen, war aber eher ein Siedlungsgemenge als eine Stadt, wie wir uns das heute vorstellen“, erklärt Christine Dethleffsen.

Dies also ist die Reise in die Vergangenheit. Hier war das legendäre Rungholt, das in den Sagen wiederauferstanden ist „ …und in Wirklichkeit eben doch nicht ganz untergegangenen ist. Wir laufen über altem Kulturland, man muss das wissen und ganz genau hinschauen.“ Laufen und Pausieren, Zuhören und Staunen. Der Blick reicht nach Südwesten an Hallig Südfall vorbei. Nun hat sich die Wattstruktur verändert: Sandbänke sind zu erkennen, die Nivellierung hat sich insgesamt erhöht. Die Gruppe marschiert auf eine der Erhebungen – es sind die alten Warften.
„Wir kommen jetzt in das Gebiet, in dem viele Fundstücke entdeckt wurden“, sagt Christine Dethleffsen. Ein Kollege von ihr hat ein Fass gefunden, sie selbst etliche Scherben sowie viele Tierknochen und sogar Menschenknochen, Ziegelsteine deuten auf wichtigere Häuser hin – zum Beispiel Kirchen. Und manchmal kann man Baumstuppen erkennen. „Rungholt war ein Handelsort, das kann man an den Fundstücken im NordseeMuseum Husum gut nachvollziehen. Ich möchte an dieser Stelle meine Gäste in diese Zeit zurückversetzen.“ Sie berichtet von den Langhäusern der damaligen Zeit, in denen Mensch und Vieh gemeinsam wohnten und mit getrocknetem Kuhmist heizten. Vom Salztorf, den sie abbauten und mit dem Salz verdienten und Handel trieben.

Aber auch davon, dass Vieh nach Sturmfluten eher verdurstete als ertrank – die Fethinge (offene Zisternen auf den Warften, in denen das Regenwasser für die Tiere aufgefangen wurde) waren versalzen. Dass die Pest wenige Jahre vor dem Untergang hier gewütet hatte, beständige Wetterverschlechterungen die Ernten miserabel ausfielen ließen. Davon, dass die wohl geschwächte Arbeitskraft der Rungholter vielleicht nicht ausreichte, um die Deiche in Ordnung zu halten und sich gegen die vernichtende Orkanflut zu wehren, die zwischen dem 15. und 17. Januar 1362 wütete. „Denken Sie daran: Wir marschieren hier über einige Warften, alles alte Siedlungsplätze – die Brunnenreste und Pflugspuren können Sie bei guten Bedingungen hier erkennen“, erinnert Christine Dethleffsen, „… und für die meisten Gäste ist das ein schaurig-schönes Gefühl!“ Sie erzählt und geht mit ihren Gästen hinein in eine untergegangene Epoche.

Noch längst nicht alles sei entdeckt worden, meint Christine Dethleffsen. „Die Masse liegt noch unter einem, anderthalb Meter Schlick und Sand begraben“, schätzt sie. Aber, so ihre Erfahrung: „Das kann sich nach jeder Flut ändern! Diese schnelle Veränderung des Meeresbodens ist gigantisch; was heute so aussieht, kann auf der nächsten Tour total unterschiedlich sein.“ Eine ominöse Sache aber hat sie seit langem im Blick und nur eine vage Erklärung: Westlich hinter dem Priel Fuhleschlott gelegen befindet sich eine auch für den Laien gut erkennbare Erhebung, eine Erdscholle, dahinter liegt Rungholts Kirchwarft – „…auf der ersten Erhöhung befindet sich eine Vertiefung von rund 150 mal 40 Metern, die sich bisher nicht verändert hat, die Form bleibt bestehen. Man geht davon aus, dass dies mal ein See war. Im Rungholtgebiet gab es wohl Süßwasserseen. Nicht groß, dafür tief und mit gutem Fischbesatz. Das ist total faszinierend.“

Die Gruppe muss umkehren und marschiert in Richtung eines großen Prieles „…dort müssen wir hin, da müssen wir durch. Auf dem Weg dorthin kann man sehr gut die parallel angelegten Entwässerungsgräben erkennen – die von 1362!“ Der Priel ist zehn, vielleicht zwanzig Meter breit und knietief und noch strömt das Wasser mit diesem unheimlichen Sog der Nordsee hinterher. Die liegt weit im Westen und lauert darauf, ganz bald wieder zu kommen. „Zwar ist noch Ebbe, also ablaufendes Wasser, doch wir müssen jetzt zurückgehen! Manchmal ist es regelrecht unheimlich, wie schnell das Wasser kommt.“ Die Vergänglichkeit vor Augen kehrt die Gruppe um. Die Menschen damals hatten keine Chance, als das Wasser kam. Christine Dethleffsen und ihre Zeitreisenden schon. Das Wasser läuft nun bald wieder auf, ganz, ganz schnell. Und Rungholt geht wieder unter wie seit 654 Jahren.

Bescherung der Fische am 6. Dezember 2014 im Nationalpark-Zentrum Multimar Wattforum

Am Samstag, den 6. Dezember 2014, steigt der Nikolaus ins Großaquarium des Nationalpark-Zentrums Multimar Wattforum. Um 16.00 Uhr füttert er Hummer, Störe und Rochen mit besonderen Leckerbissen und beantwortet über ein Mikrofon die Fragen der kleinen und großen Gäste.

Dieser adventliche Tauchgang ist Teil der besonderen Jahreskarten-Aktion des Multimar Wattforum. Vom 1. Dezember 2014 bis zum 6. Januar 2015 können die Jahreskarten an der Kasse des Multimar Wattforum zum halben Preis erworben werden. Familienkarten kosten in dieser Zeit 32,50 Euro statt 65,00 Euro, Karten für Erwachsene 14,00 Euro statt 28,00 Euro und für Kinder bis 15 Jahre 5,50 Euro statt 11,00 Euro. Ab dem Ausstellungsdatum kann der Besitzer damit zwölf Monate lang so oft er will die Ausstellung besuchen. Das lohnt sich schon ab dem zweiten Besuch.

Das Multimar Wattforum ist mit 160.000 Gästen jährlich das zentrale Infozentrum für den Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer. Das ganze Jahr über ist hier das Entdecken und Erforschen des Nationalparks und des Weltnaturerbes Wattenmeer möglich, ganz gemütlich ohne kalte Hände und nasse Füße.

Weitere Informationen:
Nationalpark-Zentrum Multimar Wattforum
Dithmarscher Straße 6a, 25832 Tönning
Tel.: 04861 / 96 200
www.multimar-wattforum.de

Zwei Krimi-Lesungen im Oktober im Multimar Wattforum

Zwei spannende Krimi-Lesungen finden im Oktober im Rahmen von NORDVERDÄCHTIG, den 3. Nordsee-Krimitagen 2014, im Nationalpark-Zentrum Multimar Wattforum statt. Im verdunkelten Forum vor dem Großaquarium, wo Störe, Katzenhaie und Rochen ihre Runden drehen, geht es um „Mordsmöwen“ auf Sylt und um die „Geheimsache Labskaus“ in Hamburg.

Mittwoch, 1. Oktober 2014, 19.00 Uhr: Sina Beerwald liest aus ihrem Sylt-Krimi „Mordsmöwen“

Bei der Eröffnungsveranstaltung der Nordsee-Krimitage am Mittwoch, den 1. Oktober 2014, entführt Sina Beerwald die Gäste auf die Insel Sylt, wo Möwerich Ahoi, Späher einer kriminellen Möwenbande, Alarm schlägt: Crêpes-Budenbesitzer Knut ist verschwunden. Entführt, ermordet, ertrunken? Wovon sollen die Möwen sich jetzt ernähren, wenn sie nicht mehr täglich ihre Crêpes-Ration von den Sylter Touristen erbeuten können. Auf der Suche nach Knut gerät die Möwenbande in aberwitzige Verwicklungen und turbulente Situationen – und kommt einem makabren Mord auf die Spur, der ganz Sylt erschüttert.

Das mitreißende und amüsante Buch wurde mit dem Samiel Award 2014 „Bester Schurke“ ausgezeichnet und verspricht beste Krimi-Unterhaltung im Multimar Wattforum. Sina Beerwald hat sich bisher mit fünf erfolgreichen Romanen einen Namen gemacht. 2011 wurde sie Preisträgerin des NordMordAward, des ersten Krimipreises für Schleswig-Holstein. Vor fünf Jahren zog sie nach Sylt, mit vielen kriminellen Ideen im Gepäck und lebt dort seither als freie Autorin.

Der Krimi-Abend mit Sina Beerwald beginnt um 19.00 Uhr. Der Eintrittspreis beträgt 6,00 Euro pro Person. Um Anmeldung bis zum 26. September wird gebeten unter der Telefonnummer 04861 96 200 oder per E-Mail an info@multimar-wattforum.de.

Diese Lesung ist der Auftakt für mehr als 20 spannende Veranstaltungen des Krimifestivals NORDVERDÄCHTIG an der Westküste zwischen Büsum und Tondern. Weitere Informationen dazu im Internet unter www.nordverdaechtig.de.

Samstag, 11. Oktober 2014, 18.00 Uhr: Ina Rometsch und Martin Verg veranstalten eine szenische Lesung für Kinder aus ihrem Krimi „Geheimsache Labskaus“

Am Samstag, den 11. Oktober, entführen Ina Rometsch und Martin Verg bei einer szenischen Krimi-Lesung Kinder nach Hamburg. Die Zutaten für diese eigenwillige Kriminalgeschichte: zwei Jungs, ein entführter Pudel und jede Menge Zitteraale, ein merkwürdiges Kinderheim, verrückte Wissenschaftler. Gut vermengt ergibt das ein sehr vergnügliches Abenteuer voll schrägem Witz und überraschender Wendungen. Der Kinder-Krimi „Geheimsache Labskaus“ wurde für den Hansjörg-Martin Preis 2014 nominiert und in die Kollektion des Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreises aufgenommen.

Ina Rometsch wurde 1971 in Süddeutschland geboren und lebt mit ihrer Familie in Wien. Sie veröffentlichte verschiedene Sachbücher für Kinder und schreibt als freie Journalistin, Autorin und Comic-Texterin. Martin Verg ist Chefredakteur der Kinderzeitschrift GEOlino, Autor, Musiker und Vater zweier Töchter. Als gebürtiger Hamburger, Jahrgang 1971, kennt er Labskaus seit frühester Kindheit – hauptsächlich vom Hörensagen. Seit der Recherche zu Geheimsache Labskaus kann er es recht passabel zubereiten. Sein Leibgericht wird es aber nicht mehr.

Der Krimi-Abend mit Ina Rometsch und Martin Verg beginnt um 18.00 Uhr. Der Eintrittspreis beträgt 6,00 für Erwachsene, 3,00 Euro Kinder. Um Anmeldung bis zum 2. Oktober wird gebeten unter der Telefonnummer 04861 96 200 oder per E-Mail an info@multimar-wattforum.de.

5 Jahre UNESCO Weltnaturerbe Wattenmeer

Auf Safari gehen zu Austernfischern, Kegelrobben und Schweinswalen, zu spannenden Seetierfangfahrten aufbrechen oder bei einer Salzwiesen-, Strand- und Dünenexkursionen dabei sein – der Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer überrascht: Mit dem Rhythmus von Ebbe und Flut, einer unglaublichen Vielfalt an spezialisierten Pflanzen und Tieren und einer einmaligen Naturlandschaft. Es ist mit 4.410 Quadratkilometern die größte zwischen Sizilien und dem Nordkap, wurde 2009 von der UNESCO in die Liste des Weltnaturerbes der Menschheit aufgenommen und ist seitdem gleichauf in einer Liga wie das legendäre australische Great Barrier Reef oder der amerikanische Grand Canyon.

Wie entstehen Ebbe und Flut? Was hat der Mond mit den Gezeiten zu tun und welche skurrilen Bewohner bringt der Meeresgrund zutage? Was sich auf den ersten Blick als grau-brauner Boden präsentiert, ist in Wahrheit ein Tummelplatz verschiedenster Lebewesen. Einblicke in diese faszinierend bunte Welt bekommen Wanderer, die auf dem Meeresboden der Nordsee Schleswig-Holstein spazieren gehen, den geriffelten Wattboden unter den Füßen, absolute Stille genießend, nur unterbrochen durch Vogelgesang.

Der Rhythmus der Gezeiten hat einen außergewöhnlichen Naturraum, der einer seltenen Vielfalt von mehr als 10.000 Tier- und Pflanzenarten ein Zuhause bietet. Wer den Geheimnissen des UNESCO-Weltnaturerbes Wattenmeer im Urlaub auf den Grund gehen möchte, sollte sich einem erfahrenen Wattführer anschließen. Ein besonders Erlebnis ist dabei die Wanderung von einer Insel zur anderen oder vom Festland zu einer Hallig – barfuß natürlich.

„Safari auf nordfriesisch“
Die Schutzstationen an der Wattenmeer-Küste von Schleswig-Holstein bieten ganzjährig ein breites Spektrum an Wattwanderungen, Vogelführungen, Salzwiesen-, Strand- und Dünenexkursionen sowie Seetierfangfahrten an. (www.schutzstation-wattenmeer.de)

„Safari auf nordfriesisch“ heißen die spannenden Abenteuer an der schleswig-holsteinischen Nordseeküste, bei denen die Urlauber auf unterhaltsame Weise die „Big Five“, „Small Five“ und „Flying Five“ entdecken. Angereichert sind die Touren mit Anekdoten zu Land und Leuten und kurzweiligen Seefahrer-Geschichten.

Was Löwe, Elefant, Nashorn, Leopard und Büffel für die Serengeti, sind Seehund, Schweinswal, Kegelrobbe, Seeadler und Stör für Nordfriesland. Die „Big Five“-Exkursion führt die Besucher ganz nah an die großen Stars der Wattenmeer-Bewohner heran. Wie gehen Schweinswale auf die Jagd und wie können Seehunde im Dunklen ihre Nahrung finden? Auf diese und viele weitere Fragen gibt’s auf der professionell geführten Tour eine Antwort.

Zehn bis zwölf Millionen Zugvögel nutzen die nahrungsreichen Salzwiesen, weiten Wattflächen und Dünengebiete als Rastplatz auf ihrer Durchreise von Sibirien, Skandinavien oder Kanada zu ihren Überwinterungsplätzen. Warum mausern alle Brandgänse Europas im Wattenmeer oder wie kann eine Möwe eigentlich geschlossene Muscheln verdauen? Diese Fragen beantworten Nationalparkbetreuer, -Wattführer und -Ranger ihren Gästen in kleinen Gruppen während der „Flying Five“ Exkursion. Auf der Tour zu Austernfischern, Silbermöwen, Brandgänsen, Alpenstrandläufern und Ringelgänsen werden den Teilnehmern zudem spektakuläre Flugmanöver und eindrucksvolle Trillerzeremonien geboten.

Exkursionen zu Strandkrabbe, Wattwurm und Co
Bei der „Small Five“ Exkursion kommen die kleinsten Lebewesen des Wattenmeeres ganz groß heraus. Die Gäste nehmen Strandkrabbe, Wattwurm, Herzmuschel, Nordseegarnele und Wattschnecke genau unter die Lupe und erfahren alles über deren geschickte Anpassungsstrategien.

Bei jedem Wetter ein Erlebnis: das Multimar Wattforum in Tönnig
Bei den Tierfütterungen in den Großaquarien und einem gläserner Kriechtunnel können Besucher des Multimar Wattforums in Tönning das Verhalten von Seesternen, Krebsen und Seeigeln aus neuen Perspektiven entdecken. Das größte Informationszentrum des Nationalparks lädt ein, genau hinzusehen und zu erforschen. Ein neues Schwallbecken simuliert die tosende Meeresbrandung, im Gezeitenbecken lassen sich die Meeresbewohner bei Ebbe und Flut genau beobachten. (www.multimar-wattforum.de)

Mitmachen beim Nationalpark-Fotowettbewerb 2014!
Gesucht werden Fotos, die das Wattenmeer aus unterschiedlichen Perspektiven zeigen. Als Vorgabe gilt nur: Die Fotos sind im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer oder im Multimar Wattforum entstanden und müssen bis zum 26. September 2014 eingereicht werden. www.anzeigenblaetter.boyens-medien.de

Schon im letzten Jahr hatten die Nationalparkverwaltung, das Multimar Wattforum und Boyens Medien einen Fotowettbewerb ausgerichtet. Aufgrund der großen Resonanz ist dazu der Bildband „Wattperspektiven“ erschienen. Er zeigt 100 ausgewählte Bilder zum Nationalpark und Weltnaturerbe Watteneer aus dem Wettbewerb 2013 und dokumentiert die Ursprünglichkeit der Natur.

Eine große Auszeichnung feiert ein kleines Jubiläum
Fünf Jahre Weltnaturerbe Wattenmeer – Am 26. Juni 2009 hat das UNESCO Welterbekomitee das Deutsch-Niederländische Wattenmeer in die Liste des Welterbes der Menschheit aufgenommen.

Die Menschen in der Region sind stolz auf das Wattenmeer und die Auszeichnung als Weltnaturerbe. Sie sind sich aber auch der Verantwortung bewusst, die natürlichen Werte des Wattenmeeres für jetzige und zukünftige Generationen zu schützen und nachhaltig zu entwickeln. Neben der zentralen Geburtstagsfeier finden an verschiedenen Orten entlang der Westküste viele weitere, kleine und große Geburtstags-Events statt. http://www.nationalpark-wattenmeer.de/sites/default/files/schleswig-holstein/pdf/20140602-jubilaeums-events-in-sh.pdf

Alle Informationen zu Watterlebnistouren und kompletten Urlaubsarrangements im UNESCO Weltnaturerbe Wattenmeer bietet der Nordsee-Tourismus-Service telefonisch unter 0 48 41 – 89 75 0 sowie im Internet unter www.nordseetourismus.de.

Nationalpark-Relief am Nationalpark-Zentrum

Was moderne Technik leisten kann, zeigt das neue Nationalpark-Relief am Eingang zum Multimar Wattforum. Es bildet den Nationalpark Wattenmeer und die angrenzende Küste in allen Höhen und Tiefen bis ins kleinste Detail nach. „Die Grundlage dafür bilden hydrographische Daten des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie unterhalb des Meeresspiegels und Daten des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation oberhalb des Meeresspiegels. Diese wurden ergänzt mit Daten aus Dänemark und Niedersachsen“, erklärte Dr. Johannes Oelerich, der Direktor des Landesbetriebes für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN) heute bei der Enthüllung.

Alle Daten aus den verschiedenen Quellen wurden für die Erstellung des Reliefs in aufwändiger Kleinarbeit zusammengefügt. Auf dieser Grundlage konnte eine Fräsmaschine das 6 Meter lange und 2,50 Meter breite Relief in sechs dreidimensionalen Einzelteilen herstellen.

„Das Relief hebt die Dynamik des Wattenmeeres hervor und macht am Eingang eindrucksvoll deutlich, dass das Multimar Wattforum das zentrale Infozentrum für den Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer ist“, erläuterte der Leiter des Infozentrums Dr. Gerd Meurs. Und er fügte an: „In der Qualität konnte das Relief nur entstehen durch die enge Zusammenarbeit der Spezialisten im LKN.“

Der Vergleich zu früher, als nur grob Holzplatte auf Holzplatte geklebt werden konnte, ist enorm. Das neue Modell im Maßstab 1:25 000 zeigt alle Höhen 20fach überhöht, so dass die Strukturen von Land und Wattenmeer genau zu erkennen sind. Auf Norderoogsand ist sogar die kleine Insel zu sehen, die sich seit einigen Jahren entwickelt.

Weitere Informationen:
Nationalpark-Zentrum Multimar Wattforum
Dithmarscher Straße 6a, 25832 Tönning
Tel.: 04861 / 96 200
www.multimar-wattforum.de

Geschmacksverstärker des Wattenmeeres

„Der Tourismus ist der stärkste Wirtschaftsfaktor an unserer Küste und der Nationalpark sein starker Verbündeter“, erklärte Nationalparkleiter Dr. Detlef Hansen beim Jahrestreffen der Nationalpark-Partner in Breklum. Mit dem Netzwerk der Nationalpark-Partner sei es gelungen, naturinteressierten Urlaubern spezifische und attraktive Angebote zu machen und den regionalen Tourismus zu stärken. „Sie arbeiten kräftig daran, unseren Gästen den Nationalpark und das Weltnaturerbe von ihren schönsten Seiten zu zeigen, sie sind die touristischen Geschmacksverstärker des Wattenmeeres“, dankte Hansen den inzwischen 130 Nationalpark-Partnern.

Hansen berichtete von einer aktuellen Studie, die zeige, dass 17 Prozent der Westküstenurlauber Nationalpark-Touristen seien. Sie generieren eine jährliche Wertschöpfung von 89 Millionen Euro, was rechnerisch 4700 Arbeitsplätzen entspricht. Die Nationalpark-Partner haben die wirtschaftliche Bedeutung des Nationalpark-Tourismus als erste erkannt und stellen sich darauf ein. So nahmen im vergangenen Jahr 266 Partner oder deren Mitarbeiter an den Fortbildungsveranstaltungen für Nationalpark-Partner teil, die an 26 Tagen angeboten wurden.

Matthias Piepgras, Vorsitzender des Vergaberates der Nationalpark-Partner, erläuterte, wie der Vergaberat sich bei der Entwicklung der Strategie für nachhaltigen Tourismus im Wattenmeer und der Diskussion um den Evaluierungsbericht zum Nationalpark beteiligt. „Wir sollten unsere Partnerschaft noch selbstbewusster nach außen tragen und untereinander und mit Anderen noch aktiver netzwerken“, rief er seine Partner auf.

Nationalpark-Partner sind regionale Unternehmen aus den Kategorien „Unterkunft und Gastronomie“, „Natur und Erlebnis“, „Orte und Infostellen“ sowie „Reisen und Verkehr“. Sie erfüllen die Viabono Umweltkriterien, bieten eine besonders hohe Servicequalität, identifizieren sich mit dem Nationalpark und wirtschaften naturverträglich.

Auch Hof- und Fahrradläden, Galerien, Informationszentren und anderen Einrichtungen möchten Nationalpark-Partner werden, konnten es aber nicht, da es für sie bisher keine Kriterien gab. Das beim Jahrestreffen vorgestellte BINGO-Projekt von Nationalparkverwaltung und Insel- und Halligkonferenz wird dies nun ändern. Noch bis Juni 2014 werden die Hamburger Firma Inspektour und der Vergaberat Kriterien und Standards erarbeiten, die weiteren Einrichtungen die Tür zur Nationalpark-Partnerschaft öffnet.

Wie in vergangenen Jahren wurde ein Partner besonders geehrt: Diesmal ist es der Mars Skipper Hof bei Tönning, mit den besten barrierefreien Angeboten aller Nationalpark-Partner. Auf dem weitläufigen Gelände und im Haubarg können Kinder und Jugendliche, Menschen mit und ohne Einschränkungen, über 80 Spielstationen entdecken und erforschen. Die Beherbergungsräume sind komplett behindertengerecht ausgebaut. „Hier fühlt sich jedermann wohl und kann entspannt seine Zeit verbringen. Dies ist ein Ort für alle Menschen“, beschrieb es ein Lehrer einmal treffend.

Umfangreiche und aktuelle Informationen zu den Nationalpark-Partnern und ihren Angeboten gibt es unter www.nationalpark-partner-sh.de.

Anpacken für den Nationalpark

Der 5. Dezember ist der jährliche Ehrentag für das Ehrenamt. Die Nationalparkverwaltung “Niedersächsisches Wattenmeer” nimmt das zum Anlass, sich bei den vielen Menschen zu bedanken, die den Nationalpark durch ihr freiwilliges Engagement unterstützen. In diesem Jahr blickt der Nationalpark zusammen mit anderen Naturlandschaften auf das zehnjährige Bestehen des Programms “Ehrensache Natur – Freiwillige in Parks” zurück.

“Ich packe mit an!” ist das Motto des Programms, das 2003 von EUROPARC, dem Dachverband der deutschen Großschutzgebiete, ins Leben gerufen wurde. Die Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer war von Anfang an dabei. Mehrere Hundert Helfer haben seitdem, einzeln oder in Gruppen, z. B. durch ihren Einsatz in der Biotoppflege, der Instandsetzung von Wegen und Infoeinrichtungen oder der Gästebetreuung zum Schutz des Wattenmeeres beigetragen.

Bundesweit beteiligen sich inzwischen mehr als 40 Nationalparks, Naturparks und Biosphärenreservate am Programm “Ehrensache Natur”. Mehr als 3000 Freiwillige leisten jährlich über 100.000 Arbeitsstunden in den Naturlandschaften vom Watt bis zum Watzmann. Das Programm hat bereits mehrere Auszeichnungen auf nationaler und internationaler Ebene erhalten, zuletzt als Projekt der UN-Dekade für biologische Vielfalt.

„Freiwillige sollen keinesfalls hauptamtliche Fachkräfte ersetzen“, erklärt Imke Zwoch, die das Freiwilligenprogramm im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer koordiniert. „Im Gegenteil: Freiwillige brauchen intensive hauptamtliche Betreuung. Ziel ist es, Menschen, die sich ehrenamtlich für den Schutz von Natur und Umwelt engagieren möchten, so einzusetzen, dass sie ihre Kenntnisse und Fähigkeiten im Rahmen des persönlichen Zeitbudgets optimal einbringen, erweitern und vertiefen können und natürlich Spaß dabei haben.“

Ein besonderes Augenmerk wird in den kommenden zwei Jahren Freiwilligen mit geistiger Behinderung gelten. Im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer hat sich erstmals 2012 eine Gruppe der Stiftung ProWerk Bethel für den Nationalpark ins Zeug gelegt. Das Freiwilligen-Team aus Bethel musste nicht lange in die Aufgabe – die Pflege der Küstendünenheide auf Wangerooge – eingewiesen werden: Die 15 Erwachsenen mit geistiger Behinderung sind ausgebildete Fachkräfte in der Natur- und Landschaftspflege, die dem Nationalpark eine Woche ihres Urlaubs spendeten und so effektiv und freudig zu Werke gingen, dass alle Beteiligten die Zusammenarbeit gern fortsetzen wollten. Deshalb kamen die ProWerk-Mitarbeiter im Spätsommer 2013 erneut nach Wangerooge – und wenig später wurde dieses Kooperationsprojekt unter dem Motto “Ungehindert engagiert” mit dem Deutschen Naturschutzpreis ausgezeichnet.

Mit dem Preisgeld wird, gemeinsam mit EUROPARC und drei weiteren Preisträgern, 2013/14 das Projekt “Ungehindert engagiert – Menschen mit geistiger Behinderung entdecken, erleben und erhalten den Lebensraum Wasser” umgesetzt. Dazu gehört z. B. die Entwicklung von Lern- und Infomaterialien in Leichter Sprache, die Durchführung von zweitägigen Trainings in Leichter Sprache zum Thema Lebensraum Wasser und die Erprobung und Weiterentwicklung von beispielhaften Freiwilligenprojekten von Menschen mit geistigen Behinderungen in den Nationalen Naturlandschaften.

Nationalpark-Zentrum Multimar

Das Nationalpark-Zentrum Multimar Wattforum bekommt eine neue Dauerausstellung. „Die ursprüngliche Ausstellung zum Nationalpark Wattenmeer wird neu gestaltet, um für Besucher attraktiv zu bleiben“, erklärte heute (7.11.2013) der Leiter Dr. Gerd Meurs. Insgesamt haben seit 1999 über 2,6 Millionen Gäste die Ausstellung besucht, davon fast 500.000 Schüler. Damit ist das Multimar Wattforum eines der erfolgreichsten Nationalpark-Zentren in Deutschland und eine herausragende Naturschutz- und Tourismusattraktion an der Westküste.

Die Nationalpark-Ausstellung von 1999 wird auf Basis der langjährigen Erfahrungen verbessert. Hauptthema wird das Weltnaturerbe Wattenmeer sein. „Anhand der drei Kriterien, aufgrund derer die UNESCO das Wattenmeer als Weltnaturerbe ausgezeichnet hat, schaffen wir unterschiedliche Zugänge zum Thema“, verdeutlichte Eckehard Bockwoldt, der stellvertretende Leiter des Multimar Wattforum, die Planungen zur Umgestaltung der Ausstellung.

Außerdem werden die alten Aquarien technisch erneuert. Die drei großen Aquarien Brandungsbecken, Tidebecken und Turmbecken erhalten neue Attraktionen. Bis Weihnachten sollen die ersten sechs Aquarien fertiggestellt sein. Viele Arbeiten werden von den Handwerkern des Multimar Wattforum selbst ausgeführt. Der Vortragsraum wird zur Werkstatt. Dort können die Gäste zusehen, wie die neuen Elemente gestaltet werden.

Im Frühjahr 2014 soll die neue Ausstellung eröffnet werden. Der Umbau wird insgesamt 494.000 Euro kosten. Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung finanziert den Ausstellungsumbau mit 290.000 Euro aus dem Investitionsprogramm nationale UNESCO-Welterbestätten. Die Nationalpark-Service gGmbH finanziert den Aquarienumbau mit 204.000 Euro.

Weitere Informationen:
Nationalpark-Zentrum Multimar Wattforum
Dithmarscher Straße 6a, 25832 Tönning
Tel.: 04861 / 96 200
www.multimar-wattforum.de

Öffnungszeiten (ganzjährig):
1. April – 31. Oktober: 9.00 – 18.00 Uhr
1. November – 31. März: 10.00 – 17.00 Uhr (außer am 24.12.)

Eintrittspreise für einen Besuch der Ausstellung:
Erwachsene 9,00 Euro; Kinder (4-15 Jahre) 6,00 Euro; Familien 25,00 Euro

Ab ins Watt, auch im Herbst!

Auch wenn die Tage kürzer und rauer werden: Geführte Salzwiesenexkursionen und klassische Wattwanderungen, Seetierfang oder Vogelkiek im UNESCO Weltnaturerbe Wattenmeer sind typisch norddeutsche Naturerlebnisse, die sich Nordsee-Urlauber nicht entgehen lassen sollten. Mit speziellen Herbstangeboten bringen die 20 Schutzstationen an der Wattenmeerküste die Gäste ganz nah heran an den Meeresboden, in die Strandlandschaften oder entführen sie in die Lüfte – bei Tag und bei Nacht!

Traumexkursionen entlang der Wattenmeerküste werden für Familien mit Kindern, Hobbybiologen und Fotografen ganzjährig angeboten. Doch der Herbst mit seiner ungeheuren Farbenpracht und den nicht mehr ganz so heißen Temperaturen übt eine besondere Anziehungskraft auf die Besucher aus – und das Laufen an der gesunden Nordseeluft wirkt aktivierend.

„Auf der Spur des Wattwurms“ wandert die ganze Familie auf Amrum. Los geht’s in Wittdün, wo anschaulich und kindgerecht erklärt wird, warum und wohin das Wasser bei Ebbe verschwindet, wie der Wattwurm in seiner Röhre lebt, was Muscheln fressen und warum das Wattenmeer nicht nur schön, sondern auch in Gefahr ist. Mystisch geht es zu bei der „Es war einmal … –Nachtwanderung“ in Friedrichskoog, bei der Sagen, Legenden und Zeitzeugen auf dem Programm stehen. Die Besucher erleben den Fischerort spät am Abend von einer ganz anderen Seite und tauchen ein in eine längst vergangene Welt, in der das Leben der Bewohner noch durch die Gewalt des Meeres bestimmt wurde. Über die typischen Salzwiesenpflanzen zur jeweiligen Jahreszeit staunen können die Besucher bei der interaktiven Führung „Von Queller, Andelgras und Boddenbinse“ auf der Hallig Langeness. Der ökologisch bedeutende Lebensraum hat vieles zu bieten – besonders interessant ist, welche Überlebensstrategien die Pflanzen bei Überflutungen entwickeln.

Eine Wanderung durch das Wattenmeer ist zu jeder Jahreszeit möglich, darin sind sich die schleswig-holsteinschen Wattenmeerführer einig. Im kühlen Herbst-Winter wird gerne auch wärmender Punsch während der Exkursionen serviert, in Gesellschaft genossen eine schöne Erinnerung. Die so genannten Punschwattführungen werden ab Oktober vielerorts entlang der Nordseeküste und auf den Inseln angeboten.

Die Teilnahme an den Veranstaltungen der Schutzstationen Wattenmeer kostet 5 Euro für Erwachsene und 2,50 € für Kinder. Eine vorige Anmeldung wird erbeten.

Das sollten alle Gäste wissen
Wattführungen gibt es nur bei Ebbe und Seetierfangfahrten nur, wenn das Schiff fährt. Wetterfeste Kleidung und feste Schuhwerk ist für alle Exkursionen empfohlen.

Weitere Informationen zu den Wattenmeer-Angeboten im Herbst erhalten Interessierte telefonisch unter 0 48 41 – 89 75 0 sowie im Internet unter www.schutzstation-wattenmeer und www.nordseetourismus.de.